Symposien Donnerstag

Änderungen im Programmablauf vorbehalten.

 
dt
von Graefe Saal 08:00 - 09:30 01.10.2015
Symposium Do01
Medizinische Mythen in der Augenheilkunde
Vorsitzende/r: Tim U. Krohne (Bonn), Peter Charbel Issa (Bonn), Nicolas Feltgen (Göttingen)

In dieser Sitzung werden weitverbreitete Mythen in der Augenheilkunde vor dem Hintergrund des Kongressmottos "grundlagenbasiert und interdisziplinär" auf den Prüfstand gestellt. Beispiele für Irrglauben umfassen u.a. die "Iodallergie" auf Betaisodona oder ICG  die Notwendigkeit einer perioperativen Umstellung von Antikoagulanzien, die Kontraindikation für Augendiagnostika und -therapeutika in Schwangerschaft und Stillzeit, die Gefahren einer natürlicher Entbindung für vorbestehende Augenerkrankungen und die Risiken einer Fluoreszenzangiographie bei systemischen Erkrankungen.
Referent/in: Tim U. Krohne (Bonn)
Bei Patienten mit anamnestischer „Iod-Allergie“ wird zur Vermeidung einer allergischen Reaktion oder gar eines anaphylaktischen Schocks oftmals auf eine präoperative Desinfektion mit Povidon-Iod verzichtet, was nachgewiesenermaßen mit einem signifikant erhöhten Risiko einer postoperativen Endophthalmitis einhergeht. Ist ein solches Vorgehen sinnvoll, oder handelt es sich bei der „Iod-Allergie“ lediglich um einen medizinischen Mythos, der die Sicherheit der Patienten gefährdet?
Referent/in: Nicolas Feltgen (Göttingen)
Die Umstellung von Antikoagulantien vor ophthalmochirurgischen Eingriffen ist noch immer üblich, obwohl der Nachweis fehlt, dass diese Umstellung in der Regel wirklich erforderlich ist. Im Gegenteil werden die Patienten sogar einem erhöhten Risiko thromboembolischer Ereignisse ausgesetzt. In dem Beitrag sollen die verfügbaren Daten dargestellt und die klinischen Konsequenzen dargestellt und diskutiert werden.
Referent/in: Peter Charbel Issa (Bonn)
Die Angiographie ist eine häufig angewandte invasive retinologische Diagnostik. Insgesamt besteht eine gute Verträglichkeit und Sicherheit der Prozedur, jedoch besteht häufiger eine Unsicherheit bzgl. der Anwendbarkeit bei Patienten mit Niereninsuffizienz und Schilddrüsenerkrankungen. Mythos oder Fakt – was ist die Rationale für diese Unsicherheit?
Referent/in: Thomas Neß (Freiburg)
Die Behandlung von Erkrankungen während der Schwangerschaft und Stillzeit ist eine außergewöhnliche Situation für Augenarzt und Patientin/Angehörige. Sie ist von Ängsten geprägt. Viele Behandlungen sind aber auch in der Schwangerschaft ohne erhöhtes Risiko für Mutter und Kind möglich. Bei anderen Therapien sind besondere Vorgehensweisen notwendig. Der Vortrag soll die Möglichkeiten und Grenzen einer lokalen und systemischen Therapie von Augenerkrankungen in der Schwangerschaft und Stillzeit aufzeigen und Ängste abbauen.
Referent/in: Anselm Jünemann (Rostock)