Postersitzungen, Donnerstag, 1.10.2015

 
Foyer Estrel 13:15 - 14:15 01.10.2015
Postersitzung PDo03
Keratokonus / Crosslinking / pKPL / Organkultur Keratoconus / Crosslinking / pKPL / Organ Culture
Vorsitzende/r: Björn Bachmann (Köln), Claus Cursiefen (Köln)

Referent/in: Janine Lenk (Dresden)
Fragestellung: Die Bestimmung des Kortisolwertes im Haar hat sich als Biomarker für die Evaluation von chronischem Stress etabliert. Ziel dieser Studie war es, zu untersuchen, ob bei Patienten mit progredientem Keratokonus eine erhöhte Haarkortisolkonzentration gemessen werden und somit chronischer Stress als Risikofaktor für eine Krankheitsprogression gesehen werden kann. Methodik: 27 Teilnehmer (11 Gesunde, 16 Keratokonuspatienten) wurden in diese prospektive Pilotstudie eingeschlossen. Es wurden Haarsträhnen von Gesunden und von Keratokonuspatienten analysiert, um deren Haarkortisolgehalt miteinander zu vergleichen. Ausgehend von einem durchschnittlichen Haarlängenwachstum von 1cm/Monat, wird angenommen dass der Haarkortisolgehalt eines 3cm langen Haarsegmentes, das Stressprofil der letzten drei Monate repräsentiert. Wir haben Haarsträhnen mit einem Durchmesser von ca. 3 mm untersucht, die Skalp-nah am Hinterkopf entfernt wurden. Die Kortisolspiegelbestimmung erfolgte im Institut für Biopsychologie der TU Dresden mittels kommerziell erhältlichen Chemilumineszenz-Immunoassay (CLIA, IBL-Hamburg, Deutschland). Relevante soziodemographische Parameter wurden dokumentiert und es musste ein Fragebogen zur Evaluation von chronischem Stress (Trierer Inventar of Chronic Stress screening scale) beantwortet werden. Statistische Analysen erfolgten mittels SPSS: Chi²-test und ANOVA wurden verwendet, um Unterschiede zwischen den beiden Guppen zu analysieren. Ergebnisse: Bei Keratokonuspatienten war die Haarkortisolkonzentration höher als bei den Gesunden (37,51±7,0 und 20,99±8,2 pg/mg p=0,142). Da der normale Haarkortisolwert zwischen 5-25 pg/mg liegt, waren die gemessenen Werte nahezu signifikant. Es fanden sich mehr pathologisch erhöhte Haarkortisolwerte in der Keratokonus- als in der gesunden Gruppe (50% vs. 18%; P=0.093). Außerdem wiesen Patienten mit Keratokonus einen signifikant höheren BMI als die gesunde Vergleichsgruppe auf (27,5 kg/m² vs. 23 kg/m²; p=0,044). Es ergaben sich keine signifikanten Unterschiede hinsichtlich Alter, Geschlecht und TICS-Wert zwischen beiden Gruppen. Schlussfolgerung: Diese Pilotstudie konnte zeigen, dass seine erhöhte Haarkortisolkonzentration ein Risikofaktor für die Progression des Keratokonus sein könnte und dass diese Patienten folglich von einer Stressreduktion profitieren könnten. Eine größere Studie mit größerer Fallzahl ist erforderlich, um eine mögliche statistische Signifikanz dieser Hypothese nachzuweisen.
Referent/in: Zsuzsa Flaskó (Debrecen)
Purpose: Our aim was to determine the impact of blood thyroid hormone levels on corneal topography and tomography and biomechanics. Patients and methods: 757 eyes (376 left eyes, 500 males) were included in our study. Patients were classified as euthyroid (n=563) or hypothyroid (n=194) based on blood thyroid hormone status (TSH, FT3, FT4). Patients were examined using TMS-5 topographer (Tomey, Tennenlohe, Germany)(keratoconus index: KCI; keratoconus severity index: KSI), Pentacam HR tomographer (Oculus Optikgeräte GmbH, Wetzlar, Germany)(keratoconus prediction index: KPI; keratoconus index: KI; central keratoconus index: CKI) and Ocular Response Analyzer (ORA, Reichert Ophthalmic Instruments, Buffalo, NY) (corneal resistance factor: CFR; corneal hysteresis: CH; keratoconus match index: KMI). Statistical analysis was performed using Pearson correlation analysis and a generalised linear model. Results: Using Pearson correlation analysis, KMI (p=0.040; p< 0.001; p< 0.001) KCI (p=0.037; p< 0.001; p=0.001) and KSI (p=0.005; p< 0.001; p< 0.001) values were correlated with blood TSH, FT3 and FT4 levels. KPI (p=0.001; p=0.009) and KI (p=0.001; p< 0.001) were correlated with blood FT3 and FT4 levels. There was no correlation between CKI (p>0.133) values and any of the blood thyroid hormone levels. KPI (p=0.056) and KI (p=0.540) values and blood TSH levels were also not correlated. Using a generalised linear model, KMI depended strongest on blood FT3 level (p=0.029), however, other parameters of TMS-5, Pentacam or ORA were not affected significantly by blood TSH, FT3 or FT4 levels (p>0.070). Conclusion: Blood TSH, FT3 and FT4 levels may affect keratoconus specific indices of corneal topography (KCI, KSI) and tomography (KPI, KI), and corneal biomechanical properties (KMI). An abnormally increased KMI index of ORA may be indicative for reduced FT3 blood level and hypothyreosis.
Referent/in: Elena Zemova (Homburg)
Ziel: Das Ziel unserer Studie ist es, Unterschiede bei topo- und tomographischen Parametern bei sog. zentralem und klassischem Keratokonus zu vergleichen und die Keratokonusindizes hinsichtlich der Trennung beider Keratokonusformen zu untersuchen. Patienten und Methode: In dieser Studie wurden 72 Augen von 72 Patienten mit Keratokonus im Alter von 12 bis 61 Jahren untersucht. Die Diagnostik des Keratokonus basierte auf Spaltlampenbiomikroskopie, sowie Placidotopographie (TMS-5, Tomey, Tennenlohe, Deutschland) und Hornhauttomographie (Pentacam HR, Oculus, Germany). Bezüglich der Position der steilsten Stelle der Hornhaut (Kmax) wurden die Augen gemäß der Messung mit der Pentacam in zentralen (Abstand Kmax < = 0,4 mm, Gruppe I) und in klassischen Keratokonus (Abstand Kmax > 0,4 mm, Gruppe II) eingeteilt und die topo- und tomographischen Keratokonusindizes verglichen. Ergebnisse: 24 Augen wurden in Gruppe I und 48 Augen in Gruppe II eingeteilt. „Index of Vertical Asymmetry“ (IVA) (P=0,006) und die Hornhautdicke im Pupillenzentrum (P=0,001) und am Apex (P=0,007) waren in der Gruppe I signifikant kleiner als in Gruppe II. „Center Keratoconus Index“ (CKI) (P< 0,001) war bei sogenanntem zentralem Keratokonus signifikant höher im Vergleich zum klassischen Keratokonus. Die anderen Indizes der Hornhauttopographie („Keratoconus Classification Index“ (KCI), „Keratoconus Severity Index“ (KSI), „Surface Regularity Index“ (SRI) und „Surface Asymmetry Index“ (SAI)) und der Hornhauttomographie („Index of Surface Variance“ (ISV), „Keratokonusindex“ (KI), „Index of Height Asymmetry“ (IHA), „Index of Height Decentration“ (IHD)) unterschieden sich nicht signifikant zwischen Gruppe I und II (P>0,08). Der CKI und Kmax zeigten die besten Trennschärfe zwischen den Gruppen I und II mit Flächen unter der ROC-Kurve von 0,786 und 0,679 und sind somit bedingt geeignet, um zwischen beiden Gruppen zu unterscheiden. Schlussfolgerungen: Das tomographische Bild des zentralen Keratokonus unterscheidet sich von der klassischen Form des Keratokonus. Da die modernen topographischen und tomographischen Keratokonusindizes beide Formen des Keratokonus sicher erkennen, sollte der Kliniker bei Anzeichen für eine stärkere zentrale Hornhautkrümmung („kleine rote Doppelkeule“) die gerätebasierte Keratokonusdiagnostik (vor allem auch den CKI und Kmax) mit einbeziehen.
Referent/in: Susanne Brettl (Düsseldorf)
Hintergrund: Vergleich neuer okulärer biomechanischer Parameter der Deformation von Hornhäuten normaler und keratokonischer Augen (mit oder ohne Crosslinking, CXL), gemessen mittels Hochgeschwindigkeits-Scheimpflug-Technologie (Corvis ST, Oculus Optikgeräte GmbH, Wetzlar). Methodik: Vergleichende Studie von 67 Augen mit Keratokonus (Gruppe 1: 39 Augen ohne Crosslinking, Gruppe 2: 28 Augen nach Crosslinking) und 50 Augen Kontrolle (Gruppe 3: kein Keratokonus). Neben Refraktion und Visus wurden jeweils die Applanationsparameter Länge „length“ (in mm) und Geschwindigkeit „velocity“ (in m/s) bei den messungsinhärenten zwei Applanationen analysiert. Weiterhin erfolgte die Messung der Pachymetrie, des Krümmungsradius am Deformationsendpunkt (in mm) und der Deformationsamplitude (in mm). Diese Messerwerte wurden um Daten der Pentacam erweitert: (Pachymetrie (dünnste Stelle (in µm)), K1 (in dpt), K2 (in dpt), Achse (in °), Kmax (in dpt) und Posterior float (in µm)). Ergebnisse: Die Applanationslängen waren bei Keratokonusaugen signifikant niedriger als bei Kontrollaugen (Gr. 1: 1,65 ± 0,24 mm und 1,63 ± 0,47 mm; Gr. 2: 1,62 ± 0,27 mm und 1,27 ± 0,40 mm; Gr. 3: 1,74 ± 0,12 mm und 1,74 ± 0,24 mm, mit Ausnahme von Applanation 2 bei Konus vs Kontrolle. Die zweite Applanationsgeschwindigkeit war bei normalen Augen deutlich höher als bei Keratokonus (mit und ohne CXL): Gr. 1: 0,16 ± 0,03 m/s und -0,41 ± 0,09 m/s (sign.); Gr. 2: 0,16 ± 0,03 m/s und -0,51 ± 0,09 m/s (sign.); Gr. 3: 0,15 ± 0,02 m/s und –0,37 ± 0,06 m/s (sign.)). Die Unterschiede der Deformationsamplituden im Vergleich der drei Gruppen untereinander waren jeweils signifikant. Schlussfolgerungen: Die Messung der Hornhautdeformationen mittels Ultra-High-Speed-Scheimpflug liefert wertvolle Informationen über die korneale Biomechanik. Viele Parameter zeigten signifikante Unterschiede im Vergleich der drei Gruppen (Keratokonus unbehandelt versus Keratokonus mit Crosslinking versus normaler Augen). Die Messwerte selbst waren reproduzierbar. Ausführlichere Studien sind nötig für breitere Anwendungen dieser neuen Technologie in der Klinik.
Referent/in: Johannes Steinberg (Hamburg)
Fragestellung: Lässt sich mittels neuer „Bild-für-Bild“ Scheimpfluganalysen des CorvisST eine Veränderung der biomechanischen Eigenschaften der Hornhaut nach Crosslinking (CXL) bei progressivem Keratokonus nachweisen? Methodik: Longitudinale, retrospektive Studie. Dynamische Scheimpflug-basierte, biomechanische in vivo Analysen (CorvisST, Oculus) von 24 Augen von 24 Patienten mit progressivem Keratokonus wurden unmittelbar vor und 6 Monate nach CXL durchgeführt. Neben der Analyse möglicher signifikanter Unterschiede von prädefinierten CorvisST-Parametern (T-Test bzw. Wilcoxon-Vorzeichen-Rang-Test bei nicht normalverteilten Parametern), wurden neuartige Bild-für-Bild-Analysen der CorvisST-Aufnahmen durchgeführt um mögliche Unterschiede der biomechanischen Eigenschaften der Hornhaut besser erfassen und darstellen zu können. Ergebnis: Von 18 analysierten prädefinierten CorvisST Parametern zeigten 2 statistisch signifikante Änderungen nach CXL: die maximale Impression ([„Peak Distance”] –2.3 mm; p< 0.05) und der Radius der einwärts gewölbten Hornhaut (+0.6 mm; p< 0.05). Mit Hilfe der dynamischen Bild-für-Bild-Analysen konnten wir zusätzliche deutliche Veränderungen der biomechanischen Charakteristik der Hornhaut nach CXL aufzeigen. Schlussfolgerung: Bisher publizierte Ergebnisse zur Änderungen biomechanischer Eigenschaften der Hornhaut nach CXL bei progressivem Keratokonus basierend auf vordefinierten CorvisST Parametern stellen sich heterogen dar. Die vorgestellten Bild-für-Bild-Analysen konnten deutliche Veränderungen der biomechanischen Eigenschaften der Hornhaut aufzeigen und könnten somit ein nächster Schritt hinsichtlich des Verständnisses der biomechanischen in vivo Analysen der Hornhaut darstellen.
Referent/in: Christoph Kranemann (North York)
Corneal epithelium on crosslinking (Epi on CXL) was compared to corneal pocket crosslinking (P CXL) in a prospective manner. Visual acuities/corneal wavefront/entire eye wavefront/corneal topography as well as subjective and objective complications were evaluated. The subjects underwent an accelerated crosslinking with the application of pulsed CXL of 45 W/cm2 for 5:20 min after a soak for 12 to 15 minutes. In the P CXL group a corneal pocket with a diameter of 6.5 mm at a depth of 105 to 120 microns was created with a corneal femtosecond laser prior to CXL. 17 patients were enrolled in the Epi on CXL group and 15 in the P CXL group. The mean age in the former was 18.2 years and 22.1 in the latter (P0.03). 15/17 patients in the Epi on CXL group regressed to their original topography with 9/15 progressing further at 2 years. The remaining 2 patients regressed only 1 diopter on topography. The mean regression from the 1 month results was 3.2 diopters on topography. In the P-CXL group no patient regressed to their original topography with 14/15 flattening further at 2 years compared to month 1. Overall the topographic change was a mean of further flattening by 1.75 diopters on topography by year 2 (P< 0.01). There were 2 cases of self-limited epithelial ingrowth in the P CXL group that did not require any intervention. There were no other complications. P CXL appears to have a more prolonged effect compared to Epi on CXL.
Referent/in: Berthold Seitz (Homburg/Saar)
Hintergrund und Ziele: Während die perforierende Keratoplastik (PKP) mittels Excimerlaser (exc) gut dokumentierte Vorteile bezüglich keratometrischem Astigmatismus, Regularität der Topographie und Visus nach Fadenentfernung hat, stehen analoge Befunde für die verschiedenen Varianten der Femtosekundenlaser (fs)-PKP noch aus. Das Ziel der vorliegenden Studie ist die Darstellung von Astigmatismus und Visus im Vergleich zweier nichtmechanischer Laser-gestützter Methoden der PKP bei Keratokonus und Fuchs-Dystrophie. Patienten und Methoden: In dieser prospektiven randomisierten klinischen Single-Center-Studie wurden 60 Patienten im Alter von 20 bis 81 Jahren (phak oder pseudophak, primäre zentrale PKP, ein Operateur BS) in 4 Gruppen randomisiert. Es resultierten 15 Keratokonus und 15 Fuchs-Dystrophie Patienten jeweils mit exc und mit fs. Mittels fs wurde ein „Mushroom“ (Keratokonus) oder „Tophat“ (Fuchs-Dystrophie) Profil mit einem Innendurchmesser von 7,5 mm und einem Außendurchmesser von 8,5 mm sowie einem sog. „side-cut“ in 2/3 der Hornhautdicke kreiert. Der Durchmesser des zylindrischen Profils bei der exc-PKP betrug 8,0 mm. In allen Gruppen betrug die Überdimensionierung des Transplantates 0,1 mm. Die Fixation erfolgte standardisiert mit einer doppelt fortlaufenden Kreuzstichnaht. Auch bei der fs-PKP war die Stichtiefe prädescemetal intendiert und nicht etwa in der Ebene des „side-cut“. Die Zielgrößen waren: topographischer Astigmatismus, topographische Regularität (SRI, TMS-5) und Visus mit Brillenkorrektur. Ergebnisse: Nach Komplettfadenentfernung war der Astigmatismus beim Keratokonus nach exc (2,5±1,4 D) signifikant (p< 0,01) geringer als nach fs-PKP (6,8±3,1 D) (Fuchs-Dystrophie:3,0±2,0 D vs. 5,7±2,8 D). Der SRI war beim Keratokonus nach exc (0,5±0,4) signifikant (p< 0,01) geringer (=günstiger) als nach fs-PKP (0,8±0,3) (Fuchs-Dystrophie:0,7±0,4 vs. 1,1±0,3). Der Visus war beim Keratokonus nach exc (0,8±0,2) signifikant (p< 0,01) besser als nach fs-PKP (0,6±0,2) (Fuchs-Dystrophie: 0,7±0,2 vs. 0,6±0,2). Schlußfolgerungen: Die fs-PKP, deren gravierender Nachteil die Notwendigkeit der Ansaugung, Applanation und Deformation der gesamten Kornea ist, führt beim Keratokonus zu einem höheren Astigmatismus, einer stärkeren topographischen Irregularität und einem schlechteren Brillen-Visus als die exc-PKP.
Referent/in: Stefan Lang (Freiburg)
Fragestellung: Die Endothelzelldichte zählt zu den entscheidenden Parametern für den Krankheitsverlauf bei vielen Erkrankungen der Hornhaut. In der histopathologischen Beurteilung erfolgt meist ausschließlich eine semiquantitative Einschätzung der Endothelzellzahl. Zur Quantifizierung der Endothelzelldichte wurde 1992 von Williams et al. eine Methode vorgeschlagen. Diese wurde an Spenderhornhäuten entwickelt. Ziel dieser Arbeit ist es, die Formel mit Hornhautpräparaten nach perforierenden Keratoplastik zu validieren. Methodik: Gezählt wurden die Endothelzellzahlen von 24 Korneapräparaten (Keratokonus (n=15) Re-Keratokonus (n=9)). Präoperativ lag eine Endothelzelldichtemessung vor. Die histologische Zählung der Endothelzellen erfolgte an jeweils 5 high-power-field (HPF) Fotografien zentral und 2 HPF Fotografien im Randbereich. Zur Errechnung der Endothelzelldichte wurde die Formel von Williams et al. genutzt. Zusätzlich wurde im Rahmen einer Regressionsanalyse eine Prognoseformel für die ermittelte Endothelzellzahl berechnet. Ergebnisse: Die Formel von Williams et al. überschätzt die Endothelzelldichte um 200 bis 1000 Zellen pro mm². In folgender Regressionsgleichung ließ sich der Zusammenhang besser darstellen: Endothezellen /mm² = 59,66 + (272,447 X Endothelzellen pro HPF). Diese Korrelation war eng und zeigte sich als statistisch signifikant (p < 0,0001; R² = 0,901). Für die im Randbereich ermittelte Endothelzellzahl zeigte sich in der Regressionsgleichung: Endothezellen /mm² = 417,684 + (216,555 X Endothelzellen pro HPF im Randbereich). Die gezählte Endothelzellzahl im Randbereich korrelierte ebenfalls (p < 0,0001; R² = 0,650), wenngleich deutlich schwächer konsistent als die zentrale Endothelzellzahl. Schlussfolgerung: Unsere Arbeit bestätigt den von Williams et al. vorgeschlagenen Zusammenhang zwischen der Endothelzelldichte der Hornhaut und der im histologischen Schnitt ermittelten Endothelzellzahl im Grundsatz. Die Differenzen der von Williams et al. vorgeschlagenen Formel und der von uns ermittelten Regression können auf verschiedenen Ursachen beruhen. Trotz der Normierung auf das Sichtfeld kann aufgrund des Aufbaus des Mikroskops ein systematischer Unterschied bestehen. Eine weitere Fehlerquelle kann in Schrumpfungsprozessen bei der histologischen Fixierung liegen. Insgesamt zeigen die im HPF ermittelten Endothelzellzahlen eine gute Korrelation zur präoperartiven Endothelzellzahl. Das System muss aber unbedingt kalibriert werden.
Referent/in: Arne Viestenz (Homburg)
Hintergrund: Die Vis-à-tergo (VAT) ist eine schwere Komplikation während der perforierenden Keratoplastik (PKP). Es wurde ein möglicher Zusammenhang zwischen dem Auftreten einer Vis-à-tergo und dem verwendeten Muskelrelaxans untersucht. Patienten und Methoden: 95 Patienten mit PKP wurden in dieser prospektiven, nicht-interventionellen und von der Ethikkommission genehmigten Studie untersucht (55 Männer, 40 Frauen). Die VAT wurde eingeteilt in 5 Grade: 0= keine Pulsation, 1 = milde Pulsation des Irisdiaphragmas, 2= starke Pulsation mit Iris-Hornhautkontakt, 3= Extrusion von intraokularem Gewebe, 4 = expulsive Blutung. Die analysierten Muskelrelaxantien waren: Mivacurium, Atracurium und Rocuronium. Ergebnisse: Eine signifikante VAT trat bei den PKPs in 77% unter Mivacurium, in 26% bei Atracurium und nur in 7% unter Rocuronium auf (p< 0,001). Schlussfolgerung: Mivacurium birgt ein hohes Risiko für eine VAT während der PKP. Um das Risiko einer VAT bei der PKP zu minimieren, wird die Verwendung von Atracurium oder Rocuronium bei der PKP empfohlen.
Referent/in: Tetiana Gaidamaka (Odessa)
Introduction: Herpetic keratitis has a special place among the inflammatory diseases of the anterior eye, because it characterized by the recurrence of a process. The probability of recurrence after first incident of herpetic keratitis is 33%, after first recurrence it rises to 50-75%. Each following recurrence is more severe, often can not be cured with medications, increases the number of complications (ulceration, perforation of the cornea and others.), more often necessary surgical treatment. Purpose. To analyze peculiarities of herpetic keratitis in patients who underwent therapeutic keratoplasty. Material and methods: We have analysed 206 keratoplasies, performed with curative purpose in patients with acute herpetic keratitis: lamellar - 146, biological covering - 20 and penetrating - 20. We have analysed the age and sex of the patient, the duration of the primary process or recurrence, the number of recurrences, the total duration of illness, number of previous operations, visual acuity et al. Results: It was significantly more men (68%) than women (32%). High visial acuity had only 75 patients (36,4%), and only at 10 of them is was more, than 0,1. In 63 cases provoking factor, which was the cause of the disease is unknown, 52 patients (26,5%) reported that developed disease following microtraumas, 51 patients (26,0%) - after acute respiratory viral infection or hypothermia in 26 patients (13,27%) after mental stress, in one case, (0,51%) after irradiation and 3 (1,53%) during pregnancy, in some cases it was two and more factors. Disease duration was 0.5-600 months. The majority of the group were patients with recurrent process (77,7%) – 1-35 recurrences. Duration of recurrence before the operation was (69,9 ± SD 64,22) days, from 15 till 390 days. The absence of a significant correlation between the common duration of the disease and an area of corneal lesions (p = 0,75) was determined. It was shown that the recurrence rate (p = 0,009) and the number of previous operations (p = 0,0001) as well as the duration of the current recurrence (p = 0,038), are correlated with the affected area of the cornea. Conclusion: Patients with HK, underwent KP, had severe initial state of the eye and course of infectious-inflammatory process. The findings suggest, that patients with HK should be at regularly observation for prevention of the recurrences
Referent/in: Diana Wille (Halle)
Für die mikrobiologische Testung, des bei der Hornhautkultivierung verwendeten Kulturmediums wird ein automatisiertes Blutkultur-Testsystem, auf der Basis von mit flüssigem Nährmedium gefüllten Kulturflaschen, verwendet. Da dieses System seitens des Herstellers nur für Blut, sterile Köperflüssigkeiten und Sputum, Magensaft und Urin validiert ist, wurde vom Paul-Ehrlich-Institut eine Validierung des Systems, nach den Vorgaben der Ph.eur., durch die Gewebeeinrichtungen gefordert. Die Validierung erfolgte nach einem durch die Ph.eur. festgelegtem und durch das Paul-Ehrlich-Institut erweitertem Keimspektrum. Aufgrund lokaler Unterschiede in den verwendeten automatisierten Blutkultur-Testsystemen und den Validierungsplänen und anderer lokaler Unterschiede, sind auch die Ergebnisse nicht homogen. Speziell bei einzelnen Prüfkeimen zeigen sich unterschiedliche Ergebnisse. Durch die kritische Betrachtung verschiedener Faktoren, können Grenzen dieser Methode aufgezeigt werden und mögliche Auswirkungen diskutiert werden.
Referent/in: Tobias Röck (Tübingen)
Purpose: To assess the influence of donor and storage factors on the suitability of organ-cultured corneas for transplantation. Methods: Data from 1340 donor corneas stored between 2009 and 2015 were analyzed retrospectively. Logistic regression analysis was used to assess the influence of different factors on the suitability of grafts for transplantation. Results: Forty-one percent (553/1340) of corneas were discarded. The leading causes for discarding corneas were medical contraindication (20.2%) and poor endothelial quality (19.3%). Donor age had the strongest influence on suitability for transplantation. Corneas from donors aged 80 years and older were more likely to be discarded because of endothelial insufficiency (P < 0.0001). Cause of donor death including infection and multiple organ dsyfunction syndrom (MODS) increased the risk of bacterial or fungal contamination during organ culture (P = 0.0069 and P = 0.0140, respectively). Increased time between death and enucleation was associated with increased risk of unsuitability for transplantation (P < 0.0001). Increased time between death and corneoscleral disc excision and increased storage time had influence on suitability for transplantation (P = 0.0007 and P < 0.0001, respectively). Conclusion: Donor age, cause of death, storage time, death to enucleation and death to disc excision times influenced the suitability of corneas for transplantation. The percentage of discarded corneas may be reduced by shortening storage time, death to enucleation and death to corneoscleral disc excision times. Setting a maximum donor age (for example excluding donors older than 80 years) could reduce the percentage of discarded corneas. However, as long as there is a lack of donor corneas we do not advocate setting a donor age limit.