Symposien Donnerstag

Änderungen im Programmablauf vorbehalten.

 
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Saal 2 09:45 - 11:15 01.10.2015
Symposium Do10
Medizin für Mäuse? Hürden der klinischen Translation aus Sicht akademischer Grundlagenforschung und pharmazeutischer Industrie
Vorsitzende/r: Wolf Lagrèze (Freiburg), Oliver Zeitz (Hamburg)

Die Wahrscheinlichkeit, dass sich ein im präklinischen Versuch erfolgreiches Therapiekonzept in eine klinische Anwendung überführen lässt, liegt aktuell bei ca. 1%. In diesem Symposium werden die Gründe dafür und geeignete Maßnahmen zur Verbesserung der Situation diskutiert. Ein besonderer Fokus wird dabei auf die Qualität und die Kontrollen in der präklinischen Forschung gelenkt. Ein weiterer Aspekt ist die Wissenstranslation im Bereich des Scientific publishing.
Referent/in: Wolf Lagrèze (Freiburg)
Die Wahrscheinlichkeit, dass sich ein im präklinischen Versuch erfolgreiches Therapiekonzept in eine klinische Anwendung überführen lässt, ist ernüchternd gering. Einer der Gründe dafür ist mangelnde Validität und Reproduzierbarkeit präklinischer Experimente. In dem Vortrag werden dazu aktuellen Fakten präsentiert und Maßnahmen zur Verbesserung diskutiert.
Referent/in: Oliver Zeitz (Hamburg)
Die Übersetzung – Translation - präklinischer Forschungsergebnisse in die klinische Anwendung ist das oberste Ziel der meisten klinischen Wissenschaftler. Die frühzeitige, visionäre Planung wie genau eine zukünftige Therapie aussehen kann, ist ein wesentlicher Erfolgsfaktor. Nur in den frühen Entwicklungsphasen können Weichen noch relativ einfach und kostengünstig gestellt werden. Bestehen in den frühen Phase Zweifel, ob ein Entwicklungskandidat die Erwartungen erfüllt, sollten frühzeitig Konsequenzen gezogen werden. Success factors of translational Projects The translation of pre-clinical results into clinical applications is the goal of most clinical scientists. Early, visionary planning of how a future therapy may look like is the key success factor. Only during the early development phases, changes to plan can be implemented efficiently and at reasonable costs. If there is doubt during the early development phases as to whether the new candidate will fulfill the expectations for the targeted therapy profile, consequences have to be drawn early on.
Referent/in: Ulrich Dirnagl (Berlin)
Präklinische Forschung bedient sich zweier komplementärer Modi operandi: Zum einen die Untersuchung einer fast unbegrenzten Vielzahl von pathophysiologischen Mechanismen und Konzepten zum Zwecke der Identifikation von potentiellen diagnostischen oder therapeutischen Zielen (Exploration), zum anderen die Generierung von robuster Evidenz für die Effektivität der so identifizierten neuen Therapien in Modellen von Erkrankungen des Menschen (Konfirmation). Beide Forschungs-Modi haben unterschiedliche Herangehensweisen (exp. Design, Methodik, etc.) und unterliegen unterschiedlichen Herausforderungen bezüglich ihrer internen und externen Validität (Typ I und II Fehler, Power, Verhinderung von Bias, etc.). Ein Schlüssel zur Überwindung der gegenwärtigen ´Reproduzierbarkeitskrise´ und des ´translational roadblocks´ der Biomedizin kann darin liegen, Forschungspraktiken zu etablieren und sicher zu stellen, welche diese jeweiligen Besonderheiten berücksichtigen und zum gegenseitigen Vorteil nutzen. (s.a. PLoS Biology 2014; 12(5): e1001863)
Referent/in: Gerd Antes (Freiburg)