Postersitzungen, Samstag, 3.10.2015

 
Foyer Estrel 13:15 - 14:15 03.10.2015
Postersitzung PSa11
Diverse Themen Miscellaneous
Vorsitzende/r: Karl Ulrich Bartz-Schmidt (Tübingen), Florian Gekeler (Stuttgart)

Referent/in: Jens Bühren (Frankfurt am Main)
Hintergrund: Die vorliegende Studie untersucht die Eignung eines ins Deutsche übersetzten Fragebogens zur Evaluation von Verfahren zur Presbyopiekorrektur in deutscher Sprache. Methoden: Der Fragebogen mit 18 Items wurde aus dem Englischen ins Deutsche übersetzt, den hiesigen Gepflogenheiten angepasst und hinsichtlich des Wortlautes nach Befragen von Personen verschiedener Altersgruppen auf einfache Verständlichkeit überprüft. Dieser Fragebogen wurde von 20 Patienten mit Zustand nach Implantation einer monofokalen Intraokularlinse, 20 presbyopen Probanden sowie 20 jungen Kontrollprobanden zweimalig im Abstand von mindestens 1 bis 7 Tagen ausgefüllt. Mittels Rasch-Analyse wurde die Skala angepasst sowie eine Itemreduktion durchgeführt. Die Überprüfung der Wiederholbarkeit des Rasch-basierten Gesamtwertes des Fragebogens erfolgte mittels Bland-Altman-Statistik, während die Trennschärfe zwischen den einzelnen Gruppen mittels receiver-operating characteristic (ROC) curve analysis überprüft wurde. Ergebnisse: Basierend auf den Fit-Statistiken wurden 7 Items eliminiert und die Antwortskala auf 3 Punkte reduziert. Die Bland-Altman Statistik ergab eine gute Übereinstimmung zwischen den Ergebnissen des ersten und zweiten Ausfüllens des Fragebogens. Nach der Itemreduktion ergaben sich folgende Werte: COR=1,8 (59,6%) für die Fragen mit ehemals 6 verschiedenen Kategorien und COR=2,7 (58,4%) für die Fragen mit ehemals 4 Kategorien. Bei der ROC-Analysie zeigte sich eine befriedigende Trennschärfe sowohl beim Vergleich der presbyopen Probanden mit den Kontrollprobanden (AzROC=0,703 bzw. 0,768) als auch beim Vergleich der pseudophaken Probanden mit den Kontrollprobanden (AzROC=0,61 und 0,893). Die Reliabilitätsprüfung wurde durch Cronbach-alpha dargestellt und lag im akzeptablen Bereich (0,76 bzw 0,56). Schlussfolgerungen: Der auf 11 Items reduzierte Fragebogen stellt ein valides Instrument dar, um eine Beurteilung des Zustandes alterssichtiger Patienten nach Korrekturverfahren im Hinblick auf deren subjektive optische Nahsehfähigkeit zu ermöglichen.
Referent/in: Alexander Schuster (Mainz)
Fragestellung: Die weltweit häufigste Ursache für eine Sehminderung ist ein nicht korrigierter Refraktionsfehler. Ein Astigmatismus kann das Sehen sowohl in die Ferne, als auch in die Nähe einschränken. Wir untersuchten die Verteilung von refraktivem, cornealem und okulär residuellem Astigmatismus in einer deutschen Bevölkerung und analysierten assoziierte Faktoren auf die Ausprägung der Astigmatismen. Methodik: Eine bevölkerungsbasierte Querschnittsstudie wurde als Teil der Gutenberg-Gesundheitsstudie durchgeführt. Eine ausführliche ophthalmologische Untersuchung unter anderem mit Refraktion, Tonometrie und Scheimpflug Bildgebung der Hornhaut (Pachycam, Oculus) fand neben anderen allgemeinmedizinischen und internistischen Untersuchungen statt. Zusätzlich zu Stärke und Achse des refraktiven und cornealen Astigmatismus wurde der okulär residuelle Astigmatismus bestimmt. Mittels multipler quantiler Regressionsanalyse wurden assoziierte Faktoren mit refraktivem, cornealem und okulär residuellem Astigmatismus eruiert. Ergebnisse: 13558 Personen (49% Frauen) mit einem mittleren Alter von 54.0 +/- 9.0 Jahren (Spanne von 35 bis 74 Jahren) wurden in die Auswertung eingeschlossen. Die Verteilung des refraktiven Astigmatismus war zweigipflig. Höheren Astigmatismen lagen entweder als Astigmatismus mit-der-Regel- oder gegen-die-Regel vor. Der corneale Astigmatismus zeigte höhere Astigmatismen in Mit-der-Regel-Position, während für den okulär residuellen Astigmatismus höhere Astigmatismen in Gegen-die-Regel-Position auftraten. Assoziierte Faktoren auf die Stärke des Astigmatismus waren Keratometrie, Alter und Geschlecht in den verschiedenen Astigmatismen (p< 0.001). Der refraktive Astigmatismus war positiv mit dem Alter assoziiert, der corneale Astigmatismus negativ. Frauen hatten einen geringeren refraktiven, dafür einen höheren cornealen Astigmatismus im Vergleich zu Männern. Schlussfolgerung: Wir konnten in der bisher größten kauskasischen bevölkerungsbasierten Kohortenstudie die Verteilung des Astigmatismus und seine assoziierten Faktoren aufzeigen. Höhere Astigmatismen in horizontaler Orientierung (180°, mit-der-Regel) werden durch den cornealen Astigmatimus hervorgerufen. Im Gegensatz hierzu wird ein höherer Astigmatismus in vertikaler Orientierung (90°) durch den okulär residuellen Astigmatismus erklärt, also vor allem durch Linsenveränderungen. Assoziierte Faktoren mit der Stärke des Astigmatismus sind eine höhere Brechkraft der Hornhaut, Alter und Geschlecht.
Referent/in: Jens Bühren (Frankfurt am Main)
Zusammenfassung: Erstellung einer altersnormierten Datenbank mit Normwerten für corneale Aberrationen höherer Ordnung der Hornhautvorder- und Rückfläche mittels Scheimpflug-Tomographie. Probanden und Methoden: In eine retrospektive Studie wurden gesunde 500 Augen von 500 Kaukasiern (Alter zwischen 20 und 70 Jahre) eingeschlossen und nach Alter dekadenweise in Gruppen von je 100 Augen eingeteilt. Corneale Aberrationen höherer Ordnung wurden mittels hochauflösender Scheimpflug-Tomographie (Pentacam HR, Oculus Optikgeräte GmbH, Wetzlar) vermessen und mittels Raytracing für die gesamte Hornhaut rekonstruiert (2.-6. Zernike-Ordnung, 6 mm Pupillendurchmesser). Ergebnisse: Im Mittel lag der Effektivwert (RMS-Wert) der gesamten Aberrationen höherer Ordnung bei 0.43 µm für die Hornhautvorderfläche (Rückfläche: 0,19 µm). Für Augen zwischen 20 und 30 Jahren betrug dieser Wert 0.38±0.12 µm (Rückfläche: 0.19±0.05 µm, gesamte Hornhaut: 0.37±0.11 µm). In der korrespondierenden Gruppe zwischen 60 und 70 Jahren lagen die gesamt-RMS-Werte bei 0.51±0.16 µm (Rückfläche: 0.19±0.06 µm, gesamte Hornhaut: 0.54±0.19 µm). Für die RMS-Werte der anterioren Coma sowie der sphärischen Aberration liessen sich schwach signifikante (p< 0,05) Altersabhängigkeiten nachweisen. Schlußfolgerungen: Die auf einem Normalkollektiv basierenden RMS-Werte cornealer Aberrationen höherer Ordnung wiesen eine Altersabhängigkeit auf.
Referent/in: Bastian Tonn (Frankfurt)
Fragestellung: Die Beschreibung von Abweichungen zwischen kornealen Astigmatismuswerten, in der 15°-Zone durch simulierte Keratometrie (CASim-K) und in der 3mm-Zone und 4mm-Zone durch Total Corneal Refractive Power (CATCRP) via Scheimpflug-Tomographie ermittelt. Methodik: Analyse von Messdaten der Scheimpflug-Tomographie des kornealen Astigmatismus in der 3mm-Zone (CATCRP3) und 4mm-Zone (CATCRP4), mittels Raytracing berechnet. Werte der simulierten Keratometrie (CASim-K) wurden in der 15°-Zone erhoben. Die Bestimmung der Hauptvektoren von CATCRP in einzelnen Ringzonen (1mm-Zone bis 8mm-Zone) und Vektordifferenzen zwischen CASim-K, CATCRP3 und CATCRP4 erfolgte durch Vektoranalyse. Ergebnisse: 3818 gesunde, zuvor unoperierte Augen wurden ausgewertet. Die Brechkraft war i.D. 1,15 Dioptrie (dpt) ± 0,90 für CASim-K, 1,13 dpt ± 0,89 für CATCRP3 und 1,10 dpt ± 0,89 für CATCRP4. Die Hauptvektoren betrugen für CATCRP1 0,53 dpt ± 0,89, CATCRP2 0,55 dpt ± 0,91, CATCRP3 0,56 dpt ± 0,89, CATCRP4 0,57 dpt ± 0.89, CATCRP5 0,61 dpt ± 0,90, CATCRP6 0,66 dpt ± 0,91, CATCRP7 0,70 dpt ± 0,94 und CATCRP8 0,74 dpt ± 0,96. Ein Astigmatismus mit vertikaler Ausrichtung (60° bis 120°) trat in 71,2% auf der Vorderfläche (CAant) und in 88,8% auf der Hinterfläche (CApost) der Kornea auf. Bei vertikaler Ausrichtung von CAant, ist CApost in 97% vertikal ausgerichtet und CASim-K überschätzt den kornealen Gesamtastigmatismus (i.D. -0,11 dpt ± 0,22 für CATCRP3, bzw. -0,12 dpt ± 0,14 für CATCRP4). Bei horizontaler Ausrichtung von CAant, ist CApost in 18% horizontal ausgerichtet und CASim-K unterschätzt den kornealen Gesamtastigmatismus (i.D. 0,26 dpt ± 0,31 für CATCRP3, bzw. 0,19 dpt ± 0,17 für CATCRP4). I.D. betrug die Vektordifferenz von CATCRP3 und CASim-K 0,18 dpt bei 178°, von CATCRP4 und CASim-K 0,16 dpt bei 178° und von CATCRP3 und CATCRP4 0,02 dpt bei 1°. Abweichungen von CASim-K bis einschließlich 0,25 dpt wurden für CATCRP3 bei 71,2%, für CATCRP4 bei 83,5% und für CATCRP5 bei 85,0% der Augen gemessen. Messdifferenzen zu CASim-K bis einschließlich 0,5 dpt wurden für CATCRP3 bei 94,2%, für CATCRP4 bei 99,1% und für CATCRP5 bei 99,0% gemessen. Schlussfolgerung: CATCRP steigt mit Erweiterung des Messbereichs. In der Mehrzahl der Fälle (bei vertikaler Ausrichtung des vorderen Astigmatismus) neigt CASim-K zu Überschätzung. Obwohl CASim-K bei 15° gemessen wird und daher am ehesten CATCRP3 entsprechen sollte, stellten wir eine größere Übereinstimmung zu CATCRP4 fest.
Referent/in: Conrad Hoffmann (Dresden)
Fragestellung: Einfluss unterschiedlicher Sklerotomie-Nähte auf den postoperativen Hornhaut-Astigmatismus. Material/Methoden: An insgesamt 30 enukleierten Schweineaugen wurden drei verschiedene Nahttechniken untersucht. Nach Fixierung des Auges erfolgte die erste Hornhaut-Topographie mittels Pentacam. Unter der Simulation einer OP am linken Auge wurden die Sklerotomien auf den Positionen 10, 2 und 3 Uhr durchgeführt. In Gruppe 1 erfolgten alle Sklerotomie-Nähte mittels Kreuznaht. In Gruppe 2 wählten wir nur für die 3 Uhr Position eine Kreuznaht, für die anderen beiden erfolgte der Wundverschluss durch zwei parallele Einzelknüpfnähte. In Gruppe 3 wurde weiterhin die Kreuznaht auf der 3 Uhr Position verwendet, allerdings für die restlichen Sklerotomien nur eine Einzelknüpfnaht gelegt. Nach Verschluss aller Sklerotomien erfolgte die erneute Hornhaut-Topographie. Ergebnisse: In Gr. 1 bestand ein präop. Astigmatismus von im Mittel 1,25 D (SD = 0,63; Range: 0,4 – 2,2 D) und ein postop. Astigmatismus von 2,55 D (SD = 0,62; Range 1,5 – 3,4 D). Die Astigmatismus-Differenz (Δ-Astig.) betrug 1,3 D. im Mittel (p=0,003). In Gr. 2 bestand ein präop. Astigmatismus von im Mittel 1,41 D (SD = 0,81; Range: 0,2 – 2,8 D) und ein postop. Astigmatismus von 1,68 D (SD = 0,99; Range 0,1 – 3,3 D). Δ-Astig. betrug 0,27 D im Mittel (p = 0,3). In Gr. 3 bestand ein präop. Astigmatismus von im Mittel 1,37 D (SD = 0,7; Range: 0,6 – 2,6 D) und ein postop. Astigmatismus von 1,69 D (SD = 0,85; Range 0,6 – 3,5 D). Δ-Astig. betrug 0,32 D im Mittel (p = 0,19). Vergleicht man Δ-Astig. zwischen den 3 Gruppen mittels t-Test so zeigen sich folgende Ergebnisse : Gr. 1 vs. Gr. 2 zeigt einen stat. sig. Unterschied von Δ-Astig. von p = 0,034, Gr. 1 vs. Gr. 3 zeigt ebenfalls einen stat. sig. Unterschied von Δ-Astig. von p = 0,016. Vergleicht man Δ-Astig. von Gr. 2 vs. Gr. 3, so besteht kein stat. sig. Unterschied mit p = 0,49. Diskussion:In Gr. 1 besteht ein höherer postop. Astigmatismus. In Gr. 2 und 3 zeigt sich ein tendenziell höherer postop. Astigmatismus, allerdings ohne stat. Signifikanz. Vergleicht man Δ-Astig. zwischen den jeweiligen Gruppen, so zeigt sich, dass sowohl zwischen Gr. 1 und Gr. 2 als auch zwischen Gr. 1 und Gr. 3 ein stat. sig. Unterschied besteht mit jeweils niedrigeren Δ-Astig. als in Gr. 1. Der Sklerotomie-Verschluss mittels Einzelknüpfnähten zeigte einen signifikant geringeren postop. Astigmatismus. Eine mögliche Erklärung hierfür ist die resultierende Zugrichtung der Nähte.
Referent/in: Eckhard Roth (Düsseldorf)
Fragestellung: Im Rahmen einer Untersuchung zur Fahrrad-Fahrtüchtigkeit unter Alkohol wurden die Probanden ophthalmologisch betreut. Untersucht wurde in wieweit mit augenärztlichen Parametern sowohl die Alkoholisierung, als auch die Fahrtüchtigkeit bestimmt werden konnte. Methodik: Die Fahrrad-Fahrtüchtigkeit von 78 Probanden (37 weiblich, 41 männlich), von denen 5 Probanden weimal teilnahmen (83 Versuche gesamt), wurde untersucht. Die Probanden wurden nach den folgenden Kriterien ausgewählt: - Alter zwischen 18 und 53 Jahren - Fähigkeit ein Fahrrad zu fahren - Gesundheitsbescheinigung - Erfahrung mit Alkoholkonsum - Einverständniserklärung - Negatives Drogenscreening (Urin) Akute Krankheit, zurückliegender Drogenmissbrauch, regelmäßige Medikation, Störungen der Leberfunktion und Schwangerschaft galten als Ausschlusskriterium. Während der Fahrversuche wurden kontinuierlich die Fusionsbreiten der Probanden horizontal und vertikal ausgemessen. Ergebnis: Sowohl die absoluten Fusionsbereiche, als auch die relativen Fusionsbreiten-Änderungen wiesen eine hohe Streuung auf. Schlussfolgerung: Aufgrund der starken Streuung der Versuchsergebnisse können die Fusionsbreiten nicht als ophthalmologischer Parameter als Maß für die Alkoholisierung und Fahrtüchtigkeit herangezogen werden.
Referent/in: Kristian Gerstmeyer (Minden)
Fragestellung: Wenige Jahre nach Entdeckung des Radiums durch Marie und Pierre Curie schöpfte man Hoffnung, durch die mystisch erscheinende Sichtbarkeit selbstleuchtender Radiumpräparate bei geschlossenen oder verbundenen Augen Blinde sehend zu machen oder eine Amblyopie ex Anopie zu vermeiden. Als Ursache für die Lichperzeption wurden Fluoreszenzeffekte und eine direkte Wirkung auf die Photorezeptoren diskutiert. Methodik: Selektive Literaturrecherche in PubMed, Analyse und Zusammenfassung von Publikationen aus zusätzlicher Handsuche. Ergebnis: Der Physiologe Efim Semenovich London (1868-1939) benutzte in St. Petersburg Radiumstrahlen, um Blinden eine Art optischer Vorstellung beispielsweise von unterschiedlichen geometrischen Figuren zu geben, die er mit Radiumkristallen in die Luft malte. Er entwickelte eine sogenannte „Silhouettenmethode“ zur Verwendung im Blindenunterricht. Auf einem mit Radium zur Fluoreszenz angeregten Schirm ließ er Buchstaben des russischen Alphabetes aufleuchten, um Blinden schreiben und lesen zu ermöglichen. Ein Hauptkritikpunkt seiner Untersuchungen war die Notwendigkeit einer noch vorhandenen Lichtperzeption seiner Probanden, so dass eine Amaurose im wissenschaftlichen Sinne nicht vorlag. Auch schien es möglich, ähnliche Ergebnisse mit einer konventionellen elektrischen Beleuchtung oder einer Petroleumlampe zu erzielen. Schlussfolgerung: Die mit dieser Methode verbundene internationale Euphorie läßt sich vor dem Hintergrund des mit der Entdeckung des Radiums verbundenen szientistischen Optimismus und Pragmatismus zu Beginn des 20. Jahrhunderts verstehen. Eine Heilung von Blindheit im eigentlichen Sinne war nicht möglich. Mit zunehmender Kenntnis einer möglichen Strahlenschädigung und neuen operativen Techniken (Keratoplastik) wurde diese Methode aufgegeben. Sie ist ein vergessenes Beispiel für die breite Anwendung von Radium in der Medizin, die sich bis in die sechziger Jahre des 20. Jahrhunderts verfolgen läßt.
Referent/in: Natarajan Perumal (Mainz)
Introduction: The aqueous humor (AH) contains proteins secreted from the anterior segment tissues, and perturbance in the balance of these proteins correlate to the pathogenesis or prognosis of many ocular disorders, including cataract and glaucoma. Nevertheless, the AH proteome is still poorly defined due to interfering high abundance proteins, unavailability of suitable animal models to study this disorder, and limited proteomic technologies. This makes this ocular fluid an attractive candidate for in-depth proteomics analysis. Purpose: The aim of this study was to extensively characterize the AH proteome of cataract patients employing an advanced proteomics approach. Methods: In this study, discovery-based proteomics was used to analyze AH from patients who underwent cataract surgery and samples were categorized according to their gender (n=15 females and 15 males). Three independent label-free quantitative experiments based on an optimized proteomics platform was employed to identify in-depth the AH proteome, subsequently to assess the gender differences. Results: A total of 145 proteins were identified in the AH of all patient samples, with less than 1% false discovery rate, which represents one of the largest numbers of human AH proteins reported to date. This study also demonstrated that only top 10 AH major proteins from the total proteins make up almost 90% of the total identified proteome. In addition, the Pearson coefficient between the male and female groups was 0.99 ± 0.01. The quantification analysis demonstrated for the first time that there are no significant differences observed between the AH proteome of male and female patients. This large number of identified proteins between the genders indicates the complex composition and important physiological functions of the human AH. Conclusions: This is among the first studies demonstrating the AH proteome of cataract patients with identification of high number of AH proteins. An optimized proteomics platform was successfully utilized to comprehensively profile the AH proteome. The method optimization and findings of this study is projected to facilitate the elucidation of disease pathogenesis, improve existing clinical diagnoses and evaluate the influence of medications on the structure, composition and secretion of AH proteins.​