Postersitzungen, Freitag, 2.10.2015

 
Foyer Estrel 13:15 - 14:15 02.10.2015
Postersitzung PFr03
Kasuistiken: Diverse Case Studies: Miscellaneous
Vorsitzende/r: Frank Schüttauf (Tübingen), Arne Viestenz (Homburg)

Referent/in: Jens Ulrich Werner (Neu-Ulm)
Fragestellung: Ein 23-jähriger Patient wurde mit Schmerzen, Fremdkörpergefühl und Epiphora am linken Auge vorstellig. Anamnestisch wurde vier Jahre zuvor ein Holzfremdkörper am Unterlid exzidiert. Seit diesem Zeitpunkt bestehe die geschilderte Symptomatik ohne Besserung auf lokale antibiotische und steroidale Ophthalmologika. Bei der Untersuchung zeigte sich rechts ein unauffälliger Befund bei Visus 1,0. Am linken Auge fand sich bei bestkorrigiertem Visus von 0,3 eine Schwellung des Unterlids und eine Bindehautinjektion. In der unteren Umschlagfalte war ein weicher, gut vaskularisierter Tumor lokalisiert. Methodik: Es wurden Abstriche der Bindehaut entnommen. In der Tagesklinik erfolgte eine Probebiopsie der tumorösen Bindehaut mit histologischer Aufarbeitung. Ergebnisse: In der Abstrichdiagnostik konnte mittels PCR Chlamydia trachomatis nachgewiesen werden. In der Histologie zeigte sich unter dem mehrschichtig nicht verhornenden Plattenepithel mit Becherzellbesatz eine massive Infiltration mit Plasmazellen und in geringerem Maße lymphoiden Zellen. Mittels Immunhistologie und Klonalitätsanalyse erfolgte die Diagnose eines plasmazellulär ausreifenden extranodalen Marginalzonen-B-Zell-Lymphoms. Es erfolgte eine zweiwöchige Therapie mit 200 mg/d Doxycyclin per os und 3x/d Ofloxacin Augentropfen. Eine urologische Vorstellung sowie eine gynäkologische Untersuchung der Partnerin wurde angeraten. Der Patient nahm leider keine Kontrolluntersuchung wahr. Schlussfolgerungen: Ein Zusammenhang zwischen Chlamydien-Infektionen (im Wesentlichen: Chlamydophila psittaci) und extranodalen Marginalzonen-B-Zell-Lymphomen der okulären Adnexe wird diskutiert. Die onkogene Wirkung einer Chlamydien-Infektion könnte über die Induktion einer chronischen Entzündungsreaktion, einer polyklonalen Zellproliferation und einer Apoptose-Resistenz infizierter Zellen bedingt sein. Zudem konnte in vitro eine mitogene Wirkung nachgewiesen werden (Ferreri, 2009). In der Literatur finden sich nur sehr wenige Fallbeschreibungen von Patienten mit Lymphomen der Bindehaut und einer Infektion mit Chlamydia trachomatis. Diese Patienten konnten häufig gut mit der systemischen Gabe von Doxycyclin therapiert werden (Yeiung, 2004; Contini, 2009). Es sollte versucht werden zu klären ob ein Zusammenhang zwischen Infektionen und Lymphomen der Bindehaut besteht, da mit einer antibiotischen Therapie potentiell eine kausale und nebenwirkungsarme Therapieoption zur Verfügung steht.
Referent/in: Gerrit Alexander vom Brocke (Berlin)
Hintergrund: Das Plattenepithelkarzinom ist das zweithäufigste Malignom der Lider und stellt insbesondere bei Verschleppung ein herausforderndes Krankheitsbild dar. Methodik: Eine 77-jährige Patientin wurde mit anamnestisch seit wenigen Monaten bestehendem ausgedehntem Lidtumor erstmalig bei uns vorstellig. Zuvor war extern bereits eine Antibiose und Drainage von ca. 80ml Pus mit Nachweis ausschließlich Vancomyin-sensibler MRSA erfolgt. Ergebnis: Bei Aufnahme zeigte sich ein indolenter, das gesamte Unterlid und maxillären Bereich einnehmender Tumor mit verhärtetem zerfurchtem Aspekt. Die Patientin zeigte nebenbefundlich u.a. Immobilität, eine Niereninsuffizienz und eine symptomatische Leukenzephalopathie mit beginnender Demenz. CT-morphologisch zeigte sich kein Hinweis auf Infiltration knöcherner Strukturen. Nach Sicherung eines gut differenzierten verhornenden Plattenepithelkarzinoms erfolgte eine Tumorexzision und Deckung mittels Ohrknorpeltransplantation, Mustardé-Lappen, V-Y-Glabella-Plastik sowie freiem Hauttransplantat von der Glabella. Unter antibiotischer und antiseptischer Therapie kam es zur protrahierten adäquaten Wundheilung, so dass die Patientin nach 23 Tagen in eine geriatrische Komplexbehandlung verlegt wurde. Bei suboptimaler Wundversorgung und Malcompliance entwickelte sich eine Wundinfektion mit Nekrose. Nach mehrfachen Débridements konnte unter engmaschigen Kontrollen und verbesserter Wundversorgung durch erneute exakte Instruierung der Pflege nach insgesamt 13 Wochen eine stabile sekundäre Wundheilung und schlussendlich die Deckung des Unterliddefektes mittels Hughes-Plastik erfolgen. Die Patientin ist metastasen- und beschwerdefrei und wird bei histologisch nicht sicher auszuschließendem Befall der Maxilla einer Radiotherapie zugeführt. Schlussfolgerung: T3-Plattenepithelkarzinome im Lidbereich stellen in der westlichen Welt eine Rarität dar. Eine sorgfältige präoperative Diagnostik und ein systemisches Staging sind obligat. Auch unter erschwerten Bedingungen können günstige funkionelle und ästhetische Ergebnisse erreicht werden, jedoch bedarf dies viel operativer Erfahrung, häufiger Kontrollen, des Erkennens von Revisionsbedarf und einer interdisziplinären Zusammenarbeit mit den Nachbarfächern, Radiologie, Strahlentherapie und der Dermatologie.
Referent/in: Pegah Heidari (Hamburg)
Hintergrund: Das Merkelzellkarzinom ist ein seltenes, sehr aggressives, primär kutanes neuroendokrines Karzinom, das bevorzugt im höheren Alter auftritt. Die chirurgische Exzision des Primärtumors - bei fehlendem Nachweis von Metastasen - gilt als Therapie erster Wahl. Da ein großer Sicherheitsabstand notwendig ist, stellt sich die chirurgische Exzision im Bereich der Augenlider häufig als problematisch dar. Es wird empfohlen nach einer chirurgischen Tumorresektion eine adjuvante Radiotherapie durchzuführen. Eine primäre Radiotherapie wird jedoch trotz der guten Radiosensitivität des Tumors nur selten durchgeführt. Im Folgenden berichten wir von einem Patienten, bei dem eine primäre und alleinige Radiotherapie zur vollständigen Tumorrückbildung führte. Methodik: Bei einem 78-jährigen Patienten bestand seit drei Monaten ein größenprogredienter Tumor am linken Oberlid. Eine Probebiopsie zeigte ein gering differenziertes neuroendokrines Karzinom, passend zum Merkelzellkarzinom. Der Patient litt des Weiteren an einer seit 15 Jahren bestehenden, nicht therapiebedürftigen Chronisch Lymphatischen Leukämie. Einige Monate zuvor war außerdem die Diagnose eines Plattenepithelkarzinoms des Anus gestellt worden, woraufhin der Patient mit einer Radiochemotherapie behandelt wurde. Zur kurativen Behandlung des neu diagnostizierten Merkelzellkarzinoms ohne Hinweise auf das Vorliegen von Organmetastasen erfolgte eine primäre 6- wöchige intensitätsmodulierte Strahlentherapie des linken Oberlides sowie der regionalen und zervikalen Lymphabflusswege mit einer Gesamtdosis von 50,4 Gy. Ergebnisse: Im Verlauf der Behandlung kam es zur Lidödembildung, Sicca-Symptomatik, eitriger Konjunktivitis, Mundtrockenheit, geringfügiger Beeinträchtigung des Geschmackssinns sowie zu Erythemen im Bestrahlungsfeld. Ansonsten zeigten sich keine weiteren radiogenen Nebenwirkungen. Bereits eine Woche nach Abschluss der Radiotherapie war der Tumor nahezu komplett rückläufig und zeigte auch im weiteren Verlauf von 6 Monaten kein Rezidiv. Schlussfolgerung: Das Merkelzellkarzinoms spricht sehr gut auf Radiotherapie an, dennoch sind Fallberichte über primäre Strahlentherapien sehr selten. Aus unserer Sicht kann eine primäre lokoregionale Radiatio als Therapiealternative bei ausgedehnten Befunden im Bereich der Augenlider, die einer R0-Resektion nicht zugänglich sind oder eine zu hohe Belastung für den Patienten bedeuten würden, in Erwägung gezogen werden.
Referent/in: Sophie Burzer (München)
Fragestellung: Ein 29-jähriger männlicher Patient mit Krampfanfällen und reduziertem Allgemeinzustand wurde uns konsiliarisch in der Intensivstation vorgestellt. Bei erschwerten Untersuchungsbedingungen bei Somnolenz und Krampfanfällen zeigten sich am rechten Auge mehr als am linken Auge eine Stauungspapille sowie chorioretinale Herde. Darüber hinaus bestand eine beidseitige Okulomotoriusparese. Der Visus wurde fünf Tage später bei besserem Allgemeinzustand erhoben und betrug beidseits Handbewegungen. Methodik: Es erfolgte die internistische Abklärung einer zugrundeliegenden infektiösen Erkrankung. Ergebnis: Eine bisher unbekannte HIV-Infektion wurde diagnostiziert. Im CT-Thorax zeigte sich ein deutlicher Lungenbefall. Nach Lumbalpunktion wurde eine Meningoenzephalitis bei Cryptococcose festgestellt und mit Diflucan behandelt. Daraufhin zeigte sich eine Reduktion der Okulomotoriusparese mit deutlicher Verbesserung der Motilität. Der Visus stieg am besseren Auge von Handbewegungen auf 1/35 Metertafelvisus an. Die Stauungspapillen waren rückläufig. Schlussfolgerung: Eine okuläre Cryptococcose ist glücklicherweise ein seltener Befund. Die Cryptococcen-Meningitis ist im fortgeschrittenen HIV-Endstadium bei ca. 10-15% der Patienten beschrieben. Es handelt sich bei dem vorgestellten Patienten nicht nur um eine Visus bedrohende sondern um eine potentiell lebensbedrohende Beteiligung. Eine Therapie unter Aufsicht von Infektiologen ist nötig. Die Ursache der starken Visusreduktion bei Cryptococcen-Meningitis ist weiterhin auch in der Literatur unklar, diskutiert werden eine direkte Infiltration des Sehnerven oder Tractus opticus, adhäsive Arachnoiditis oder zerebrale Vaskulitis.
Referent/in: Stephanie Leipert (München)
Fragestellung: Retinale Blutungen mit Visusminderung bei jungen Patienten ohne Vorerkrankungen sind selten und können zahlreiche Ursachen haben. Methodik: Ein 22-jähriger Patient stellte sich mit seit ca. einer Woche bestehender Visusminderung beidseits vor. Der Visus betrug bei Erstvorstellung rechts 0,2 cc und links 0,7 cc. Der Visusminderung ging ein Magen-Darm-Infekt mit Erbrechen gefolgt von einer Grippe voraus. Weitere Allgemeinerkrankungen waren nicht bekannt. In den ophthalmologischen Untersuchungen einschließlich Fundusfoto, Fundusautofluoreszenz, SD-OCT sowie Fluorescein-Angiographie zeigten sich ausgeprägte intra- und präretinale Blutungen. Es erfolgte eine stationäre Aufnahme zur internistischen Abklärung. Ergebnis: Es zeigte sich im Blutbild eine deutliche Thrombozytopenie sowie eine Anämie. Infektiöse Ursachen wie CNV, HSV und HIV konnten ausgeschlossen werden. Es erfolgte eine Transfusion der entsprechenden Blutprodukte und zur weiteren Diagnostik eine Knochenmarkpunktion, sowie eine Durchflusszytometrie. Dabei konnte eine paroxysmale nächtliche Hämoglobinurie (PNH) nachgewiesen werden. Schlussfolgerung: Die PNH ist eine sehr seltene Erkrankung (Inzidenz 1,3/1Mio Einwohner) die zu Gerinnungsstörungen bei Zytopenie führt. Dabei kann es zu Blutungen, auch zu retinalen Blutungen, kommen. In diesem Fall erfolgte durch die Vorstellung in der Augenklinik bei Visusminderung eine Erstdiagnose der PNH. Unter der Therapie mit Folsäure und Vitamin B12 verbesserten sich die Laborparameter. Im Verlauf waren die intra- und präretinalen Blutungen rückläufig und nach 6 Tagen verbesserte sich der Visus am rechten Auge auf 0,32 und am linken Auge blieb er stabil bei 0,7. Am rechten Auge zeigte sich noch eine Fleckblutung an der Makula, die den schlechten Visus erklärt. Eine Resorption der Netzhautblutungen ist nach ca. 2-3 Wochen zu erwarten.
Referent/in: Elena Torres Suarez (Köln)
Ziel/Fragestellung: Die Beschreibung und Fotodokumentation eines außergewöhnlichen Tumors der superomedialen Orbita. Fallbeschreibung/Methoden: Ein 44 jähriger Mann wurde vom Augenarzt in unsere Klinik überwiesen mit einer seit zwei Wochen bestehenden, druckdolenten subkutanen Schwellung des medialen Lidwinkels. Diese wurde als Chalazion diagnostiziert und mit Dexagentamicin Augensalbe ohne klinische Besserung therapiert. Bei zunehmenden Schmerzen und bekannter Sinusitisanamnese veranlasste sein HNO-Arzt eine ambulante Computertomographie der Nasennebenhöhlen. Der mitgebrachte radiologische Befund dokumentierte im medialen Augenwinkel eine 7 mm große, glatt abgrenzbare rundliche Raumforderung im subkutanen Fettgewebe der rechten Orbita. Radiologisch wurde keine knöcherne Beteiligung von Stirnhöhle oder Siebbeinzellen nachgewiesen. Es wurde eine chirurgische Exzision der mittlerweile 10 mm großen zystoiden und fluktuierenden Raumforderung durchgeführt. Intraoperativ konnten wir eine intraluminale Läsion der rechten Vena angularis feststellen. Ergebnisse: Die histopathologische Untersuchung zeigte einen intravasal wachsenden Gefäßtumor in einer ektatischen und partiell thrombosierten Vene. Der Tumor wies ein relativ solides Wachstum sowie spindelwellige Proliferationen und mikropapilläre, endothelüberkleidete Strukturen auf. In den ergänzenden immunhistologischen Untersuchungen CD34, CD31, Panzytokeratin KL 1 und Ki67 stellte sich neben einer reaktiven papillären, endothelialen Hyperplasie und einem sich angelagertem in Organisation befindlichem Thrombus ein intravenöses pyogenes Granulom dar. Schlussfolgerungen: Intravenöse pyogene Granulomata sind gutartige Raumforderungen, die selten im periokulären Bereich auftreten. Sie können zu Schmerzen führen, wenn es zu Vereiterung, Ulzerationen oder Blutungen kommt. Das klinische Bild des intravenösen pyogenen Granuloms gestaltet sich unspezifisch, so dass die Differentialdiagnose oft schwer fällt. Der Goldstandard bleibt die histopathologische Untersuchung der Läsion.
Referent/in: Volga Likhachevskaya (Minsk)
Introduction: The eye is closely related with the functions of the body. Untreated OSA has been associated with an increased risk of cardiovascular disease, stroke, sudden cardiac death and metabolic disorders such as diabetes, obesity, etc. Less is discussed about the ocular complications of OSA. Ophthalmic complications of obstructive sleep apnea can include different ophthalmic disorders. The aim of this study is to investigate the relationship between diseases of the eye found in patients with sleep related breathing disorders. Purpose: To explore the patients with different strong ocular diseases among patients with obstructive sleep apnea syndrome (OSAS) and to examine OSAS as a risk factor of different groups of eye diseases Methods: Describing of three cases of eye diseases in a patients Diagnosed with OSA. Clinical findings, ultrasound testing, visual acuity testing, fundus imaging testing, analysis of the visual fields, OCT, polysomnography testing. Results: OSA is a respiratory disorder that affects many organ systems. There are episodes of upper airway obstruction during sleep causing repetitive hypoxemia and sleep fragmentation. Therefore that pathophysiology due to hypoxia arising during apnea episodes can be reason to ophthalmologic disorders. Ocular complications described below. In our study we investigated 3 patients with open angle glaucoma, retinal detachment and patent with branch retinal vein occlusion associated with recurrent vitreous hemorrhage, complicated with papilla edema, vitreoretinal traction and retinal detachment. All three patients were diagnosed with OSA by polysomnography. All patients have metabolic disorders as diabetes and obesity and had complaints about sleep disorders. After polysomnographic investigation 2 of them use CIPAP therapy, and in one case – not. Conclusion: OSA is a respiratory disease with a variety of systemic manifestations. Minimal information exists on the ophthalmic manifestations of this disorder. To date, this is the description of this type of retinal vascular changes complicated with retinal detachment and glaucoma associated with OSA. The sample size is not large enough. The combination of OSA and metabolic disorders can be the risk factors to induce the changes that were noted in this study. More patients are currently undergoing evaluation for the completion of this study.
Referent/in: Carolin Müller (Karlsruhe)
Fragestellung: Eine intraoperative expulsive Blutung ist eine seltene und schwerwiegende Komplikation. Hierbei kann die Überdosierung einer antikoagulativen Therapie eine wesentliche Ursache darstellen. Methodik: Eine 70-jährige Patientin stellte sich mit einer IOL-Subluxation am linken Auge vor. Aufgrund der subjektiven Beeinträchtigung der Patientin durch den Kapselsack in der optischen Achse, sowie einer IOD-Entgleisung bis 43 mm Hg, wurde die Indikation zur IOL-Explantation und retropupillarer Verisyse-Implantation gestellt. Während der Operation kam es zu einer expulsiven Blutung in die Vorderkammer, in den Glaskörperraum sowie unter die Bindehaut. Eine Verisyse-IOL konnte nicht implantiert werden. Ergebnis: Zur Abklärung der starken Blutungsneigung wurden spezielle Gerinnungsuntersuchungen durchgeführt. Hierbei zeigte sich eine verlängerte Blutungszeit ex vivo sowie eine stark überdosierte Therapie mit Fondaparinux. Der Ziel-Wert des Faktors Anti-Xa sollte 3 Stunden nach Subkutaninjektion von niedermolekularem Heparin in einem Bereich von 0,4-0,8 I.E./ml liegen. Die Patientin zeigte 24 Stunden nach der letzten subkutanen Applikation von Fondaparinux einen Wert oberhalb der messbaren Grenze von >1,59 I.E./ml. Eine Heparin-induzierte Thrombozytopenie konnte ausgeschlossen werden. Schlussfolgerung: Intoxikationen von Antikoagulanzien können durch bewusste oder akzidentielle Überdosierungen entstehen und mit oder ohne klinische Symptomen einhergehen. Fondaparinux ist ein indirekter Inhibitor des Faktors Xa und sollte gewichtsadaptiert dosiert werden. Für eine erhöhte oder überschießende Reaktion auf Fondaparinux kommen bestimmte Risikokonstellationen in Frage wie zum Beispiel eine Leber- oder Nierenfunktionsstörung.
Referent/in: Mustafa Cumhur Vardarli (Zwickau)
Hintergrund: Neben anderen Ursachen kann auch die Arnold-Chiari-Malformation (ACS) zur Entwicklung eines einseitigen Exophthalmus führen. Der Fall: Eine 63-jährige Patientin wurde 2/2014 notfallmäßig mit Schmerzen und ausgeprägtem Exophthalmus am linken Auge in unserer Klinik gesehen. Die Patientin sei vor 3 Tagen auf das Gesicht gestürzt. Am Vortag habe sie eine Schwellung sowie einen Sehverlust des linken Auges bemerkt. Aufgrund der extremen Protrusio bulbi waren kein Lidschluss und keine Messung des Exophthalmus nach Hertel mehr möglich. Therapie und Verlauf: Die craniale- sowie die Gesichtsschädel-CT-Untersuchung zeigten einen ausgeprägten Hydrocepahalus, ein kleines frontales Falxmeningeom, ein großes Konvexitätsmeningeom rechts frontoparietal, ein kleines Atherom rechts parietookzipital und ein ausgeprägtes Hämatom retroorbital links mit Verdrängung des Bulbus nach extraorbital. Klinisch fanden wir einen gereizten Bulbus mit einer ausgeprägten Expositions-Keratopathie bei einer massiven Protrusio bulbi. Die tieferen Augenabschnitte waren nicht sicher beurteilbar. Es lag eine amaurotische Pupillenstarre bei nulla lux vor. Notfallmäßig wurde zur Druckentlastung des Bulbus eine laterale Kanthotomie in Lokalanästhesie vorgenommen. In Zusammenarbeit mit den Kollegen der Klinik für Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgie unseres Hauses führten wir die Hämatomausräumung sowie eine Teilexzision des erkrankten Gewebes zur histologischen Diagnostik durch. Die histologische Untersuchung und die Immunhistochemie ergaben ein hochgradig vaskularisiertes, zum Teil psammomatoid-ossifiziertes Gewebe mit ausgeprägter frischer Blutung und Blutungsresiduen neben Sklerosearealen mit geringgradiger proliferativer Aktivität sowie EMA-positive Tumorinfiltrate. Da bei fehlendem Lidschluss trotz lokaler Pflegemaßnahmen immer noch eine starke Keratopathie und unerträgliche Schmerzen bestanden, fand eine orbitale Hämatomausräumung mit Exstirpation aller erreichbaren Meningeomanteile statt. Bereits am ersten postoperativen Tag war Lidschluss möglich und eine weitgehende Schmerzfreiheit gegeben. In den Verlaufskontrollen konnten wir eine stetige Abschwellung mit kompletter Resorption des Hämatoms bei noch verbliebener Restptosis feststellen. Schlussfolgerung: Der vorliegende Fall zeigt die vielfältigen Assoziationen des ACS und unterstreicht das breite differentialdiagnostische Spektrum des einseitigen Exopthalmus.
Referent/in: Peter Sapundzhiev (Sofia)
Purpose: To present two patients with MS and NMO, who were treated with plasmapheresis and to compare the effect of this treatment on the eye status during follow up. Patients and methods: We examined two patients: a 34 year old female with MS (patient №1) and a 50 year old female with NMO (patient №2), who were referred to our clinic as part of a program for collaboration between neurologists and ophtalmologists. The patients underwent full eye examination, including photo documentation, optical coherence tomography (OCT) and computed perimetry (CP). Both patients were treated with plasmapheresis through a nanotechnological membrane at a specialized clinic and their eye status was evaluated before and after the treatment with a follow up period of five months. Results: Both patients responded well to the treatment with an immediate improvement of their general condition. Plasmapheresis was performed twice in patient №1 and a third procedure is planned. Patient №2 underwent five plasmapheresis procedures.The eye status of the patients remained stable without new relapses up to present. Further assessment of the results is needed to determine the effect of the plasmapheresis on the visual function. Moreover, the patient with NMO has also glaucoma - a progressive opticopathy, which can lead to neurodegenerative changes, similar to these, seen in MS and NMO. Conclusion: Treatment with plasmapheresis is becoming a standard method as an add - on and rescue therapy in NMO. It is also used with good results in patients with MS. Our observations demonstrate the importance of monitoring the eye condition during follow up as eyes in both patients were affected. More research is needed to establish the effects of plasmapheresis on the eye status and possible prognostic value for the visual function in these two diseases.
Referent/in: Milan Ivanisevic (Split)
Objective: Many well-known painters had various eye diseases. Some eye disorders influenced their work at least at certain periods of their life. The aim of this work is to show what influence of the different eye diseases had on paintings of several famous artists and how they saw and experienced the world around them. Methods: The authors analyzed ten painters who saw things differently, their biographies, descriptions of the eye disorders, evaluation of their works and made extensive literature search. Results: In this work the possible influences of some eye diseases problems on paintings of several world-famous artists are considered. In the certain periods of their lives came the changes in style of painting and artistic expression. Some of them largely became recognizable because of that. Contemplations are offered about the possible effects of cataract, astigmatismus, presbyopia, juvenile and senile macular degeneration, vitreous opacities, diabetic retinopathy, colour deficiency, dacryocystitis, uveitis in Vogt-Koyanagi-Harada syndrome in the works of Monet, Modigliani, Rembrandt, Degas, O´Keeffe, Munch, Cézanne, Constable, Pissarro and Goya. Conclusion: The ocular problems may give another dimension of the painter´s work and have importance in determing the artist´s style. In particular period of life of some painters, eye diseases and conditions had very big influence on their type of painting and artistic work. Maybe the works of certain well-known painters with eye diseases might be considered to be a link to the abstract art.