Postersitzungen, Donnerstag, 1.10.2015

 
Foyer Estrel 13:15 - 14:15 01.10.2015
Postersitzung PDo04
Neuro-Ophthalmologie / Strabologie Neuro-Ophthalmology / Strabology
Vorsitzende/r: Dorothea Besch (Tübingen), Antje Neugebauer (Köln)

Referent/in: Katharina Blobner (München)
Fragestellung: Patienten mit Drusenpapille zeigen eine fortschreitende Kalzifizierung des Nervus opticus mit sowohl oberflächlichen, als auch tiefen Ablagerungen. Oberflächliche Drusen sind in der Fundusautofluoreszenz (FAF) üblicherweise eindeutig zu identifizieren. Für eine sichere Detektion tiefer Einlagerungen ist eine Sonographie notwendig. Ziel dieser Studie war es, die morphologischen Charakteristika von Drusenpapillen in der transverse section enhanced depth imaging (TVS-EDI) OCT aufzuzeigen und den klinischen Stellenwert dieser neuen Untersuchungsmethode zu evaluieren. METHODEN: Eingeschlossen wurden 12 Augen von 6 Patienten (5 Frauen, 1 Mann, mittleres Alter 63 Jahre). Neben einer klinischen Standarduntersuchung erhielten alle Patienten ein 30° Gesichtsfeld und eine Sonographie, sowie eine Fundusphotographie und FAF (488 nm). Zusätzlich erfolgte ein dichter Volumen-Scan der Papille mit einer Rasterfläche von 4,2 x 2,8 mm und 97 Einzelschnitten bei einer Mittelung von 19 frames (Heidelberg Spectralis OCT, Software V6.1). Folgende Parameter wurden ausgewertet: peripapilläre Aderhautdicke (nasal und temporal jeweils 1500 µm vom Papillenzentrum), maximale Papillenprominenz, die Größe der horizontalen Bruch Membran Öffnung (BMO) sowie qualitative morphologische Eigenschaften. ERGEBNIS: Bei allen Patienten konnten die charakteristischen Zeichen der Drusenpapille in der FAF, der Sonographie und Fundusphotographie aufgezeigt werden. In der TVS-EDI-OCT konnten in allen Augen oberflächliche Drusen nachgewiesen werden sowie in 88% Drusenanteile unterhalb oder auf der Ebene der Bruchmembran. Die BMO war im Mittel 1604 µm. Die Aderhautdicke nasal betrug 107 µm und temporal 109 µm im Mittel. Die maximale Papillenprominenz betrug 690 µm im Mittel. In der TSV-EDI-OCT konnten bei allen Patienten die Drusen von Gefäßen eindeutig abgegrenzt werden, vor allem durch die Drusen umgebenden hyperreflektiven, scheibenförmigen Ablagerungen. Es gelang außerdem in 1 Auge der Nachweis tiefer Drusen, welche in der FAF kein Signal zeigten. ZUSAMMENFASSUNG: Die TSV-EDI-OCT ermöglicht eine genaue Detektierbarkeit und Beurteilung der Drusenpapille insbesondere im Hinblick auf Morphologie und anatomischen Lage. Die Parameter erlauben eine genaue Verlaufsbeurteilung. Des Weiteren zeigt die OCT Darstellung beim Nachweis von tief liegenden Drusen eine höhere Sensitivität auf als die FAF.
Referent/in: Teresa Barth (Regensburg)
Fragestellung: Die choroidale Neovaskularisation (CNV) ist eine bei Kindern sehr selten auftretende Erkrankung des hinteren Augenabschnitts. Häufig besteht eine Assoziation mit anderen Netzhaut-/Aderhauterkrankungen wie Angioid streaks oder dem Aderhautosteom. Unsere Erhebung beabsichtigt die Identifizierung klinischer Parameter, die Erfassung des Verlaufs und der Ansprechrate auf eine Behandlung. Methodik: In einer retrospektiven Analyse wurden alle seit Gründung des Universitätsklinikums Regensburg dokumentierten Fälle einer CNV bei Kinder bis zum Alter von 18 Jahren erfasst (1992-2014). Ergebnisse: Die Erhebung umfasste 9 Augen (4 rechts, 5 links) von 8 Patienten mit CNV. Insgesamt waren 2 Jungen (22 %) und 7 Mädchen (78 %) an einer CNV erkrankt. Das mittlere Alter bei Erstvorstellung lag bei 13,8 Jahren (SD 1,99 Jahre). Eine bilaterale CNV fand sich bei 1 Kind. Es fanden sich folgende okuläre Begleiterkrankungen: Aderhautosteom (n = 2), Angioid Streaks (n = 1), North-Carolina-Makuladystrophie (n = 1), Punctate inner choroidopathy (n = 1) und Myopia magna (n = 1). In 2 Fällen wurde eine idiopathische CNV diagnostiziert. Der mittlere Visus bei der ersten Visite lag bei 0,4 (SD 0,29). Bei 8 Augen (89%) erfolgte eine Behandlung. In einem Fall wurde aufgrund der Vernarbung der CNV keine Therapie durchgeführt. Die Therapie der an einer CNV erkrankten Augen erfolgte mittels photodynamischer Therapie (PDT) (n = 1), einer Monotherapie mit intravitrealen Anti-VEGF-Hemmern (n = 5), einer Kombinationsbehandlung aus PDT und fokaler Laserkoagulation (LK) (n = 1) oder PDT und Anti-VEGF-Injektionen (n = 1). Die Mehrzahl der Augen (75 %) wurde mit Anti-VEGF-Präparaten behandelt. Bei allen mit VEGF-Inhibition behandelten Augen waren mehrfache Gaben erforderlich. Durchschnittlich lag die Injektionsanzahl bei 6,2 Spritzen. Der mittlere Visus der behandelten Augen lag bei der letzten Visite bei 0,5 (SD 0,4). Eine Visusbesserung trat bei 5 der 8 behandelten Augen (62 %) ein. Ein Visusabfall zeigte sich in 3 Fällen (38 %). Ein Rezidiv trat bei 4 Augen (44 %) auf und wurde jeweils mit erneuten Anti-VEGF-Injektionen behandelt. Schlussfolgerungen: Eine CNV im Kindes- und Jugendalter ist eine seltene, aber visusbedrohende Erkrankung. Unsere Studienpopulation zeigte verschiedene okuläre Begleiterkrankungen. Insgesamt fand sich ein heterogenes Ansprechen auf die Therapie. Seit Einführung der VEGF-Inhibition haben LK und PDT als Primärtherapie der CNV an Stellenwert verloren.
Referent/in: Silvia Schroff (Erlangen)
Fragestellung: In unserer Studie haben wir den Effekt von Papillenödemen auf die Bruch Membran Öffnung basierte minimale Randsaumbreite (BMO-MRW) und die retinale Nervenfaserschichtdicke (RNFL) mittels optischer Kohärenztomografie (SD-OCT) analysiert. Methodik: Es wurden 44 Augen mit Papillenödem und 12 Kontrollen in die Studie eingeschlossen. Nach Ätiologie des Papillenödems wurden sechs Untergruppen (Stauungspapille, Papillitis, nicht-arteriitische ischämische Optikusneuropathie, Zentralvenenverschluss, Pseudostauungspapille und Papillenödeme unklarer Genese) unterschieden. Neben einer standardisierten Abklärung führten wir bei allen Patienten und Kontrollen eine Bildgebung der Papille mit dem SD-OCT durch. Mittels SD-OCT Untersuchung wurden Werte für die BMO-MRW und die RNFL im Durchschnitt und für den vertikalen Schnitt von 6 Sektoren ermittelt und statistisch verglichen. Die statistische Analyse wurde durchgeführt unter einfaktorieller Varianzanalyse. Die Untergruppen wurden mit einem Post-Hoc Scheffé Test verglichen. Ergebnisse: Bei allen Patienten mit Papillenödemen, ausgenommen Pseudostauungspapillen (491.5±68.86 µm), ergaben sich für die durchschnittliche BMO-MRW signifikant höhere Werte (651.1±161.89 µm, P < 0.001) als für die Kontrollgruppe (341.2±54.55 µm). Im Vergleich zur Kontrollgruppe zeigten sich signifikant höhere BMO-MRW Werte in allen untersuchten Sektoren (P < 0.001). Der Vergleich der RNFL von Papillenödemen (162.2±66.51 µm, P = n.s.) und Kontrollgruppe (98.2±8.85 µm) blieb auf Grund der großen Streuung in der Gruppe der Papillenödeme ohne Signifikanz. Schlussfolgerung: Die BMO-MRW erweist sich im Gegensatz zur RNFL als sensitiver Parameter in der Diagnostik von Papillenödemen. Bei der Unterscheidung von Stauungspapillen und Pseudostauungspapillen kann die BMO MRW hilfreich sein. Die BMO MRW hat das Potential eine objektive Verlaufsbeobachtung von Papillenödemen mit der BMO als anatomische Referenzebene zu ermöglichen.
Referent/in: Anne Birkenbach (Regensburg)
Hintergrund: Berichtet wird über den Fall eines bilateralen Papillenödems bei einem Patienten mit POEMS-Syndrom (Polyneuropathy, Organomegaly, Endocrinopathy, Monoclonal protein, Skin changes). Methoden. Kasuistik. Falldarstellung: Ein 62-jähriger Patient mit bekannter MGUS (Monoklonale Gammopathie Unklarer Signifikanz) und peripherer Polyneuropathie wurde zur weiteren diagnostischen Abklärung bei Verdacht auf Vorliegen eines POEMS-Syndroms in unserer Klinik vorgestellt. Anamnestisch litt der Patient seit 10 Monaten unter Taubheitsgefühl beider Füße sowie Schmerzen beim Gehen. Zudem bestand eine deutliche subjektive Verschlechterung des Allgemeinbefindens begleitet von Gewichtsverlust und intermittierendem Auftreten von Nachtschweiß sowie Diarrhoen. Eine Visusminderung wurde vom Patienten nicht beklagt. Die bestkorrigierte Sehschärfe betrug beidseits 0,8. Funduskopisch zeigte sich beidseits ein ausgeprägtes Papillenödem mit kleinen Papillenrandblutungen. In der Perimetrie (HFA-30-2) fand sich eine allgemeine Herabsetzung der Empfindlichkeit mit vergrößertem blinden Fleck und relativen Ausfällen insbesondere in den oberen 30°, bei jedoch insgesamt schlechter Mitarbeit. Bei dem Patienten wurden im Rahmen des internistischen Stagings neben der MGUS (Typ IgA Lambda) und der peripheren Polyneuropathie ein erhöhter VEGF-Serumspiegel (Vascular Endothelial Growth Factor), Hautveränderungen, Organomegalien (Leber, Milz), ein Aszites, periphere Ödeme sowie eine Hypothyreose festgestellt. Von den Kollegen der Klinik für Hämatologie und internistische Onkologie wurde daraufhin die Diagnose eines POEMS-Syndroms gestellt. Eine systemische Therapie mit Dexamethason in Kombination mit Lenalidomid wurde eingeleitet. In der ophthalmologischen Verlaufskontrolle nach 3 Monaten zeigte sich ein Visusanstieg auf beidseits 1,0 bestkorrigiert. Sowohl funduskopisch als auch in der OCT (Optical Coherence Tomography) fand sich ein Rückgang des Papillenödems. Die Gesichtsfeld-Kontrolle war bei noch schlechter Mitarbeit nicht vergleichend auswertbar. Schlussfolgerung: Das POEMS-Syndrom ist eine klinische Rarität. Eine Papillenschwellung tritt dabei jedoch relativ häufig auf. Seltene Erkankungen sollten als Ursache einer bilateralen Papillenschwellung daher nie außer Acht gelassen werden. Aufgrund der Seltenheit und Komplexität des Krankheitsbildes ist eine fachrichtungsübergreifende Zusammenarbeit unerlässlich. Im Verlauf sollten regelmäßige ophthalmologische Kontrollen erfolgen.
Referent/in: Claudia Thieme (Berlin)
Hintergrund: Wir stellen hier einen Patienten mit Glioblastoma multiforme vor, der 11 Monate nach einer Radiochemotherapie mit Temozolomid eine beidseitige sowie rasch progrediente Optikopathie entwickelte. Bisher ist in der gesamten Weltliteratur lediglich 8 Patienten beschrieben, die im Rahmen einer Therapie eines Glioblastoma multiforme auf die kombinierte Applikation von kranieller Radiatio und Chemotherapie mit Temozolomid eine Optikopathie entwickelt hat. Als einzige Therapieoption wird eine intravenöse Gabe mit Bevacizumab zur Reduktion der cerebralen Nekrosebildung beschrieben. Methode: Ein 58-jähriger männlicher Patient stellte sich mit subjektiv rapide verlaufendem Visusverlust ambulant vor. Neben einer Visusreduktion auf 0,6 beidseits zeigte sich ein bitemporaler Gesichtsfeldausfall. Anamnestisch war vor 11 Monaten ein Glioblastoma multiforme chirurgisch reseziert und anschließend eine kombinierte Radiatio (Gesamtdosis 60Gy) mit 6 Zyklen Chemotherapie mit Temozolomid durchgeführt worden. Ergebnisse: Nachdem bereits bei Erstvorstellung eine beidseitige Optikusatrophie vorlag, wurde bei V. a. ein Tumorrezidiv ein cMRT initiiert. Der Rezidivverdacht konnte jedoch nicht bestätigt werden. Trotz einer initialen Gabe von 1g Urbason i.v. für 5 die trat 1 Monat später eine Visusverschlechterung am LA auf 1/35 ein, der Visus rechts blieb stabil bei 0,5. Zusätzlich zeigte sich eine Verschlechterung des zentralen Gesichtsfeldes. In den folgenden 2 Monaten fiel der Visus am RA auf 0,1 und am LA auf Handbewegung ab, woraufhin die Therapie mit Bevacizumab 7,5mg/kg in 3 Zyklen in Kombination mit Dexamethason i.v. eingeleitet wurde. 8 Wochen später zeigte das cMRT einen stabilen Optikusbefund. Weitere 2 Monate später trat ein Rezidiv des Glioblastoms auf, woraufhin der Patient eine Fortsetzung der Therapie mit Bevacizumab ablehnte. In einer interdisziplinären Tumorkonferenz wurde eine erneute Chemotherapie mit Temozolomid festgelegt, welche beendet wurde, da sich der Befund trotz erneuter Chemotherapie progredient zeigte. Schlussfolgerung: Auch der hier beschriebene, sehr seltene Fall eines Patienten mit einem Glioblastoma multiforme demonstriert, dass durch das Chemotherapeutikum Temozolomid in Kombination mit einer kraniellen Radiatio wahrscheinlich eine Optikopathie ausgelöst werden kann, welche nur in einem sehr geringen Maß therapeutisch beeinflussbar ist.
Referent/in: Philipp Ackermann (Düsseldorf)
Fragestellung: Die Dickenänderung papillarer und makulärer retinaler Schichten bei akuten und chronischen Durchblutungsstörungen ist bisher unverstanden. Ein Verständnis über den zeitlichen Verlauf der Dickenänderung retinaler Schichten soll mittel optischer Kohärenztomographie entwickelt werden. Methodik: Monozentrische Längsschnittsanalyse von Patienten mit nicht-arteriitischer AION sowie eines gesunden Kontrollkollektivs. Ausgewertet wurden retinale Schichten von Papillen- und Makulascans des Spectralis OCT. Gemessen wurde in den ersten 7 Tagen nach Beginn der Symptomatik täglich und nach 3 Wochen. Ergebnis: Eingeschlossen wurden 10 Patientenaugen mit AION (klinische Symptome weniger als 7 Tage), und 18 altersgleiche Retina-gesunde Patientenaugen. Bei Patienten mit akuter AION kommt es zur Schwellung aller Netzhautschichten, in allen Quadranten des Sehnervenkopfes. In der Makula zeigen sich im akuten Stadium keine Veränderungen der retinalen Schichtdicken. Im chronischen Stadium schrumpft die papilläre Gesamtdicke aufgrund der veringerten retinalen Nervenfaserschicht (RNFS). In der Makula zeigen sich vor allem die Gesamtnetzhautdicke, die RNFS, die Ganglionzell- und innere plexiforme Schicht vermindert. Schlussfolgerung: Mittels OCT-Segmentationsanalyse zeigt sich bei akuter AION nicht nur eine Zunahme der RNF-Schicht und der GZS, sondern auch der inneren und äußeren papillären Netzhautschichten. Im Verlauf dieser Erkrankung stellt sich die RNF-Schicht verringert dar, dagegen bleibt die äußere Körnerschicht bis zu den Innensegmenten der Fotorezeptoren verdickt. Innere und äußere Makulaschichten zeigen sich im chronischen Stadium ebenfalls Dicken-reduziert.
Referent/in: Christian Meltendorf (Magdeburg)
Ein 9-jähriges Mädchen stellte sich erstmalig mit einem plötzlich aufgetretenen schwarzen Fleck im Gesichtsfeld des linken Auges vor. Bei der klinischen Untersuchung lag der Visus beidseits unkorrigiert bei 1,0. Am Fundus des linken Auges zeigten sich dezente, teils flächenhafte, teils fleckförmige, scharf begrenzte Veränderungen im Bereich der Makula, welche sich in der Spektral-Domänen optischen Kohärenztomographie (SD-OCT) als Unregelmäßigkeiten im Bereich der äußeren Photorezeptorschicht darstellten. In der automatischen statischen Schwellenwert-Perimetrie des linken Auges zeigte sich ein großer, tiefer bis absoluter Gesichtsfelddefekt um den blinden Fleck herum von etwa 15° Durchmesser. Den richtungsweisenden Befund für das bei der Patientin vorliegende „Acute Idiopathic Blind Spot Enlargement Syndrome“ lieferte das multifokale Elektroretinogramm. Hier zeigten sich am betroffenen Auge deutlich erniedrigte Amplituden der peripapillären Netzhautareale in Korrespondenz zur Perimetrie. Es werden die Befunde bei Erstvorstellung und bei der Verlaufskontrolle fünf Monate nach Symptombeginn dargestellt und mit ähnlichen Fällen aus der Literatur vergleichend diskutiert.
Referent/in: Peter Sapundzhiev (Sofia)
Purpose: To present the structural and functional eye disorders in patients with MS, observed and followed with eye examinations, including optical coherence tomography (OCT) and computed perimetry (CP). Patients and methods: We have examined 18 consecutive MS patients, referred to our clinic from a neuroligical department for a period of seven months with the following characteristics: the first group consist of patients, in which the disease has started with eye manifestations; the second group includes patients, who had developed eye disorders after MS was diagnosed; the third group consists of patients, without eye disorders so far . All patients underwent full eye exam, including specialized methods such as OCT and CP and photo documentation. All patients were on systemic treatment, prescribed by neurologists. Results: In about 30% of our patients eye symptoms were the first sign of MS. The most common complaints were decreased or blurred vision and diplopia. 2/3 of all patients had a pale optic disc. Half of the patients with eye symptoms, demonstrated visual field abnormality. On eye fundus and at OCT exams a RNFL thinning was observed in MS patients from all groups. Conclusion: OCT imaging combined with functional eye exams is of great value for the diagnosis, follow up of the disease progression and therapy adjustment. The early interdisciplinary collaboration and the performance of routine and specialized methods such as OCT and CP contributes to detecting early or subclinical changes and thus to a appropriate treatment.
Referent/in: Ionela Iosub (Bucharest)
Purpose: To review the results and techniques of surgical treatment of large-angle consecutive exotropia depending on intraoperative findings. Methods: In a retrospective study, we evaluated 28 patients operated for large-angle consecutive exotropia (greater than 40 prism diopters), 4 to 25 years after the first surgery for esotropia. The following parameters were analyzed: preoperative deviation, early (1 month) and late (6 months) postoperative deviations, limitation of adduction, force duction testing, intraoperative findings. The procedure performed in the majority of cases (17 patients) was two muscles surgery: unilateral lateral rectus (LR) recession combined with medial rectus (MR) advancement to the original insertion ± MR resection or bilateral MR advancement ± MR resection (Group 1). On 7 patients we underwent one muscle surgery: MR advancement combined with MR resection (Group 2). Only in 4 patients we performed three muscles surgery: bilateral MR advancement combined with unilateral LR recession (Group 3). Results: The mean preoperative exodeviation was 48 prism diopters (PD) and decreased from 48 PD exotropia preoperatively to 10 PD exotropia postoperatively in Group 1 and from 42 PD exotropia preoperatively to 12 PD exotropia postoperatively in Group 2. On 4 patients of Group 3 we noticed postoperatively a small angle of esotropia (mean 14 PD). Satisfactory alignment (within 10 PD of orthophoria) was achieved in 21 patients (75%) at 1 month postoperatively and in 23 patients (82%) at 6 months postoperatively. Conclusions: Large-angle consecutive exodeviations can be successfully approached with one or two muscles surgery. Surgery on three or four horizontal rectus muscles may be unnecessary in the treatment of patients with large angle of consecutive exotropia.
Referent/in: Mustafa Cumhur Vardarli (Zwickau)
Hintergrund: Bei der Protrusio bulbi handelt es sich um ein unspezifisches Symptom, was mit Visusabfall Gesichtsfeldeinschränkungen, Motilitätseinschränkung, Doppelbildern sowie weiteren relevanten Begleiterscheinungen, insbesondere Stauungszeichen vergesellschaftet sein kann. Der Fall: Eine 51-jährige Patientin stellte sich erstmals im Juli 2014 wegen einer seit ca. 3-4 Wochen bestehenden Protrusio bulbi sowie bereits im Mai 2014 aufgefallener konjunktivaler Rötung des rechten Auges in unserer Klinik vor. Anamnestisch erhoben wir keine relevanten Auffälligkeiten. Die Bestimmung des Exophthalmus nach Hertel zeigte eine deutliche Protrusio bulbi von 7 mm am rechten Auge bei auffällig gestauten Bindehaut- sowie Fundusgefäßen. Auskultatorisch war an der rechten Orbita ein Rauschen wahrnehmbar. Die Pupille war mydriatisch, nach 7 Uhr entrundet und zeigte nur in den oberen Segmenten eine Lichtreaktion. Perimetrisch war ein diffuser zentraler Gesichtsfelddefekt nachweisbar. Im orthoptischen Status fanden sich eine Abduzensparese sowie ein afferenter Pupillendefekt des rechten Auges mit Doppelbildern in allen Blickrichtungen. Therapie und Verlauf: Die durchgeführte zerebrale Panangiographie wies eine Carotis-Sinus-cavernosus-Fistel vom Typ A auf dem Boden einer spontanen extraduralen Aneurysmaruptur bei fibromuskulärer Dysplasie auf. Daraufhin erfolgte eine neuroradiologische Versorgung mit 21 Coils. Bei der postinterventionellen Panangiographie zeigte sich eine kleine verbliebene aneurysmatische Erweiterung der dorsalen Wand der ACI unterhalb des Coilspakets. Aufgrund der Persistenz von Konjunktivaler Stauung, Exophthalmus und Motilitätseinschränkung entschieden wir uns nach 6 Tagen zu einer erneuten angiographischen Darstellung. Dabei stellte sich eine Perfusion der Fistel mit kräftiger venöser Drainage über perimesencephale Venen in den Sinus sigmoideus links sowie in die Vena ophthalmica superior rechts dar. Daraufhin wurde diesmal eine interventionelle Stent-Implantation durchgeführt, was zum erfolgreichen Verschluß der Carotis-Sinus-cavernosus-Fistel führte. Klinisch beobachteten wir dann in der Folge eine allmähliche Rückbildung der Beschwerdesmptomatik. Schlussfolgerung: Bei Protrusio bulbi infolge einer Carotis-Sinus-cavernosus-Fistel kann man zwar auch nach der Intervention nicht sofort mit einer rückläufigen Symptomatik rechnen, aber in Anbetracht der relevanten Anzahl an Therapieversagern nach Coiling sollte eine erneute Bildgebung nicht verzögert werden.
Referent/in: Klodian Likaj (Wiesbaden)
Fragestellung: Eine 23 jährige Patientin stellte sich mit Miosis und denzenter Ptosis am RA bei Zustand nach rechtsseitiger perkutaner Zentralvenen-Katheterisierung nach Seldinger-Technik bei uns vor. Die Anlage des Zentralvenenkatheters (ZVK) war zur parenteralen Ernährung im Rahmen eines akuten Schubes bei Mb. Crohn durchgeführt worden. Die Zentralvenen-Katheterisierung war zunächst an der rechten V. jugularis interna missglückt und schließlich linksseitig erfolgreich durchgeführt worden. Die Symptomatik zeigte sich anamnestisch prompt nach Installationsversuch des Katheters an der rechten V. jugularis interna. Methodik: Die Anlage eines ZVK erfolgte perkutan an der V. jugularis interna auf Höhe des Trigonum caroticum mittels Seldinger-Technik. Die V. jugularis interna verläuft hier dorsolateral zur A. carotis communis, wobei beide Gefäße von der Vagina carotica umfasst werden. Der sympathische Grenzstrang erstreckt sich dorsomedial zur Vagina carotica und liegt unterhalb der Faszia prävertebralis. Das Ganglion cervicale superius kommt im rostralen Verlauf des Truncus sympathicus auf Höhe C1-C2 zu liegen. Zur Diagnostik des Horner-Syndroms wurde eine pharmakologische Pupillen-Testung mit Kokain 5% Augentropfen durchgeführt. Es erfolge außerdem eine Hals-Sonographie. Ergebnisse: Die pharmakologische Pupillen-Testung mittels Kokain 5% war typisch für ein rechtsseitiges Horner-Syndrom. Mittels Hals-Sonographie konnten keine relevanten Raumforderungen oder Hämatome nachgewiesen werden. Schlussfolgerung: Während einer perkutanen Zentralvenen-Katheterisierung über die V. jugularis interna kann es zu einer Läsion des sympathischen Grenzstranges kommen. Es handelt sich hierbei in der Regel um einen irreversiblen Prozess. In der Literatur sind bisher 6 Patienten mit dieser Komplikation beschrieben worden. Die Läsion kann direkt traumatisch über die Katheter-Nadel oder indirekt über eine sekundäre Thrombophlebitis oder ein sich ausdehnendes und komprimierendes Hämatom erfolgen. Bei der differenzialdiagnostischen Abklärung eines Horner-Syndroms muss eine evtl. Vorausgegangene Katheterisierung im Halsbereich berücksichtigt werden.