Kursprogramm 4

Ophthalmologische Kurse

Die Teilnahme an den Kursen ist nur bei gleichzeitiger Anmeldung zum Kongress möglich. Alle Kurse finden in deutscher Sprache statt, sofern nicht anders angegeben.

Die jeweils angegebenen Teilnahmegebühren beziehen sich auf eine Registrierung und Bezahlung bis bzw. nach dem 13.7.2015.


















 
dt
Saal 5 08:30 - 10:00 04.10.2015
Kurs K-417
Verätzungen und Verbrennungen des Auges – Kursprogramm 4 - Ophthalmologische Kurse
Die Referenten berichten aus ihren langjährigen Erfahrungen zur Erstbehandlung und weiteren Versorgung des verätzten oder verbrannten Auges. Wir erklären die verschiedenen Optionen einer stadiengerechten konservativen und chirurgischen Therapie und zeigen anhand von praktischen Beispielen die in der Industrie zur Sekundärprävention vorgehaltenen Augenspülsysteme. Weiterhin werden Therapiestrategien bei langwierigen Folgeschäden an der Augenoberfläche sowie den Augenanhangsgebilden vermittelt. In einem Skript für Praxis und Klinik werden Anweisungen zur Ersten Hilfe und zur qualifizierten Weiterbehandlung von Augenverätzungen und -verbrennungen verlässlich und kompakt zusammengefasst. Gebühr: Euro 60,- / Euro 80,- Assistenzärzte in Weiterbildung erhalten eine Ermäßigung von 50 % (nur für DOG-Mitglieder)
Organisator / Kursleiter: Hans-Gert Struck (Halle)
Kursleiter: Norbert Schrage (Köln)
Kursreferent: Gerd Geerling (Düsseldorf)
Referent/in: Norbert Schrage (Köln)
Ziel: Benzalkoniumchlorid (BAC) in Konzentrationen von 0.002 – 0.01% ist seit langem das am häufigsten verwendete Konservierungsmittel in Augentropfen. Seine hohe Zelltoxizität bis in tiefere Schichten der Cornea sind bekannt. Ziel der Studie war es, eine Proportionalität in der Hornhautschädigung durch BAC in abnehmender Applikationsrate aufzuzeigen. Methodik: 0.01% BAC wurde über 3 Tage in drei Tropfraten (12x / 3x / 1x täglich) apikal auf Kaninchenhornhäute in einer künstlichen Gewebekammer (EVEIT -System) appliziert. Initial wurden mechanisch epitheliale Erosionen (2.8 - 3.8 mm2) induziert. Die toxikologischen Auswirkungen von BAC in den unterschiedlichen Tropfraten wurden täglich mittels Fluoreszein-Anfärbung, sowie Optischer Coherence Tomography (OCT)-Aufnahmen dokumentiert. Eine Aussage zur cornealen Vitalität über den Testzeitraum erfolgte durch die tägliche Quantifizierung von Glucose und Laktat im artifiziellen Vorderkammerwasser. Die Auswirkungen der drei Tropfraten auf die Integrität der Hornhautbarrierefunktion wurden mittels Hornhautdiffusionsversuchen mit Fluoreszein-Natrium getestet. Zur Visualisierung der cornealen Schädigung wurden die Kaninchenhornhäute histologisch ausgewertet. Resultate: Eine mit der Tropffrequenz abnehmende Schädigung der Hornhaut konnte im EVEIT-System gezeigt werden. Während bei täglich 12-maliger 0.01% BAC-Applikation die Hornhaut bis in tiefe Schichten geschädigt wird, zeigt sich eine deutlich geringere Schädigung bei einer Tropfung 3x pro Tag, während die Hornhaut bei einer täglich einmaligen Applikation von 0.01% BAC über 3 Tage komplett ausheilt. Zusammenfassung: Das EVEIT-System erweist sich als hochsensitives Ex-Vivo-Modell für die Kaninchen-Hornhaut, mit welchem toxikologische Vorgänge dosisabhängig qualitativ und quantitativ darstellbar sind. Nicht zuletzt zeigt dieses Experiment auch wie unsinnig die toxikologische Bewertung von Substanzen auf Basis von Einmalapplikationen ist.