Postersitzungen, Samstag, 3.10.2015

 
Foyer Estrel 13:15 - 14:15 03.10.2015
Postersitzung PSa04
Retina: Kasuistiken 2 Retina: Case Studies 2
Vorsitzende/r: Carsten Framme (Hannover), Arnd Gandorfer (Memmingen)

Referent/in: Christian Theinert (Leipzig)
Fragestellung: Präeklampsie und Eklampsie können zu einer Reihe von okulären Veränderungen sowohl prä- als auch postpartal führen. Dazu gehören eine hypertensive Retinopathie, ein Makula- sowie diffuses Netzhautödem, eine Papillophlebitis, Läsionen des retinalen Pigmentepithels (RPE), eine exsudative Ablatio retinae, arterielle und venöse Gefäßverschlüsse sowie eine ischämische Optikusneuropathie. Methodik: Berichtet wird ein Fall einer 27-jährigen Wöchnerin, bei der zwei Tage nach Entbindung ein beidseitiges Makulaödem sowie eine einseitige exsudative Ablatio retinae im Rahmen einer schweren Präeklampsie sowie eines HELLP-Syndroms (Hämolyse, erhöhte Leberenzymwerte, Thrombozytopenie) diagnostiziert worden war. Der Visus betrug initial beidseits Handbewegungen in einem Meter. Es wurde eine systematische Literaturrecherche durchgeführt. Ergebnis: Ein kompletter Rückgang des Ödems und der exsudativen Netzhautveränderungen konnten unter der Therapie mit oralem Azetazolamid und Prednisolon innerhalb von zwei Wochen verzeichnet werden. Es bestanden jedoch Veränderungen des retinalen Pigmentepithels, die zu einer persistierenden Reduktion der Sehschärfe führten. Schlussfolgerung: Schwere Präeklampsie und ein HELLP-Syndrom können schwerwiegende vaskuläre Veränderungen der Netzhaut und Visusverlust hervorrufen. Die Mehrzahl der Fälle in der Literatur beschreibt eine vollständige Erholung der visuellen Funktion, dagegen bestand in unserem Fall eine Reduktion der Sehschärfe fort. Der best-korrigierte Visus betrug bei der letzten Vorstellung beidseits 0,6.
Referent/in: Peter Georg Traine (Olten)
Problem: A flat posterior retinal detachment with spontaneous resolution was observed in a patient immediately after cataract surgery. Methods: Description of a single case with14 weeks follow-up. The development was documented by SD-OCT. Results: After an uneventful phacoemulsification with posterior chamber intraocular IOL implantation on the left eye (OS) the 46-year old male presented with a severe deterioration of best corrected visual acuity (preoperative: 0.33) to a level of hand movements at one meter on day one after surgery. The operated eye was preoperatively myopic (- 7.5 sph -0.25 cyl/106°, axial length: 26.95 mm) and presented posterior subcapsular lens opacifications. OCT presented a flat (maximum 807µm) retinal detachment of the posterior pole with a punctum maximum 4.2 mm temporal of the optic disc and 3.6 mm superior of the inferior vessel arch. The retinal detachment extended horizontally from the optic disc to 10 mm temporal; vertical diameter was more than 15 mm. Intraretinal cystoid fluid was present in the outer nuclear layer. Retinal detachment spontaneously resolved until the fourth postoperative day. SD-OCT presented defects of the external limiting membrane, the ellipsoid zone and the interdigitation zone. BCVA improved to 0.2 on day four, 0.5 after three weeks and 0.8 after three months. SD-OCT abnormalities had completely resolved until the final examination. Conclusions: To our knowledge this is the first report of a transient flat posterior retinal detachment after cataract surgery. A possible etiological explanation may be that the loss of lenticular volume may have caused transvitreal retinal traction mediated by the physiological strong adhesion of the vitreous to the posterior lens capsule and the central retina in this individual. SD-OCT examinations should be performed in all cases with unexplained low visual acuity early after cataract surgery.
Referent/in: Anna-Kristin Panzert (Dessau- Roßlau)
Fragestellung: Im Februar 2011 stellte sich erstmals ein 45 Jahre alter Patient mit einer plötzlichen, seit zwei Wochen bestehenden Visusminderung des rechten Auges vor. Der korrigierte Visus betrug rechts 0,8p. Funduskopisch zeigte sich eine Grubenpapille mit zentraler subretinaler Flüssigkeit. Nach zunächst konservativer Therapie mit 2x 500 mg Diamox p.o. kam es nur zu einem leichten Rückgang der subretinalen Flüssigkeit. Im Mai 2011 fiel der korrigierte Visus trotz konservativer Therapie auf 0,4 ab, sodass wir uns für eine Pars- plana- Vitrektomie entschieden. Methodik: Am 25.05.2011 führten wir eine 25G- Pars- plana- Vitrektomie mit Endolaserkoagulation im Bereich des temporalen Papillenrandes und SF6- Gastamponade komplikationslos durch. Der postoperative Verlauf gestaltete sich komplikationslos. Ergebnis: Postoperativ zeigte sich rasch ein Visusanstieg mit Abnahme der zentralen subretinalen Flüssgkeit. Bei der letzten Vorstellung im September 2013 betrug der Visus rechts korrigiert 1,0 mit residueller subretinaler Flüssigkeit im papillomakulären Bündel. Schlussfolgerung: Die Grubenpapille ist eine meist am temporalen Papillenrand gelegene, kleine gelblich- gräuliche Aushöhlung, in der die Abdichtung zwischen Aderhaut und Netzhaut unzureichend ist. Sie entsteht vermutlich als Folge eines inkompletten Verschlusses der Augenbecherspalte. In ca. der Hälfte aller Augen mit Grubenpapille entwickelt sich eine seröse Makulaabhebung. Diese kann zunächst beobachtet werden, da eine spontane Resorption in 25% der Fälle vorkommt. Bei fehlender Resorptionstendenz ist eine Pars-plana- Vitrektomie mit Endolaserkoagulation und Gastamponade indiziert.
Referent/in: Daniel Krause (Dortmund)
Fallvorstellung: Wir injizierten bei einer Patientin mit vitreomakulärer Traktion das Präparat Jetrea. Im Verlauf entwickelte das Patientenauge eine Amotio totales. Dieser Fall zeigt uns, dass die konsequente und vollständige Nachuntersuchung (inklusive medikamentöser Mydriasis) bei Patienten, die mit einer Jetrea- Injektion versorgt wurden, obligat ist.
Referent/in: Jens Heichel (Halle)
Hintergrund: Subhyaloidale Blutungen, ob spontan oder im Rahmen eines Valsalva-Manövers, können bei prämakulärer Lokalisation zum akuten Visusabfall führen. Die Nd:YAG-Laser-Membranotomie (NYLM) bietet eine minimal-invasive Behandlungsoption. Methodik: Anhand zweier Kasuistiken sollen unterschiedliche Verläufe nach erfolgter NYLM dargestellt werden. Bei dem einen Patienten (1) handelt es sich um einen 49jährigen Mann, welcher eine akute Visusreduktion (Handbewegungen) nach Migräneanfall mit Erbrechen erlitt. Funduskopisch stellte sich eine dichte subhyaloidale prämakuläre Blutung dar. Ein Tag nach der Blutung wurde eine NYLM durchgeführt. Die andere Kasuistik beschreibt eine 52jährige Patientin (2) mit schmerzlosem Visusabfall auf 0,1. Funduskopisch konnte ebenfalls eine subhyaloidale prämakuläre Blutung verifiziert werden. Ein auslösendes Ereignis war nicht eruierbar. Fünf Tage nach dem Ereignis wurde die NYLM durchgeführt. Anhand von Fundusfotos, Sonografie und Spec­tral-domain(SD)-OCT wurden die Verläufe dokumentiert. Ergebnisse: In beiden Fällen konnte ein Effekt der NYLM bei 2,2 mJ Laserenergie beobachtet werden. Bei Patient (1) kam es zunächst zu einem Visusanstieg auf 1,2. Im weiteren Verlauf entwickelte sich eine diffuse Glaskörpertrübung durch die frei gewordenen Blutungsreste. Der Visus betrug nun erneut Handbewegungen. Eine Vitrektomie wurde diskutiert, da sich eine verzögerte Resorption einstellte. Bei jedoch freier optischer Achse mit gutem Visus wurde sich dagegen entschieden. Die komplette Resorption dauerte mehr als 9 Monate. Bei der Patientin (2) zeigte sich ein allmählicher, aber konstanter Visusanstieg. Erst nach vier Wochen betrug der Visus 1,0. Die vitrealen Blutungsanteile waren insgesamt weniger und zeigten eine schnelle Resorption. Schlussfolgerung: Nach NYLM von subhyaloidalen Blutungen kann es trotz raschem Visusanstieg zu ausgeprägten Glaskörpertrübungen kommen, welche engmaschig zu kontrollieren sind. Fundusfotografie und SD-OCT sind geeignete Mittel zur Verlaufsbeurteilung.
Referent/in: André Klamann (Düsseldorf)
Fragestellung: Die Visusprognose ist bei unbehandelter großer submakulärer Begleitblutung vermutlich durch die Toxizität von Blutbestandteilen sehr limitiert und abhängig von der Ätiologie der Blutung. Verschiedene Therapieansätze – und kombinationen mit subretinaler oder intravitrealer enzymatischer Lyse durch recombinant tissue plasmin activator (rTPA) und VEGF-Hemmern und Verdrängung durch Gas wurde in meist kleinen Fallserien untersucht. Wir demonstrieren die Therapiemöglichkeit einer sofortigen intravitrealen recombinant tissue plasmin activator (rTPA)-Gabe kombiniert mit verzögerter kompletter Gasendotamponade. Methodik: Fallbericht: Erfaßt wurden Visus, intraokularer Druck (IOD), Spaltlampen- und Fundusbefund, die Größe und Position der submakulären Blutung vor und nach rTPA und kompletter Luft/20%SF6-Gasendotamponade bei einer Pars-plana-Vitrektomie (ppV). Ergebnis: Die Patientin (pseudophak) hatte ein Alter von 73 Jahren. Ophthalmologisch lagen außer einer trockenen AMD keine Vorerkrankungen vor. Vor Therapie lag der Visus bei 1/40 Metervisus (MV) und der IOD bei 15 mmHg. Submakulär bestand eine 3 mal 4 PD große submakuläre Blutung. Bei der Kontrolle nach 1,5 Monaten nach Behandlung wies die Patientin einen Visus von 0,4 und einen IOD von 18 mmHg auf ohne lokale oder systemische Drucksenkung. Schlussfolgerung: Die sofortige Behandlung einer subretinalen Blutung mit rTPA kombiniert mit einer verzögerten ppV kann zu einer schnellen Visusverbesserung führen. Der Beginn der Lyse durch rTPA tritt direkt nach Injektion auf. Eine komplette Lyse gelingt erst nach wenigen Tagen, so dass eine zusätzliche komplette Gastamponade zu einer sehr effektiven Verdrängung der Blutung führen kann bevor ein toxischer Effekt durch Blutbestandteile erfolgt.
Referent/in: Matthias Mischke (Hannover)
Ziel: Wir präsentieren zwei Fälle von „White-Dot-Syndromen“, an denen der Stellenwert der bildgebenden Diagnostik zur Diagnosefindung herausgestellt werden soll. Methoden: Fall 1: Es stellte sich ein 25jähriger Patient mit seit 2 Tagen bestehender beidseitiger Visusminderung verbunden mit Kopf- und Nackenschmerzen in unserer Ambulanz vor. Eine Woche zuvor habe er an einem viralen Infekt gelitten. Beidseits dezenter VK und GK-Reizzustand. Funduskopisch zeigten sich ausgedehnt subretinale gelblich-weiße Herde, teils konfluierend, teils prominent. Vereinzelt fleckige und streifige intraretinale Blutungen Fall 2: Ebenfalls stellte sich eine 19jährige Patientin mit seit einer Woche bestehender schmerzloser Visusminderung am rechten Auge vor. Keine Augenvorerkrankungen bekannt. Ein 2010 aufgetretenes Guillian-Barre-Syndrom sei ohne Residuen ausgeheilt. Am rechten Auge dezenter VK und GK-Reizzustand. Funduskopisch zeigten sich am rechten Auge ausgedehnt subretinale gelblich-weiße Herde, teils konfluierend. Am linken Auge zwei einzelne Herde am hinteren Pol. Beide Patienten erhielten eine SD- OCT, FAG, FAF und ICG. Zusätzlich erfolgte eine serologische Untersuchung, neurologische Vorstellung mit Lumbalpunktion, sowie eine Bildgebung (MRT). Ergebnisse: SD-OCT Fall 1: Schisisähnliches Bild mit Spaltung der Netzhaut in der der äußeren Körnerschicht. SD-OCT Fall 2: Verlust des geordneten Schichtaufbaus zwischen äußerer Körnerschicht und Fotorezeptoren. FAG Fall 1&2: Die FAG-Untersuchung zeigte sich im Bereich der Herde zunächst hypofluoreszent, im Verlauf hyperfluoreszent. ICG Fall 2: stetige Hypofluoreszenz im Bereich der Läsionen FAF Fall 1&2: gemischtes hypo- und hyperfluoreszentes Bild Schlussfolgerungen: Die Diagnose der APMPPE konnten anhand der klinischen Präsentation und der bildgebenden Diagnostik eindeutig gestellt werden. Anhand des SD-OCTs konnten vor allem die in der Literatur beschriebenen Veränderungen der äußeren Retinaschichten und des RPE eindeutig dargestellt werden. Des Weiteren muss eine interdisziplinäre Abklärung der möglichen Differentialdiagnosen und Komplikationen erfolgen.
Referent/in: Katerina Hufendiek (Hannover)
Background: PCL is a rare aggressive form of plasma cell diseases, characterized by the expansion of a clone of immunoglobulin type M-secreting terminally differentiated mature B cells. Hypergammaglobulinemia increases serum viscosity and is the most common cause of hyperviscosity syndrome (HVS). Another key disease-specific mechanism leading to hypercoagulability includes a hypofibrinolytic state due to interactions between malignant plasma cells, marrow stromal cells, and endothelial cells, mediated by inflammatory cytokines such as Il-6 and VEGF. Macular findings, particularly serous macular detachment, have been described in the presence of monoclonal hypergammaglobulinemia. We present a case of bilateral HVS-associated retinopathy due to IgM PCL with monitoring of serous macular detachment and cystoid macular edema (CME) by serial SD-OCT (spectral domain optic coherence tomography) over one year follow-up under plasmapheresis therapy. Methods: Retrospective analysis of SD-OCT in a patient with bilateral HVS-associated retinopathy due to PCL. Results: A 65-year-old woman presented with gradual bilateral reduction in visual acuity over 4 weeks. She had been diagnosed IgM kappa type PCL with HVS approximately 2 months before. She presented after first of three scheduled plasmapheresis treatments in conjunction with systemic chemotherapy. On ophthalmoscopy: bilateral oval intraretinal hemorrhages, serous macular detachment and mild venous stasis retinopathy. SD-OCT of both eyes revealed CME in the outer nuclear layer and neurosensory retinal detachment. Serial SD-OCT at month 1, 2, 6, 10, 12, 14 showed subsequent resolution of CME and serous detachments. Central macular thickness (CMT) of the right eye decreased from 440 µm at baseline to 369 µm, 341 µm, 320 µm, 303 µm, 302 µm, and 309 µm at month 1, 2, 6, 10, 12, 14 respectively. CMT of the left eye was 541 µm at baseline and 456 µm, 338 µm, 319 µm, 313 µm, 310 µm, and 281 µm at month 1, 2, 6, 10, 12, 14, respectively. Conclusions: Physical elimination of the macroglobulin excess through plasmapheresis was effective in resolving CME and serous retinal detachments induced by PCL accompanied by visual improvement. In our patient the HVS- associated retinopathy responded well to plasmapheresis. SD-OCT served best to monitor the gradual improvement of CMT at follow ups.
Referent/in: Teona Butskhirikidze (Homburg/Saar)
Background: To describe the morphological findings in a 27-year-old male with unilateral lesion of the temporal macula called ´´Torpedo Maculopathy´´. Methods: Slit lamp evaluation, morphological evaluation by spectral domain OCT, fundus autofluorescence, fluorescence angiography and infrared absorption. Results: Vision in both eyes was 1,0 (Snellen chart), intraocular pressure in both eyes was 14 mmHg (Goldmann applanation tonometry). Slit lamp microscopy showed no pathological changes in the anterior segment. Ophthalmoscopy revealed a spindle-shaped lesion in the right eye. Thickness evaluation of the lesion showed a central maximum of 531 microns and 349 to 381 microns within the border areas. The peripheral retina displayed no pathologies in both eyes. OCT images showed a "cleft" in the outer retina. Autofluorescence displayed lack of retinal pigment epithelium in the lesion. This corresponded to a window defect in fluorescence angiography. The findings lead us to the diagnosis of a torpedo maculopathy. Torpedo lesion is usually solitary, small and benign lesion, clinically manifesting as an asymptomatic well-circumscribed oval-shaped region. Our lesion is slightly below the horizontal raphe and the tip is directed towards the optic nerve head and not the fovea. Conclusion: The typical morphological characteristics differentiate torpedo maculopathy from the rare lesion albinotic nevi, retinal scar and other hypopigmentation changes of the posterior segment. These criteria are changes in spectral domain OCT and autofluorescence.
Referent/in: Filip Filev (Hamburg)
Summary: A healthy young male patient suffered a near complete visual loss after a minor ocular injury. We present a rare case of central artery occlusion after a blunt ocular trauma. Central artery occlusion is most often caused by atherosclerosis related thrombosis at the lamina cribrosa accounting for over 80% of the cases. The majority of patients are eldery as age, hyperlipidemia and diabetes mellitus are contributing factors to the development of atherosclerosis. A post traumatic central artery occlusion following a blunt ocular trauma is a very rare event having been described in only several cases. We present a case of a central artery occlusion in a healthy 47 year old male patient as it is important for clinicians to be aware of the potential for even a minor blunt ocular trauma to cause retinal vessel occlusions with severe loss of vision.
Referent/in: Dominic Heinrich (München)
Fragestellung: Endophthalmitis ist eine seltene, schwere Komplikation nach Katarakt-Operation, die in den meisten Fällen durch Gram-positive Staphylokokken verursacht wird. In der Literatur sind bisher nur einzelne Fälle einer postoperativen, durch Rhizobium radiobacter verursachten Endophthalmitis beschrieben. Es handelt sich um ein Gram-negatives Bakterium, welches vorwiegend im Boden vorkommt. Diese Kasuistik stellt den Verlauf und die Therapie einer Rhizobium radiobacter verursachten Endophthalmitis nach Katarakt-Operation dar. Methodik: Eine 83-jährige Patientin stellte sich 9 Tage nach Katarakt-Operation mit seit dem Morgen bestehender subjektiver Visusminderung am rechten Auge vor. Es zeigte sich ein Visus von Handbewegungen und eine deutliche Bindehautinjektion mit Vorderkammerreiz. Bei Pseudophakie bestanden zirkuläre hintere Synechien. Funduskopisch war kein Einblick möglich. In der Sonographie zeigten sich dichte Glaskörpertrübungen im Sinne einer fortgeschrittenen Infiltration. Bei postoperativer Endophthalmitis erfolgte eine sofortige operative Versorgung mittels 23-Gauge-Vitrektomie, Aspirat, intravitrealer (Vancomycin/Ceftazidim) und intrakameraler (Cefuroxim) Antibiotika-Eingabe. Postoperativ wurde die Therapie systemisch mit Vancomycin und Ceftazidim iv, sowie lokal mit Polymyxin-B-sulfat, Neomycinsulfat, Gramicidin und Moxifloxacin AT eingeleitet. Zusätzlich erfolgte eine lokale und systemische Kortisontherapie. Die mikrobiologische Untersuchung des Glaskörper- und Vorderkammeraspirats ergab erst im Verlauf mäßiges Wachstum von Rhizobium radiobacter. Ein standardisiertes Antibiogramm ist für diesen Erreger nicht etabliert. Nach Literaturempfehlungen erfolgte die Umstellung der Therapie lokal auf Ciprofloxacin AT und systemisch auf Imipenem iv. Es erfolgte eine erneute intravitreale Eingabe mit Amikacin. Ergebnisse: Nach Umstellung der Therapie zeigte sich unter Imipenem iv und Ciprofloxacin AT im Verlauf eine deutliche Befundbesserung. Der intraokulare Reizzustand war rückläufig. 2 Monate nach dem stationären Aufenthalt betrug der Visus 0,3 ccs. Schlussfolgerung: In der Literatur sind bisher nur sehr wenige Fälle durch Rhizobium radiobacter verursachte Endophthalmitiden nach Katarakt-Operation beschrieben. Aufgrund multipler Resistenzen ist ein Ansprechen auf die üblicherweise eingesetzten Antibiotika nicht gegeben. Im beschriebenen Fall war die Therapie mit Ciprofloxacin lokal, Imipenem systemisch und Amikacin intravitreal erfolgreich.