Symposien Donnerstag

Änderungen im Programmablauf vorbehalten.

 
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Saal A&B 16:15 - 17:45 01.10.2015
Symposium Do22
Neue Optionen in der Behandlung der Frühgeborenenretinopathie - Eine interdisziplinäre Herausforderung
Vorsitzende/r: Andreas Stahl (Freiburg), Tim U. Krohne (Bonn)

Alle Behandler von Kindern mit Frühgeborenenretinopathie stehen aktuell gemeinsam vor der Herausforderung, den Stellenwert neuer Therapieoptionen in dieser ganz speziellen Gruppe extrem vulnerabler Patienten zu finden und richtig einzuordnen. Es sind derzeit beispielsweise bei weitem noch nicht alle Fragen bezüglicher lokaler und systemischer Langzeit(neben)wirkungen der anti-VEGF Therapie bei Frühgeborenenretinopathie beantwortet. Diese Fragen können nur in einem interdisziplinären Ansatz und mit stringent durchgeführten Studien beantwortet werden. Dieses Symposium widmet sich daher der klaren Benennung der aktuell zu beantwortenden Fragen und versucht, Empfehlungen zu geben, wie diese offenen Fragen systematisch und in Zusammenarbeit zwischen Ophthalmologen und Neonatologen beantwortet werden können.
Referent/in: Wolfgang Göpel (Lübeck)
Das Deutsche Frühgeborenen Netzwerk ist eine vom BMBF geförderte Kohortenstudie zur langfristigen Entwicklung Frühgeborener mit einem Geburtsgewicht unter 1500 Gramm. Seit dem Jahr 2009 konnten mehr als 10000 Frühgeborene in diese Studie eingeschlossen werden. Wir berichten über die Häufigkeit der Frühgeborenenretinopathie (und der damit verbundenen Therapien) und präsentieren erste Ergebnisse der Follow-up Untersuchungen der Kinder im Alter von 5 Jahren.
Referent/in: Johanna Walz (Regensburg)
Das Retina.net ROP Register wurde gegründet, um Fälle behandlungsbedürftiger Frühgeborenenretinopathie in Deutschland in einem gemeinsamen Ansatz mehrerer Zentren zu sammeln. Ziel ist die epidemiologische Untersuchung von Behandlungsmustern und Erkrankungsverläufen. Hier werden die ersten Ergebnisse von 90 behandelten Kindern aus 9 Kliniken hinsichtlich demographischer Daten, Behandlungsmethoden und Komplikationen vorgestellt.
Referent/in: Tim U. Krohne (Bonn)
Viele praktische Aspekte der Anti-VEGF-Therapie der ROP sind bisher nur unzureichend untersucht, wie z.B. die Entscheidung zwischen Anti-VEGF-Therapie und Laserbehandlung, die Wahl des geeignetsten Medikaments und der Dosierung, Dauer und Frequenz der Nachkontrollen und Behandlung von Spätrezidiven. Die aktuelle wissenschaftliche Datenlage und Fallbeispiele werden dargestellt, um soweit möglich Behandlungsempfehlungen abzuleiten.
Referent/in: Isabel Oberacher-Velten (Regensburg)
Nach intravitrealer Injektion von VEGF-Antikörpern (Bevacizumab oder Ranibizumab) bei einer behandlungsbefürftigen RPM in Zone I oder zentraler Zone II ergab sich bei insgesamt 13 Kindern ein gutes anatomisches Ergebnis. Keines der Kinder entwickelte Komplikationen im vorderen oder hinteren Augenabschnitt. Eine zweite Behandlung war bei zwei von neun der mit Bevacizumab sowie bei zwei von vier der mit Ranibizumab therapierten Kinder erforderlich. Höhere Myopien wurden bei einzelnen Kindern mit einer Zone-I-Erkrankung gesehen.
Referent/in: Axel Franz (Tübingen)
Extrem unreife Frühgeborene stellen ein Hochrisiko-Patientenkollektiv dar mit hoher Morbidität und Mortalität. Die große Mehrzahl der bei der Behandlung eingesetzten Medikamente ist für dieses Kollektiv nicht zu gelassen oder auf Sicherheit und Wirksamkeit geprüft, weshalb klinische Studien besonders wichtig sind. Gleichzeitig stellt die richtige Bewertung von unerwünschten Ereignissen eine große Herausforderung dar. Besonnene Pharmakovigilanz-Systeme - auch angesichts limitierter Budgets in Investigator-Initiated-Trials, und die Förderung großer Studien, die eine Sicherheitsbewertung erst ermöglichen, sind deshalb erforderlich.
Referent/in: Andreas Stahl (Freiburg)
Die BEAT-ROP-Studie verglich 2011 erstmals in einer randomisierten Studie die Anti-VEGF-Therapie bei Frühgeborenenretinopathie mit der etablierten Lasertherapie. Seitdem hat sich eine Vielzahl neuerer Studien der Frage angenommen ob und in welchen Fällen diese neue Therapieoption sinnvoll ist. Der Vortrag wird daher die Chancen aber auch die noch offenen Fragen einer Anti-VEGF-Therapie bei Frühgeborenenretinopathie anhand aktueller Studiendaten diskutieren. Ein besonderer Schwerpunkt wird dabei auf Dosierung, Wahl der Substanz und Langzeitsicherheit liegen.