Postersitzungen, Donnerstag, 1.10.2015

 
Foyer Estrel 13:15 - 14:15 01.10.2015
Postersitzung PDo02
DMEK / DSAEK
Vorsitzende/r: Daniel Meller (Essen), Efdal Yörük (Tübingen)

Referent/in: Sabine Foja (Halle)
Zusammenfassung: Trotz komplikationsfreier Operationstechnik kann es nach einer DMEK zu einem wiederkehrenden Ablösen der Spenderlamelle bis hin zum Transplantatversagen kommen. In einigen Fällen ist nur durch eine re-DMEK eine visuelle Rehabilitation möglich. Wir untersuchten die genetischen Veränderungen im TCF4-Gen sowohl beim Empfänger als auch beim Spender in 2 Fällen mit Transplantatversagen nach wiederholter Ablösung der Spenderlamelle. Patienten und Methoden: Bei 2 Augen von 2 Patienten wurde nach DMEK und wiederholter Luftgabe aufgrund eines Transplantatversagens eine re-DMEK durchgeführt. Sowohl der Empfänger als auch das Spendergewebe wurde auf molekulargenetisch auf Veränderungen im TCF4 Gen untersucht. Ergebnisse: Beide Empfänger wiesen eine TGC-Repeatexpansion (>50 TGC-Repeats) im Intron 2 des TCF4-Gens auf, desweiteren waren beide für den Polymorphismus rs613872 im Intron 3 des TCF4-Gens heterozygot TG. Beide Spenderlamellen wurden nach Explantation 10 bzw. 20 Tage nach DMEK ebenfalls auf Veränderungen im TCF4-Gen untersucht. Beide wiesen keine TGC-Repeatexpansion (>50 TGC-Repeats) im Intron 2 des TCF4-Gens auf, sie waren nicht für den Polymorphismus rs613872 im Intron 3 des TCF4-Gens heterozygot TG. Diskussion: Veränderungen im TCF4 Gen und damit das Genmuster des Spenders scheinen keine prädiktiven Marker für den Verlauf einer DMEK und die Anlage des Transplantates darzustellen. Dennoch scheint, insbesondere bei jüngeren Spendern, bei denen noch keine klinischen Veränderungen am Hornhautendothel nachweisbar sind, eine präoperative Risikobewertung über das TCF4 Gen sinnvoll, um eine Transplantation eines Spendergewebes mit poteintieller Fuchs-Dystrophie zu vermeiden.
Referent/in: Mirjam Luther (Halle)
Zusammenfassung: Trotz der ausgezeichneten Ergebnisse nach DMEK-Operation bei Patienten mit Fuchs`scher Hornhautendotheldystrophie (FCED) birgt die Operationstechnik und die Nachsorge der Patienten im Wesentlichen das Risiko einer partiellen oder totalen Ablösung der implantierten Membran mit nachfolgender ein- oder mehrmaliger Luftnachgabe. Nicht immer kann aus dem Operationsverlauf oder der Nachbetreuung der Patienten eine Ursache für diese Komplikation ausgemacht werden. Wir untersuchten die genetischen Veränderungen im TCF4-Gen in Abhängigkeit von einer primären oder sekundären Transplantatanlage. Patienten und Methoden: Bei 33 Augen von 25 Patienten wurde eine DMEK bei FCED durchgeführt. Im Vorfeld wurden bei 15 Patienten (23 Augen) sowohl die TGC-Trinukleotidrepeatexpansion im Intron 2 des TCF4-Gens, als auch das Allel G des Polymorphismus rs613872 im Intron 3 desselben Gens molekulargenetisch untersucht. Neben dem prä-und postoperativen Visus wurde der Operationsverlauf hinsichtlich Komplikationen und der Frage der Implantation einer Hinterkammerlinse (triple-DMEK) dokumentiert. Ergebnisse: Von 23 Augen (15 Patienten) hatten 21 (13 Patienten=87%) eine TGC-Repeatexpansion (>50 TGC-Repeats) im Intron 2 des TCF4-Gens, für den Polymorphismus rs613872 im Intron 3 des TCF4-Gens zeigten sich 22 Augen (14 Patienten=93%) heterozygot TG. Bei 12 Patienten (36%) wurde eine triple-DMEK durchgeführt. Eine Luftnachgabe erfolgte bei 10 Patienten (30%), wobei die Luftnachgabe nach triple-DMEK 10 Augen (21%) betraf, und nur 2 Fällen (6%) nach DMEK ohne HKL Luft nachgegeben werden mußte. In 5 Augen (15%) mußte nach triple-DMEK keine Luft nachgegeben werden. Der mittlere Visus stieg im Nachbeobachtungszeitraum durchschnittlich 9 Monaten von 0,16 auf 0,52. Bei beiden Patienten ohne eine TGC-Repeatexpansion mußte keine Luft nachgegeben werden. Diskussion: Veränderungen im TCF4 Gen und damit das Genmuster des Patienten stellen keine prädiktiven Marker für den Verlauf einer DMEK und die Anlage des Transplantates dar. Eine erhöhte Rate an Ablösungen konnte nach triple-DMEK beobachtet werden.
Referent/in: Peter Rieck (Berlin)
Fragestellung: Die Descemet Membrane Endothelial Keratoplasty (DMEK) hat sich als OP-Methode der Wahl bei Endothelerkrankungen mit Visusminderung an spezialisierten Zentren etabliert. Einer weiteren Verbreitung der OP-Methode steht bisher die delikate Spenderpräparation und das wenig kontrollierbare intraoperative Handling der Lamelle in der Vorderkammer entgegen. Bei der neuen Präparationsmethode nach Muraine erfolgt im Gegensatz zum klassischen “Stripping” der Descemetlamelle nach Melles eine Hydrodissektion der Descemet vom Stroma einer invers auf eine künstliche Vorderkammer aufgespannten Spenderhornhaut. Vorteile sind insbesondere die schonende Trennung der Lamelle ohne Zugwirkung auf das Endothel sowie die fehlende Rollenbildung der Lamelle. Nach Adaptation der Technik an unserer Klinik gelang es, durch Modifikation der Technik diese noch weiter zu optimieren und zu standardisieren. Methodik: Die Versuche wurden an 34 Spenderhornhäuten durchgeführt, bei denen Ausschlußkriterien für eine Transplantation bestanden. Das Spenderalter lag zwischen 56 und 92 Jahren. Es wurden 4 experimentelle Gruppen bzgl. der Präparationstechnik gebildet: 1. Standard-Stripping (n=6), 2. Standard-Muraine-Hydrodissektion (n=6), 3. inverse manuelle Dissektion (n=12) und 4. Kombination aus manueller- und Hydrodissektion (n=10). Alle Versuche wurden durch einen erfahrenen Operateur durchgeführt, bei allerdings fehlender Erfahrung mit den beschriebenen Techniken. Untersucht wurde die Häufigkeit von Descemeteinrissen und der verursachte Endothelschaden (Trypanblau-Färbung). Ergebnisse: Kleinere periphere Descemeteinrisse traten bei der Stripping-Technik in 32% der Präparationen auf. Größere Läsionen, die zu einem Verlust des Transplantates geführt hätten, wurden in 15% der Fälle beobachtet. Bei den Varianten der Muraine-Technik gab es Unterschiede: TPL-Verluste waren mit der Hydrodissektion in 12%, mit der manuellen Dissektion in 15% und mit der Kombinationstechnik in 3% der Fälle zu beklagen. Endothelzellverluste waren bei der Stripping-Methode mit 16% deutlich höher als bei den Muraine-Technik Varianten (6%), zwischen den Gruppen 2-4 gab es dabei keine signifikanten Unterschiede. Schlussfolgerung: Für den mit der DMEK-Präparation beginnenden Operateur zeigt sich eine Kombination aus manueller Dissektion und Hydrodissektion als Modifikation der 2013 beschriebenen Technik nach Muraine als die sicherste und Endothel-schonendste Präparationstechnik.
Referent/in: Sonja Ute Heinzelmann (Freiburg)
Fragestellung: Der Wechsel der konventionellen Technik der perforierenden Keratoplastik zur Descemet membrane endothelial keratoplasty (DMEK) ist für den in DMEK noch unerfahrenen Chirurgen eine besondere Hürde, da im Falle eines Verlustes des Transplantates während der Präparation oft kein Ersatzgewebe zur Verfügung steht. Daher könnten vorpräparierte DMEK-Transplantate den Zugang zur DMEK deutlich erleichtern. Wir haben mögliche Auswirkungen der vorpräparierten DMEK-Transplantate untersucht und mit denen direkt präparierter Transplantate verglichen. Methodik: Eine Technik der Vorpräparation wird beschrieben, bei der das Transplantat in seiner ursprünglichen Position für 1-2 Tage gelagert wird und welche mit den in Deutschland aktuell gültigen Vorschriften kompatibel ist. Initial wurden 14 tektonische Spenderhornhäute mit dieser Technik präpariert und während 2 Wochen in Kultur wurde die Endothelzelldichte mehrfach gemessen. Danach wurden 11 vorab präparierte Transplantate retrospektiv mit 453 direkt durch den Operateur während der DMEK präparierten Transplantaten verglichen bezüglich Endothelzelldichte, Dislokationsrate und Transplantatversagen. Hierfür wurden Kaplan-Meier Überlebenskurven verwendet. Ergebnisse: Die 14 vorab getesteten tektonischen Transplantate wiesen keinen signifikanten Endothelzellverlust auf. Endothelzelldichte und Dislokationsrate waren zwar vorteilhaft bei direkt präparierten im Vergleich zu vorpräparierten Transplantaten, jedoch zeigte sich keine statistische Signifikanz (p= 0.75 für erneute Lufteingabe bei Dislokation). Die Rate an Transplantatversagen nach 10 Monaten belief sich auf 20% bei vorpräparierten Transplantaten im Gegensatz zu 2% bei direkt präparierten, was mit p=0.02 statistische Signifikanz aufweist. Schlussfolgerungen: Die vorgestellte Methode der Vorabpräparation von DMEK-Transplantaten ist zwar endothelschonend, führte jedoch zu inakzeptabel erhöhter Rate an Transplantatversagen. Daher wäre es wünschenswert, in Zukunft eine alternative Methode zu etablieren, welche gegebenenfalls auch das Verschicken von Transplantaten ermöglichen könnte.
Referent/in: Mikaella-Authia Tsangaridou (Berlin)
Hintergrund: Die Sicherheit und Effektivität der Descemet Membran Endothelial Keratoplasty (DMEK) bei aphaken Patienten zu untersuchen. Methoden: In einer Single Center, retrospektive, unkontrollierte Studie wurden konsekutiv 3 aphake Patienten (4 Augen, Durchschnittsalter: 57, min 48, max 75 Jahre), die zur geplanter DMEK (Descemet Membran Endothelial Keratoplasty) aufgenommen wurden eingeschlossen. Die Option einer simultanen sekundären intraokulären Linsenimplantation (IOL) wurde in der präoperativen Evaluation mit allen Patienten diskutiert. Alle DMEK Operationen wurden in Lokalanästhesie (peribulbär mit intrakameraler Gabe von Lidocain) vom gleichen erfahrenen Operateur (N.T) durchgeführt. Präoperativ, sowie 3 Monaten postoperativ wurde der Visus, die Flap-Adherenz, die re-Bubbling Rate sowie die Hornhautdicke untersucht. Ergebnisse: Im Vergleich zum medianen, präoperativen Visus +1,25 LogMAR, zeigte sich ein verbesserter Visus 3 Monate (Median +0,9 LogMAR) nach der Operation . Eine Luftmigration in die hintere Kammer oder im Glaskörper konnte in allen Fällen schon am ersten postoperativen Tag festgestellt werden. Bei allen Patienten musste auf Grund einer Transplantatdislokation eine erneute Luftfüllung der Vorderkammer erfolgen. Die mediane Hornhautdicke konnte von 773 µm präoperativ auf 566 µm einen Monat postoperativ reduziert werden. Es wurde weder einer Flapluxation im Glaskörperraum noch eine Transplantatabstößung beobachtet. Schlussfolgerung: Die DMEK ist prinzipiell bei aphaken Augen möglich und ist potentiell von Bedeutung zur Verbesserung des Visus bei ausgewählten Patienten. Luftmigration und Flapdislokation sind häufige Komplikationen. Weitere Studien zur Untersuchung der Langzeitergebnissen sind nötig.
Referent/in: Natalia Opitz (Sulzbach)
Fragestellung: Vorgestellt werden Technik und Ergebnisse einer neuen Liquid Bubble Technik zur einfachen no-Touch Präparation von DeszemetmembranEndotheliale Keratoplastik (DMEK) Lamellen mit isolierter Anfärbung der Deszemetmembran ohne Endothelkontakt. Methodik: Nach Einlegen des Spendertransplantats auf einer speziell angefertigten Präparationsbank mit dem Endothel nach oben erfolgt die Identifikation der Irisbasis. Mit einer Parazenteselanze erfolgt die scharfe Sondierung des Trabekelmaschenwerks, anschließend stumpfe Präparation unter der Schwalbelinie hinweg bis 3 mm in die Hornhaut. Mit einer speziellen Kanüle kann angefärbtes Medium (Medium-Trypanblau 1:1) direkt in den sub-Deszemetraum injiziert werden. Nach hochbullöser Ablösung und anschließender Wiederanlage der Deszemet erfolgt die Trepanation auf 8.25 mm Durchmesser und die übliche Beladung der DMEK-Kartusche (Geuder, Heidelberg) zur Impantation. Ergebnis: Insgesamt wurden 72 Spendertransplantate mit der vorgestellten Technik präpariert. Die durchschnittliche Präparationszeit lag deutlich unter der für die manuelle Präparation benötigten Zeit. In vier Fällen war die Liquid Bubble Abhebung nicht vollständig, so dass auf die manuelle Standardmethode umgestellt wurde. Diese Präparation war in 3 Fällen erfolgreich, in einem Fall konnte auch mit der manuellen Standardmethode keine intakte Lamelle präpariert werden. Schlussfolgerung: Die Liquid Bubble Technik scheint eine sichere, minimal-invasive Präparationsmethode von DMEK-Lamellen zu sein, die deutlich rascher durchzuführen und leichter zu erlernen ist als die manuelle Standardtechnik. Sie bietet zusätzlich die Möglichkeit, jederzeit auf die manuelle Präparationstechnik umzustellen, so dass auch in schwierigen, sehr adhärenten Lamellen eine erfolgreiche Präparation möglich ist. Ein weiterer Vorteil ist die isolierte, homogene Anfärbung nur der Deszemetmembran ohne Endothelkontakt mit dem Farbstoff zur Vermeidung einer möglichen Toxizität.
Referent/in: Kristina Spaniol (Düsseldorf)
Einleitung: Die Descemetmembran-Endothel-Keratoplastik (DMEK) führt zu einer schnellen Visuserholung bei geringem Abstoßungsrisiko. Bei der technisch anspruchsvollen Implantation kann es zu Dezentrierungen des Transplantates (TP) kommen. Wir untersuchten den Einfluss der TP-Zentrierung auf das klinische Ergebnis nach DMEK im 4-Monatsverlauf. Methoden: Ein Kollektiv von 88 Patienten wurde prospektiv vor sowie 6 Wochen und 4 Monate nach DMEK hinsichtlich best-korrigiertem Visus (BCVA, logMar), Pachymetrie (Pentacam, Oculus), Endothelzellzahl und Auftreten von TP-Versagen untersucht. Intraoperativ wurde der Abstand des TP zum Hornhautlimbus in mm bei 12, 3, 6 und 9 Uhr gemessen. Der Betrag der vertikalen und horizontale Dezentrierung wurde aus dem Abstand zum Limbus berechnet (Vertikale Dezentrierung: ((Abstand Limbus zum TP bei 12 Uhr + Abstand Limbus zum TP bei 6 Uhr) : 2) - Abstand Limbus zum TP bei 6 Uhr. Horizontale Dezentrierung: ((Abstand Limbus zum TP bei 9 Uhr + Abstand Limbus zum TP bei 3 Uhr) : 2) - Abstand Limbus zum TP bei 3 Uhr). Die statistische Auswertung erfolgte mit SPSS 21.0 (Signifikanzniveau p≤0,05). Ergebnisse: Im Verlauf zeigte sich ein signifikanter Anstieg des Visus von 0.7±0.41 auf 0.16±0.14 logMar (p< 0.001) mit Abnahme der Pachymetrie von 727±170 auf 534±86µm (p=0.014). In drei Fällen kam es zum Transplantatversagen. Die mittlere vertikale und horizontale Dezentrierung lag bei 0,22mm (Minimum 0,0mm; Maximum 2,50mm) und 0,20mm (Minimum 0,0mm; Maximum 1,75mm). Eine größere horizontale Dezentrierung korrelierte signifikant mit einer höheren Pachymetrie (r=0,33, p=0,01) und einem schlechteren Visus (r=0,33, p=0,008) sechs Wochen aber nicht 4 Monate postoperativ. Ein Transplantatversagen trat häufiger bei vertikaler und horizontaler Transplantatdezentrierung auf (p=0,02 und p< 0,001). Schlussfolgerung: Die DMEK führt zu einer guten und schnellen Visuserholung. Eine genaue intraoperative Zentrierung des TP erhöht hierbei die Wahrscheinlichkeit für einen frühpostoperativ guten Visus. Dies könnte durch eine deutlichere Entquellung der Empfängerhornhaut bei besserer Pumpfunktion der Endothelzellen erklärbar sein. Die TP-Zentrierung scheint jedoch im weiteren Verlauf keinen signifikanten Einfluss auf das Visusergebnis zu haben. Allerdings sollten Patienten mit dezentrierten TP engmaschiger auf ein TP-Versagen untersucht werden, da eine größere Dezentrierung mit einem TP-Versagen korreliert.
Referent/in: Lamis Baydoun (Rotterdam)
Purpose: To evaluate the 1-year clinical outcome after semi-circular Descemet membrane endothelial keratoplasty (hemi-DMEK) in a first case series. Setting/Venue: Netherlands Institute for Innovative Ocular Surgery / Tertiary referral center. Methods: In three eyes of three patients with Fuchs endothelial dystrophy, best corrected visual acuity (BCVA), endothelial cell density (ECD), pachymetry, and intra- and postoperative complications were evaluated after transplantation of a semi-circular 12 mm diameter Descemet graft (hemi-DMEK graft). Results: All corneas cleared within 6 months and showed a stable pachymetry thereafter (527, 535 and 490 µm, respectively). Compared to preoperative measurements, average central ECDs dropped by 51% (56, 39, and 59%, respectively) at three months, 53% (57, 38, and 63%, respectively) at 6 months, and 59% (60, 47, and 71%, respectively) at 12 months. Denuded stromal areas adjacent to the graft cleared and at 12 months peripheral ECD counts ranged from 724 to 1051 cells/mm2. At 12 months, BCVA was 20/22 (0.9), 20/40 (0.5, amblyopic eye) and 20/17 (1.2). No postoperative complications occurred throughout the study period. Conclusions: Hemi-DMEK may provide visual outcomes similar to those in routine DMEK at the one year postoperative. If so, hemi-DMEK could become the next step in endothelial keratoplasty, owing to its potential to double the yield of transplants from the same donor pool (two hemi-DMEK grafts can be prepared from one donor cornea).
Referent/in: Jan Schwinde (Düsseldorf)
Fragestellung: Die Descemetmembran Endothel Keratoplastik (DMEK) ist ein modernes Verfahren zur Behandlung von Hornhautendothelerkrankungen, das zu einer schnellen Visusrehabilitation führt. In dieser Studie wurden der best-korrigierte Visus (BCVA), der Endothelzellverlust und die Pachymetrie nach DMEK sowie der Einfluss verschiedener prä-, peri und postoperativer Faktoren im 2-Jahres-Verlauf untersucht. Methodik: 201 Augen von 173 Patienten (105 weiblich, 68 männlich) wurden mit DMEK (n=129) oder Triple-DMEK (n=72) zwischen Juni 2012 und März 2015 versorgt und in eine nicht randomisierte prospektive Studie eingeschlossen. Der BCVA (log Mar), die Pachymetrie (Pentacam, Oculus) und die Endothelzellzahl (EZZ) wurden präoperativ, nach 6 Wochen, sowie 4, 8,12 und 24 Monaten erhoben. Die Häufigkeit von Transplantatversagen und Lufteingabe in die Vorderkammer (Rebubbling), der subjektive Schweregrad der Transplantatpräparation und –implantation und die Operationsdauer wurden ausgewertet. Die statische Auswertung erfolgte mit SPSS 22.0 (p≤0,05). Ergebnisse: Bis zur 12 Monats-Beobachtung zeigte sich ein signifikanter Visusanstieg (p< 0,001) mit Abnahme der Hornhautdicke (p< 0,001). Eine schwierige Transplantatpräparation und lange Präparationsdauer korrelierten mit einem schlechteren 12-Monats-Visus (p=0,049, r=-0,280). Die EZZ nahm im 2-Jahres-Verlauf signifikant ab (p< 0,001), eine höhere EZZ korrelierte mit einem besseren BCVA (p=0,013, r=0,572). 6 Patienten hatten 7 Transplantatversagen (3,5%), wobei in 5 Fällen ein einmaliges Rebubbling und in 2 Fällen ein zweimaliges Rebubbling erfolgte. Insgesamt erhielten 30 Augen 1 Rebubbling (21%), 11 Augen 2 und 1 Auge 4 Rebubblings. Eine erhöhte Rebubbling-Rate korrelierte mit einer niedrigeren EZZ nach 6 Wochen und 4 Monaten. Schlussfolgerung: Die DMEK ist sicher und führt zu einem signifikanten Visusanstieg. Die EZZ zeigt einen direkten Zusammenhang mit dem Visus nach 24 Monaten, so dass Transplantate mit einer hohen Endothelzelldichte vorzuziehen sind. Ein wiederholtes Rebubbling führt zu einer erniedrigten früh-postoperativen EZZ. Eine langwierige Transplantat-Präparation korreliert mit einem schlechteren Visus im 12-Monats-Verlauf; hier könnte es zu einem Transplantatschaden mit EZZ-Verlust kommen. Um ein besseres BCVA Langzeitergebnis zu gewährleisten, sollten Spenderhornhäute eine hohe EZZ aufweisen und schnell und schonend präpariert werden. Die Anzahl der Rebubblings sollte gering gehalten ermöglichen.
Referent/in: Maged Alnawaiseh (Münster)
PURPOSE: The aim of the study is to quantify the corneal densitometry by using the Pentacam Scheimpflug corneal tomography (Pentacam HR, Oculus GmbH, Wetzlar, Germany) in patients with Fuchs endothelial dystrophy before and following endothelial keratoplasty. METHODS: In this study we retrospectively reviewed the charts and anterior segment data of patients with FED before and after endothelial keratoplasty. Patients were examined using a Scheimpflug-based Oculus Pentacam Corneal densitometry module . Patients were divided into four groups: group 1 (control-group) group 2 (patients with FED before surgery), group 3 (patients s/p DSEAK) and group 4 (patients s/p DMEK). Densitometry parameters in different layers and in different annuli were measured and analyzed. RESULTS: 47 eyes of 37 Patients (18 male, 19 female) after endothelial Keratoplasty (17 DSEAK, 30 DMEK) as well as randomly selected 49 eyes of 49 aged-matched control patients (27 male, 22 female) with normal corneas were included. In group 2 total corneal light backscatter at total corneal thickness and at total diameter was significantly higher than in the control group (group 1: 24.45 ± 4.28; group 2: 30.04 ± 8.61; p = 0,002). Corneal densitometry at total diameter (TD) after DMEK in the anterior layer(AL), posterior layer(PL) and at total Thickness (TT) were significantly lower than before (AL: p = 0,03, CL: p = 0.004, Total Diameter p = 0,02) . Corneal light backscatter at total diameter in the CL after DSEAK was higher than before (before: 25.73 ± 8.39; after: 26.36 ± 9.47; p = NS). CONCLUSIONS: Corneal densitometry enables us to evaluate optical quality in different corneal layers and is a useful objective method to quantify the outcome of endothelial-Keratoplasty. The improvement of corneal densitometry after DMEK especially in the CL is considerably higher than s/p DSEAK. This can be explained by the DSEAK-Interface.
Referent/in: Friederike Schaub (Köln)
Fragestellung: Die "Descemet Stripping Automated Endothelial Keratoplasty" (DSAEK) und die "Descemet Membrane Endothelial Keratoplasty" (DMEK) sind etablierte Techniken zur Behandlung von Endothelpathologien. Derzeit ist die DSAEK weltweit die führende operative Methode zur Behandlung endothelialer Hornhauterkrankungen. Immer mehr setzen sich jedoch Techniken durch, die ein möglichst dünnes, aber auch berechenbares Endothel-Descemet-Transplantat ermöglichen. Als neue Technik steht nun die ultradünne DSAEK (UT-DSAEK) als möglicher „goldener Kompromiss“ zur Verfügung. In diesem Beitrag werden erste Erfahrungen mit dieser innovativen Technik geschildert. Methodik: Bei 2 Patienten (n=2) mit Endotheldekompensation bei Transplantatversagen bei Zustand nach perforierender Keratoplastik wurde die UT-DSAEK eingesetzt. Jeweils am Tag vor der Keratoplastik wurde die Spenderhornhaut (zuvor 12h in Kulturmedium 2 entquollen, Biochrom Kat.Nr.F9017) mittels des SLc Expert Mikrokeratoms von Gebauer SL-OCT-gestützt präpariert. Die Spender-Hornhautdicke wurde vor der Präparation mittels SL-OCT und Orbscan ermittelt und eine Ziel-Transplantatdicke für die ersten beiden Fälle von 80μm definiert, da das SLc Expert Mikrokeratom erstmalig eingesetzt wurde. Nach Präparation erfolgte eine Kontrollmessung der Spenderlamelle mittels SL-OCT. In weiteren Fällen ist bereits die Durchführung der UT-DSAEK mit einer geringeren Zieldicke der Lamelle geplant. Ergebnisse: In allen Fällen konnte die Spenderhornhaut komplikationslos präpariert werden. Die geschnittene Transplantatdicke wich in beiden Fällen um weniger als 20μm von der gezielten Lamellendicke ab. Intraoperativ kam es zu keinen unerwarteten Komplikationen, auch der frühe postoperative Verlauf gestaltete sich unauffällig, es waren keine erneuten intrakameralen Lufteingaben erforderlich. Zwei Wochen nach erfolgter UT-DSAEK zeigte sich in beiden Fällen ein klares, anliegendes Transplantat, zentrale Transplantatdicke im SL-OCT in beiden Fällen ca. 80μm (Fall 1 82μm ± 6,1μm, Fall 2 79,3μm ± 6,0μm), die zentrale Hornhautdicke zeigte 2 Wochen postoperativ in beiden Fällen einen deutlichen Rückgang des Ödems (Fall 1: mit 701μm ± 25,2μm, 63,4% des Ausgangswertes; Fall 2: 614μm ± 20,4μm, 85,6%). Schlussfolgerung: Die UT-DSAEK hat möglicherweise das Potential die Vorteile der DSAEK mit denen der DMEK für die Behandlung von Endothelpathologien zu kombinieren. Das SLc Expert Mikrokeratom schneidet reliabel DSAEK Lamellen von 80µm Dicke.
Referent/in: Borys Kogan (Odessa)
Introduction: In recent years, research groups of scientists around the world are working to solve urgent problems of transplantation, and to solve the problem of obtaining donor material pigs were considered to be quite acceptable source of transplants (heart, kidney, liver, pancreatic cells) for human transplantations. Purpose: To study the effectiveness of the intralamellar heterogeneous corneal stroma equivalent (CSE) transplantation in experiment received by various methods. Material and methods: Corneas of enucleated porcine eyes were used to obtain cell-free equivalents of the corneal stroma through several varieties of decellularization. Experimental studies were performed on 25 rabbits (50 eyes) Chinchilla breed. During the operation intralamellar CSE transplantation was held using one of five varieties of decellularization. After the surgery antimicrobial and anti-inflammatory therapy was performed. Results: With the help of special processing techniques 5 CSE embodiments were obtained from experimental animal`s corneas. Comparative analysis of the data concerning rabbit`s eyes state after ESC transplantation of several varieties allows to place them in a number of clinical indicators of the degree of improvement in the following order: № 1 and № 5, № 2, № 3 and №4. It should be noted that in the case of CSE 4 transplantation degree of conjunctival discharge, conjunctival hyperemia, inflammatory infiltration, and corneal opacity (graft) was 0 points, which distinguishes it from other kinds of CSE. Conclusion: Rabbit`s eyes unresponsiveness after optimal ESC variant transplantation and high clinical efficacy of this type of keratoplasty confirms the possibility of its use in the clinic.