Symposien Sonntag

Änderungen im Programmablauf vorbehalten.

 
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Saal A&B 08:30 - 10:00 04.10.2015
Symposium So01
Minimalinvasive Glaukomchirurgie (MIGS)
Vorsitzende/r: Anselm Jünemann (Rostock), Carl Erb (Berlin)

Die Minimal-Invasive Glaucoma Surgery (MIGS) gewinnt zunehmend an Bedeutung. Erste Mikroimplantate sind bereits verfügbar (iStent, iStent inject, Cypass, XEN), weitere innovative Ansätze befinden sich in der klinischen Prüfung. MIGS-Eingriffe erlauben ein frühzeitiges Eingreifen, um die Progression der Glaukomerkrankung aufzuhalten und haben die folgenden Gemeinsamkeiten: ab interno Zugang über eine Mikroinzision, minimale Traumatisierung des Zielgewebes, gute Wirksamkeit bei günstigem Nebenwirkungsprofil, rasche Wiederherstellung des Patienten. In diesem Symposium werden Funktionsweise und klinische Ergebnisse vorgestellt und der Stellenwert von MIGS im Verhältnis zu den anderen chirurgischen Verfahren kritisch diskutiert.
Referent/in: Michael Eichhorn (Erlangen)
Der Widerstand innerhalb der konventionellen Abflusswege ist überwiegend, aber nicht vollständig im äußeren, cribriformen (oder juxtakanalikulären)Trabekelwerk lokalisiert. Danach gelangt das Kammerwasser in den oval geformten Schlemm´schen Ringkanal (Höhe 350-500 µm, Breite 20-25 µm), der durch zahlreiche Septen untergliedert und stabilisiert wird. 25-35 Collector Channels leiten von dort das Kammerwasser in individueller Weise entweder direkt oder indirekt über den tiefen intraskleralen Plexus in episklerale Venen ab. Die Bedeutung der transtrabekulären Abflusswege für die Glaukomchirurgie wird diskutiert.
Referent/in: Anselm Jünemann (Rostock)
iStent und iStent inject reduzieren den transtrabekulären Widerstand. Die gezielte Umgehung nur eines der seriell angeordneten Widerstände des Abflusssystems des Kammerwassers kann daher postoperativ in der Regel Augeninnendruckwerte um 15 mmHg erzielen. Dies muss bei der Indikationsstellung Berücksichtigung finden. Die bisherigen Ergebnisse zeigen zudem eine teilweise Reduktion der lokalen drucksenkenden Therapie. Eine ggf. unzureichende Drucksenkung kann durch Malposition des iStents oder Pathologien im weiteren Abflusssystem bedingt sein. Die bisherigen Erfahrungen weist auf eine hohe Sicherheit der transtrabekulären Chirurgie hin.
Referent/in: Carl Erb (Berlin)
Neue suprachoroidale Stents, wie der CyPass oder der iStent supra werden über einen Applikator ab interno zwischen Sklera und Ziliarkörperbasis plaziert. Durch den erhöhten onkotischen Druck in der Choroidea kommt es dabei zu einer Flüssigkeitsbewegung des Kammerwassers von der Vorderkammer zu den choroidalen Gefäßen, in denen das Kammerwasser aufgenommen wird. Die 1-Jahres-Ergebnisse zeigen eine Drucksenkung von einem durchschnittlichen Ausgangsdruck von 25,5 mmHg auf 16,1 mmHg (Grisanti et al 2013). Die Komplikationsrate ist insgesamt niedrig. Wie bei allen glaukomchirurgischen Verfahren gelingt die Drucksenkung nicht immer und die Vorbehandlung mit einer Cyclophotokoagulation ist mit einer deutlich geringeren Erfolgsrate verbunden.
Referent/in: Herbert Reitsamer (Salzburg)