Symposien Donnerstag

Änderungen im Programmablauf vorbehalten.

 
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von Graefe Saal 16:15 - 17:45 01.10.2015
Symposium Do21
Stellenwert der ophthalmologischen Diagnostik bei Systemerkrankungen
Vorsitzende/r: Carl Erb (Berlin), Gabriele E. Lang (Ulm)

Augenärztliche Befunde können im interdisziplinären Wirken mit Internisten, Dermatologen und Neurologen von großer Bedeutung sein. Ziel dieses Symposiums ist es, diese ophthalmologischen Besonderheiten herauszustellen und sie für die anderen Fachgruppen besser zur Verfügung zu stellen.
Referent/in: Carl Erb (Berlin)
Herz-Kreislauf-Erkrankungen stellen die häufigsten Erkrankungen in den westlichen Industrienationen dar und haben einen negativen Einfluss auf die okuläre Mikrozirkulation. Morphologische Marker sind konjunktivale Mikroaneurysmen, eine blasse Papille und eine vermindere Arterio-venöse Ratio der retinalen Gefäße < 0,8. Messtechnisch zeigt sich im Retinal Vessel Analyzer eine endotheliale Dysfunktion der retinalen Arterien, in der Farb-Doppler-Sonographie verminderte Blutflußgeschwindigkeiten in den extraokularen Gefäßen und eine reduzierte makuläre Kapillardichte in der Fluorenzenzangiographie. In den elektrophysiologischen Untersuchungen zeigt sich eine Beeinträchtigung des multifokalen Elektroretinogramms. Bei den funktionellen Störungen sind unter anderem erworbene Farbsinnstörungen und perimetrische Auffälligkeiten nachweisbar. Letztendlich haben Herz-Kreislauf-Erkrankungen einen erheblichen Einfluss auf die ophthalmologischen Untersuchungen und sollten als Überlagerungseffekte bei Augenerkrankungen berücksichtigt werden.
Referent/in: Gabriele E. Lang (Ulm)
Der Diabetes mellitus führt zu Veränderungen aller okulärer Strukturen. Gehäuft treten bei den Patienten z.B. auch Sicca-Symptomatik oder Augenmuskelparesen auf. Daher sind alle ophthalmologischen Untersuchungsmethoden optional erforderlich. Die ophthalmologische Diagnostik ist besonders wichtig in Bezug auf die diabetische Retinopathie. Dabei kommt die bildgebende Diagnostik einschließlich Fundusfotografie, optische Kohärenztomographie und optische Kohärenztomographie zum Einsatz.
Referent/in: Lutz E. Pillunat (Dresden)
Referent/in: Andrea Hassenstein (Hamburg)
Bei der neurodegenerativen Erkrankunge MS (Multiple Sklerose) ist ein Zusammenhang zwischen dem MS Stadium und der Dicke der RNFL oder auch des TMV im OCT deutlich nachzuweisen (RNFL retinale Nervenfaserschicht und TMV Totales Makulavolumen). Inwieweit dies auch für neurodegenerative Erkrankungen wie M. Alzheimer oder M. Parkinson gilt, zeigt sich weniger deutlich. Die Wertigkeit der ophthalmologischen Diagnostik (einfach und nicht invasiv) im Vergleich zur invasiveren neurologischen Diagnostik wie die Kernspintomographie soll dargestellt werden (Hamburger EBI-Studie: eye and brain Imaging).
Referent/in: Klaus Rüther (Berlin)
Alle Strukturen des Auges können im Rahmen einer systemischen Therapie Veränderungen erfahren. Einen besonderen funktionellen Stellenwert haben dabei Veränderungen von Netzhaut und Sehnerv. Diagnostisch sind neben der ophthalmologischen Basisdiagnostik die Gesichtsfeldprüfung, Farbsehts, das mulitfokale und Ganzfeld-Elektroretinogramm sowie bildgebende Verfahren von Netzhaut und Sehnerv von besonderer Bedeutung.
Referent/in: Christoph Tappeiner (Bern)
Kollagenosen umfassen eine heterogene Gruppe von systemischen Autoimmunerkrankungen, die sich vor allem am Bindegewebe abspielen und Ähnlichkeiten in den klinischen Befunden und Laborparametern aufweisen. Zu den Kollagenosen zählen unter anderem der Systemische Lupus erythematodes (SLE), die Polymyositis und Dermatomyositis, die Sklerodermie, das Sjögren-Syndrom und Mischkollagenosen (Sharp-Syndrom). Dieser Vortrag gibt einen Überblick über Klassifikation und klinische Aspekte dieser Systemerkrankungen. Typische ophthalmologische Befunde werden anhand von konkreten Beispielen dargestellt.