Freie Vortragssitzungen, Samstag, 3.10.2015

 
Saal C 14:30 - 16:00 03.10.2015
Freie Vortragssitzung Sa19
Glaukom: Chirurgie 2 Glaucoma: Surgery 2
Vorsitzende/r: Reinhard Burk (Bielefeld), Isabel Oberacher-Velten (Regensburg)

Referent/in: Milena Pahlitzsch (Berlin)
Purpose: To assess the correlation between the objectively measured disc damage likelihood scale (DDLS) by KOWA fundus camera and the confocal laser scanning ophthalmoscopy (HRT 3) and the optic coherence tomography (SD-OCT) in healthy children, glaucoma suspects and pediatric glaucoma. Methods: Prospective study of 47 eyes (n=27 children) categorized in 14 healthy subjects (11 female, 3 male, age 12.7 ± 6.1 years), 15 glaucoma suspects (3 female, 12 male, age 11.7 ± 3.1 years) and 18 paediatric glaucoma (10 female, 8 male, 11.2 ± 2.5 years). Stereometric measurements of the optic disc by KOWA camera, Moorfields regression analysis (MRA) and glaucoma probability score (GPS) of the HRT and retinal nerve fibre analysis (RNFL) of the OCT were analysed. Results were split in 2 groups: diagnosis 1 was defined as “outside normal limits”, diagnosis 2 as “borderline or outside normal limits”. The relationship between DDLS, HRT and OCT RNFL was analysed by c²-test, SPSS v20.0. Results: Referring to diagnosis 1 and 2 DDLS did not show a significant correlation with MRA, GPS and RNFL in healthy children, glaucoma suspects and paediatric glaucoma. However in paediatric glaucoma the correlation of the GPS of the HRT compared to KOWA rim/disc ratio was significant in all six quadrants: Superonasal (r=-0.794 p=0.006), nasal (r=-0.845 p=0.002), inferonasal (r=-0.659 p=0.038), inferotemporal (r=-0.636 p=0.048), temporal (r=-0.656 p= 0.039) and superotemporal segment (r=-0.755 p=0.012). Conclusion: The DDLS by KOWA nonmyd WX 3D did not show a significant correlation to the established devices in the three cohorts of children. The three devices cannot be used interchangeably. This might be due to a different ocular magnification at the Kowa camera. On the other side there are no standard values available for children in all 3 devices. This could be an additional reason for the low correlation.
Referent/in: Olesya Zavoloka (Kharkiv)
The risk of resistant glaucoma development is increased in patients with diabetes mellitus that often leads to the surgery. It is known that vegetative nervous fibers influence on the corneal neurotrophical state. Diabetic patients suffer from an early affect of sensitive and vegetative nervous, that can cause a change in epithelization of incision after a non penetraiting deep sclerectomy in patients with glaucoma. The aim was to study the corneal neurotrophical state after the non penetraiting deep sclerectomy among patients with glaucoma and diabetic polyneuropathy. Methods: 30 patients with glaucoma and diabetic polyneuropathy and 30 patients with glaucoma without diabetes mellitus were made the non penetraiting deep sclerectomy. Research methods were Corneal Confocal Microscopy, esthesiometry, pupil cycle time, Schirmer’s, Jones’ and Norn’s test. They were under supervision during 1 month. Results: In patients with glaucoma and diabetic polyneuropathy the sensitivity of the cornea was decreased 7 days after surgery, was not statistically changed 14 days and was increased 1 month after the nonpenetraiting deep sclerectomy in comparison with the data before surgery (р=0.02 and р=0.04). In patients with glaucoma the sensitivity of the cornea was not statistically changed 7 days and increased 14 days and 1 month after the surgery (р=0.02 and р=0.01). Common tear production and tear film break-up time were also decreased in patients with glaucoma and diabetic polyneuropathy 7 days after surgery, were not statistically changed 14 days and increased 1 month after the nonpenetraiting deep sclerectomy in comparison with the data before surgery (р=0.03 and р=0.04). Common tear production and tear film break-up time were not statistically changed in patients with glaucoma 7 days and 14 days after surgery, and increased 1 month after the nonpenetraiting deep sclerectomy in comparison with the data before surgery (р=0.04 and р=0.02). Conclusions: In patients with glaucoma and diabetic polyneuropathy the neurotrophical corneal changes are noted after the nonpenetraiting deep sclerectomy. The sensitivity of the cornea, common tear production and tear film break-up time are decreased 7 days after surgery.
Referent/in: Anna-Maria Seuthe (Sulzbach)
Hintergrund: Ziel der Studie war es, den Langzeitverlauf nach Kanaloplastik zur Therapie des medikamentös nicht beherrschbaren Glaukoms zu untersuchen. Methodik: In diese retrospektive Studie wurden insgesamt 417 Patienten eingeschlossen, bei denen von 2011 bis 2014 eine Kanaloplastik durchgeführt wurde. Die Follow-up-Untersuchungen der Patienten erfolgten nach drei Monaten, einem Jahr sowie zwei Jahren. Primäres Zielkriterium war die mittlere Drucksenkung. Sekundäres Zielkriterium war die mittlere Reduktion der augendrucksenkenden Wirkstoffe sowie das Auftreten eventueller Komplikationen. Ergebnisse: 417 Patienten, bei denen aufgrund von konservativ nicht beherrschbaren Augeninnendruckwerten oder einer Augentropfenunverträglichkeit eine operative Drucksenkung mittels Kanaloplastik durchgeführt wurde, wurden über einen postoperativen Zeitraum von bis zu zwei Jahren verfolgt. Nach 3 Monaten zeigte der durchschnittliche intraokulare Druck (IOD) eine Reduktion um 7.1mmHg (34.1 %) von präoperativ 21.03mmHg auf 13.86mmHg. Gleichzeitig sank die Zahl der verabreichten drucksenkenden Medikamente um 3.0 (87.41 %) von 3.43 auf 0.43 Wirkstoffe. Nach einem Jahr betrug die durchschnittliche IOD-Senkung im Bezug zum Ausgangswert 7.5mmHg (35.7%) auf 13.53mmHg. Die Zahl der drucksenkenden Wirkstoffe sank um 2.7 (78.8%) auf 0.73 Wirkstoffe. Die nach zwei Jahren gemessenen durchschnittlichen Druckwerte lagen mit 13.6mmHg noch immer 7.42mmHg (35.5%) unter dem Ausgangsdruck bei einer Durchschnittlichen Medikamentenzahl von 0.86 anstatt der Anfangszahl von 3.43. Eine ergänzende drucksenkende Operation durch Kanaloplastik-Fadenentfernung im Sinne einer 360°-Trabekulotomie wurde innerhalb der ersten 24 Monate nach Kanaloplastik bei 83 Augen (19.9%) durchgeführt. Die Anzahl der Augen, die postoperativ vollständig ohne zusätzliche drucksenkende Therapie auskamen, betrug nach 3 Monaten 78.34%, nach 12 Monaten 52.6% und nach 24 Monaten 48.3%. Es traten keine schwerwiegenden oder dauerhaft visusbeeinträchtigenden Komplikationen auf. Die häufigste Komplikation stellte das Auftreten eines postoperativen Hyphämas dar, welches 141 Mal auftrat (33.8%) und sich in den meisten Fällen von selbst resorbierte. Allein in 5 Fällen war eine Vorderkammerspülung nötig. Schlussfolgerung: Auch im Langzeitverlauf stellt sich die Kanaloplastik als ein zuverlässiges und risikoarmes Verfahren zur operativen Senkung des Augeninnendrucks dar.
Referent/in: Anna-Maria Seuthe (Sulzbach)
Hintergrund: Ziel der Studie war es, den zusätzlichen drucksenkenden Effekt einer 360°-Trabekulotomie nach vorheriger erfolgreicher Kanaloplastik mit unzureichender Drucksenkung zu analysieren. Methodik: In diese retrospektive Studie wurden insgesamt 118 Augen eingeschlossen, bei denen von 2011 bis 2014 eine 360°-Trabekulotomie nach Kanaloplastik durchgeführt werden musste, weil sich der Augeninnendruck nicht ausreichend reguliert zeigte. Die Untersuchung erfolgte nach 3 Monaten und 1 Jahr. Primäres Zielkriterium war die mittlere Drucksenkung nach 1 Jahr. Sekundäres Zielkriterium war die mittlere Senkung der Zahl der augendrucksenkenden Wirkstoffe nach 1 Jahr. Ergebnisse: Bisher haben 99 Augen das Nachuntersuchungsprotokoll abgeschlossen, bei denen durch eine erfolgreiche Kanaloplastik keine langfristige zufriedenstellende Drucksenkung erreicht werden konnte. 3 Monate nach der zusätzlich durchgeführten 360°-Trabekulotomie zeigte der durchschnittliche intraokulare Druck (IOD) eine Reduktion um 8.84 mmHg (38.38 %) von präoperativ 23.03 mmHg auf 14.19 mmHg. Gleichzeitig sank die Zahl der verabreichten drucksenkenden Medikamente um 1.5 (55.5 %) von 2.7 auf 1.2 Wirkstoffe. Nach einem Jahr betrug die durchschnittliche IOD-Senkung 9.7 mmHg (42.14 %) auf 13.33 mmHg. Die Zahl der drucksenkenden Wirkstoffe sank um 1.16 (43.09%) auf 1.53 Wirkstoffe. Die Anzahl der Augen, die postoperativ vollständig ohne zusätzliche drucksenkende Therapie auskamen, betrug nach 12 Monaten 25 (25.3%). Schlussfolgerung: Die 360°-Trabekulotomie stellt eine einfache, minimalinvasive Möglichkeit dar, den Druck bei geringem Risikoprofil nach einer Kanaloplastik weiter zu senken, wenn bisher keine ausreichende Drucksenkung stattgefunden hat.
Referent/in: Antony William (Tübingen)
Fragestellung: die Evaluation der ab externo Trabekulotomie in der Behandlung des uveitischen Sekundärglaukoms. Methodik: Monozentrische retrospektive Studie von Patienten mit uveitischem Sekundärglaukom, bei denen eine konservative drucksenkende Therapie nicht ausreichend war und bei denen eine ab externo Trabekulotomie durchgeführt wurde. Es wurden Patienten mit einer Nachbeobachtungszeit von mindestens drei Jahren eingeschlossen. Der Erfolg wurde folgendermaßen definiert: Augeninnendruck (IOD) ≤ 21 mmHg (Erfolg 1); IOD ≤ 21 mmHg und mindestens 25% Reduktion des IOD vom dem Basiswert (Erfolg 2). Der Erfolg war vollständig, wenn keine weitere Medikation erforderlich, und qualifiziert, wenn weitere Medikation erforderlich war. Ergebnisse: Es wurden 24 Patienten eingeschlossen. Nach drei Jahren nahm der mittlere IOD von 25,5 mmHg (95% Konfidenzintervall [KI] (23,0-30,8 mmHg) auf 15 mmHg 95% KI (12,6-16,0 mmHg) ab. Für Definition 1 waren der komplette und qualifizierte Erfolg 23,8% und 61,9 % nach 3 Jahren. Für die Definition 2 waren die Erfolgsraten 23,8% (komplett) und 47,6% (qualifiziert). Hyphäma war die häufigste Komplikation, die sich jedoch innerhalb eines Monats in allen Augen vollständig zurückbildete. Ein Auge (4 %) entwickelte eine postoperative Hypotonie, die erfolgreich mit einer einzigen Injektion von Natriumhyaluronat in die vordere Kammer behandelt wurde. Schlussfolgerung: Die ab externo Trabekulotomie zeigt einen mäßigen Erfolg in der Behandlung des uveitischen Sekundärglaukoms nach drei Jahren. Die Operation hat ein hohes Sicherheitsprofil. In der vorliegenden Studie traten keine visusbedrohenden Komplikationen auf.
Referent/in: Claudia Lommatzsch (Münster)
Hintergrund: Nach einer Trabekulektomie (TE) ist die im postoperativen Verlauf auftretende subkonjunktivale Vernarbungsreaktion problematisch. Verschiedene Medikamente oder Kollagene (z.B. 5-Fuorouracil, Cytostatika, Ologen® Implantat ) führen zu einer reduzierten Vernarbungsreaktion, jedoch bleibt weiterhin die Fibrosierung des Filterkissens ein Hauptgrund für ein Versagen nach filtrierender Chirurgie. Ein potentieller Kandidat zur Lösung dieses Problems kann Bevacizumab (Avastin®) sein, da die Angiogenes eine Schlüsselrolle in der Wundheilung spielt. Viele Arbeiten beschreiben Ergebnisse der Anwendung von Bevacizumab im Rahmen der TE in unterschiedlicher Applikationsform. Hierbei treten kaum nennenswerte Nebenwirkungen auf mit stark variierenden Angaben im Hinblick auf das Operationsergebnis. Die Frage der Administration scheint eine Schlüsselrolle dabei zu spielen. Die schwammartige Struktur des Ologens® nimmt Flüssigkeiten auf und kann damit ihre Freisetzung potentiell retardieren. Es könnte sinnvoll sein, die vernarbungsmindernden Eigenschaften des Avastins® im Schwamm als Depot an der Wundfläche zu präsentieren. Methoden: Retrospektive Auswertung von drei TE-Gruppen (limbusbasierter Bindehautlappen; 60 Sekunden MMC-Applikation (0,02mg/ml)): Gruppe 1: Kontrollgruppe, Gruppe 2: Ologen® -Implantat , Gruppe 3: Ologen® mit Avastin® (1,25 mg, 0.05 ml). Verglichen wurde über 6 Monate der Wundheilverlauf, der intraokulare Druckverlauf, intra- und postoperative Komplikationen und notwendige Folgeeingriffe. Ergebnisse: Alle drei Gruppen zeigten eine signifikante Drucksenkung (Gruppe 1 (n=48) praeop 22,41±4,81 postop 12,71±3,64; Gruppe 2 (n=48) praeop 20,81±5,31 postop 12,71±3,94; Gruppe 3 (n=40) praeop 21,8±6,33 postop 11,61±2,83). Die IOD-senkende Medikation konnte in allen drei Gruppen signifikant gesenkt werden. In Gruppe 3 wurden umschrieben Wundnekrosen mit Fistulation postoperativ beobachtet, die jedoch im weiteren Verlauf zu keinen weiteren Komplikationen führten. Im Hinblick auf Folgeeingriffe konnten keine Unterschiede festgestellt werden. Schlussfolgerung: Die TE mit Ologen® und Avastin®-Depot scheint in den ersten sechs Nachbeobachtungsmonaten tendentiell im Hinblick auf Drucksenkung günstiger zu liegen, ohne dabei relevante Komplikationen hervorzurufen. Ggfs ist hierüber eine bessere Modulation der Wundheilung zu erzielen, so dass längere Nachbeobachtungszeiten sowie eine Erhöhung der Fallzahlen sinnvoll sind.
Referent/in: Friederike Sorgenfrei (Dresden)
Hintergrund: Biomechanische Veränderungen der Hornhaut nach Trabekulektomie und deren Einfluss auf die Messung des Augeninnendrucks (IOD) sollen untersucht werden. Methoden: 30 Patienten mit Offenwinkelglaukom wurden vor Trabekulektomie mit Mitomycin C in diese prospektive Fallkontroll-Studie eingeschlossen. Die Parameter der kornealen Biomechanik wurden mit dem Ocular Response Analyzer (ORA, Reichert Inc. Depew, New York, USA) unmittelbar vor und mindestens 6 Monate nach TE untersucht. Hauptkriterien waren die Veränderungen der Cornealen Hysterese (CH) und des Cornealen Resistance Faktor (CRF). Der IOD wurde mittels Goldmann-Applanations-Tonometrie (GAT) und mit dem ORA (IODg: Goldmann korreliert und IODcc: korneal kompensiert) gemessen. Die statistische Auswertung erfolgte mittels SPSS und linearem Regressionsmodell mit dem IOD als Covariante. Die Parameter der cornealen Biomechanik wurden vor und nach TE verglichen. Ergebnisse: Nach Korrektur hinsichtlich der IOD-Abhängigkeit waren CH (vor TE 8.00±1.35 mmHg; nach TE 7.12±1.36 mmHg, P=0.011) und CRF (vor TE 8.59±1.64 mmHg; nach TE 7.49±1.67 mmHg, P=0.015) postoperativ statistisch signifikant niedriger. Der IOD sank ebenfalls statistisch signifikant; GAT von 21.7±11.3 mmHg auf 9.6±2.6 mmHg (P=0.001), IODg von 23.7±14.9 mmHg auf 9.4±4.6 mmHg (P=0.001) und IOD cc von 26.9±15.2 mmHg auf 13.2±4.8 mmHg (P=0.001). Der präoperative IODcc war 20% höher verglichen mit GAT (P=0.001) und 15% höher als IOPg (P=0.001). Der postoperative IODcc war 37% höher im Vergleich zu GAT (P=0.001) und 40% höher als IODg (P=0.001). Schlussfolgerung: Ungeachtet einer deutlichen IOD-Reduktion nehmen die IOD-adjustierte CH und CRF nach TE nicht zu, sondern vielmehr ab. Durch Affektion der elastischen Kapazität und viskösen Dämpfung nach TE, ist die Spannungs-Dehnungs-Beziehung so verändert, dass Spannung durch Dehnung wieder kompensiert werden kann. Es ist sehr wahrscheinlich, dass durch diese kornealen biomechanischen Veränderungen GAT-Messungen nach TE unterschätzt werden.
Referent/in: Matthias Klamann (Berlin)
Fragestellung: Das Ziel der vorliegenden Studie war die Beurteilung der drucksenkenden Wirkung des iStent injects in der Anwendung beim Offenwinkelglaukom. Methodik: In diese Studie wurden 99 konsekutive Patienten mit Offenwinkelglaukom eingeschlossen (primär chronisches Offenwinkelglaukom (PCOWG) N = 47; Pseudoexfoliationsglaukom (PEX) N = 34; uveitisches Sekundärglaukom N=18). Bei allen Patienten erfolgte eine iStent inject Implantation, bei zusätzlich visuseinschränkender Katarakt mit zeitgleicher Phakoemulsifikation. Der Augeninnendruck (IOD) und die Anzahl der antiglaukomatösen Medikation vor der Operation und 1 Tag, 6 Wochen, 3 und 6 Monate nach der Operation wurden untersucht. Ergebnisse: Es zeigte sich eine signifikante IOD-Reduktion von 22,0 mmHg ± 5,8 auf 13,4 mmHg ± 1.6 für das PCOWG (p< 0,05), von 23,0 mmHg ± 6,2 auf 15.5 mmHg ± 2.07 für das PEX-Glaukom (p< 0,05) und von 24,0 mmHg ± 5,1 auf 17,0 mmHg ± 4,2 für das Sekundärglaukom (p< 0,05) 6 Monaten nach der Operation. Die Anzahl der antiglaukomatösen Medikation konnte im selben Zeitraum von 2,5 ± 1.1 auf 1.5 ± 0.7 für das PCOWG (p< 0,05), von 2,1 ± 0.9 auf 1.3 ± 1.2 für das PEX-Glaukom (p< 0,05) und von 2,9 ± 1,2 auf 2,5 ± 2,1 für das Sekundärglaukom (p< 0,05) reduziert werden. Schlussfolgerungen: Die Implantation des iStent injects bietet beim primären und sekundären Offenwinkelglaukom über einen Nachbeobachtungszeitraum von 6 Monaten die Möglichkeit, den IOD signifikant zu senken und die Anzahl der antiglaukomatösen Medikation zu reduzieren.
Referent/in: Karen Falke (Rostock)
Fragestellung: In dieser Studie wird ein subkonjunktival injizierbares, mit Latanoprost (LA) beladenes Polymersystem vorgestellt, wobei die Freisetzungskinetik am Tiermodell (New Zealand white rabbit) präsentiert wird. Methodik: Das Freisetzungssystem besteht aus zwei Komponenten - Hyaluronsäure (HA) und mit Isocyanatgruppen funktionalisierte 1,2-Ethylenglycol-bis(dimilchsäure) (ELA-NCO). Die beiden Komponenten wurden in einem Mischungsverhältnis von 1:1 verwendet und mit Latanoprost versetzt. Rund 36 mg dieses Gemisches wurden einem New Zealand white rabbit subkonjunktival injiziert, an definierten Zeitpunkten wurde Vorderkammerpunktat sowie Blutserum gewonnen und die Latanoprostkonzentration mittels Flüssigkeitschromatographie-Massenspektrometrie (LCMS) bestimmt. Ergebnis: Nach einem initialen Anstieg konnte LA kontinuierlich über 152 Tage sowohl in der Vorderkammerflüssigkeit als auch im Serum nachgewiesen werden. Schlussfolgerung: Die Untersuchungen zeigen, dass eine kontinuierliche LA-Freisetzung aus einem subkonjunktivalen Medikamentendepot über 5 Monate möglich ist.