Freie Vortragssitzungen, Freitag, 2.10.2015

 
Saal 3 08:00 - 09:30 02.10.2015
Freie Vortragssitzung Fr06
Neuro-Ophthalmologie
Vorsitzende/r: Ulrich Schiefer (Aalen), Helmut Wilhelm (Tübingen)

Referent/in: Helmut Tegetmeyer (Leipzig)
Fragestellung: Als „visual snow" oder Augenrauschen bezeichnet man die persistierende visuelle Wahrnehmung feiner flimmernder Punkte im Bereich des ganzen Gesichtsfeldes beider Augen. Die Diagnose eines visual snow-Syndroms erfordert die Erhebung typischer Begleitsymptome und den Ausschluss ophthalmologischer oder neurologischer Ursachen. Methodik: 6 Patienten (davon 3 männlich) im Alter von 13-36 Jahren wurden untersucht und befragt, die sich wegen anhaltenden Augenrauschens ambulant vorstellten. Bei den Patienten wurden Vorderabschnitts- und Fundusbefund, bestkorrigierter Visus, Gesichtsfeld, Binokularstatus, Farbsehen (D15-Test), Ganzfeld-ERG, VECP sowie ein OCT von Makula und Papille (RNFL) erhoben. Ergebnis: Bei allen Patienten wurden an beiden Augen ein Visus von mindestens 1,0 sowie regelrechte funktionsdiagnostische Befunde ermittelt. Als zusätzliche typische Symptome eines visual snow-Syndroms wurden angegeben: Illusionäre Palinopsie (n=5), Störung des Dämmerungssehens (n=5), positive Lichtphänomene (n=6). Bei 3 Patienten war eine Migraine mit Aura bekannt. Die Einnahme von halluzinogenen Drogen oder zentral wirksamen Pharmaka wurde verneint. Die Befunde der vorliegenden bzw. veranlassten neurologischen Untersuchungen waren bei allen Patienten regelrecht. Schlussfolgerung: Das visual snow-Syndrom ist eine Ausschlussdiagnose. Eine Beeinträchtigung visueller Funktionsparameter tritt dabei nicht auf. Außer Augenerkrankungen sollten differentialdiagnostisch eine Migraine mit persistierender Aura sowie neurologische Erkrankungen oder die Einnahme halluzinogener Drogen bzw. zentral wirksamer Pharmaka ausgeschlossen werden, die sowohl ein Augenrauschen als auch eine Palinopsie verursachen können.
Referent/in: Zoltan Gagyi-Palffy (Wetzlar)
Fragestellung: Die Video-Überwachung während der Perimetrie kann erhebliche Fluktuationen der Pupillenweite aufzeigen, die dem Beobachter selbst nicht auffällig werden. Einflüsse auf das Ergebnis der Perimetrie sind nicht fassbar. Medikamentöse Miosis und Mydriasis dagegen beeinflussen das Ergebnis der statischen Perimetrie und auch die subjektive Eindruckshelligkeit der Kuppelbeleuchtung. Wir bemühen uns um Aufklärung dieses (scheinbaren) Widerspruchs. Methodik: Am Twinfield-Perimeter (Oculus) wird die Video Sequenz der Fixationsüberwachung abgespeichert. Damit kann die Pupillenweite fortlaufend registriert und im Zusammenhang mit dem Fortgang der Perimetrie beobachtet und registriert werden. Diese Form der Pupillenregistrierung ist ein Begleitresultat der regulären klinischen Perimetrie und konfrontiert den Patient nicht mit zusätzlichen Anforderungen. Ergebnisse: Obwohl spontane Änderungen der natürlichen Pupillenweite von z.B. 6 mm auf 3 mm während der Perimetrie innerhalb einiger Sekunden beobachtet werden können, bleibt die subjektive Helligkeitswahrnehmung der Perimeterkuppel unbeeinflusst. Beobachter mit sehr stetiger Fixation erleben Vergrauen und Verminderung ihres subjektiven Helligkeitseindrucks der Perimeterkuppel, ohne dass entsprechende Änderungen der spontanen Pupillenweite erkennbar sind. Mögliche Änderungen der Lichtunterschiedsschwelle sind nicht sicher erfassbar wegen der Stimulusdarbietung an unterschiedlichen Orten zu unterschiedlichen Zeiten im Ablauf des Programms. Miotika und Mydriatika jedoch beeinflussen die Lichtunterschiedsschwellen bei der statischen Perimetrie und auch die subjektive Eindruckshelligkeit der Perimeterkuppel. Schlussfolgerungen: Spontane Kurzfrist- Fluktuationen im Durchmesser der natürlichen Pupille (und entsprechende Veränderungen der retinalen Beleuchtung), wie sie während der Perimetrie innerhalb weniger Sekunden zu beobachten sind, bilden sich in der subjektiven Eindruckshelligkeit des Beobachters nicht ab. Dies ist ein Argument für kombinierte aktive Beiträge der Netzhaut und der Pupille zu einer konstanten Helligkeitswahrnehmung einer Fläche mit physikalisch konstanter Leuchtdichte. Blockade der Pupillenbewegung mit Miotika oder Mydriatika bewirkt Abweichungen der Eindruckshelligkeit und beeinflusst lokale Lichtzuwachsschwellen, die bei der statischen Perimetrie ermittelt werden.
Referent/in: Wadim Bowl (Gießen)
Hintergrund: Unter skotopischen Bedingungen reagieren die Pupillen auf intensive blaue Stimuli mit einer anhaltenden Konstriktion (sustained postillumination pupil response, PIPR), welche dem Einfluss melanopsinhaltiger intrinsischer photosensitiver Ganglienzellen (ipRGCs) zugeschrieben wird. Der mithilfe chromatischer Pupillometrie messbare Pupillenlichtreflex (PLR) stellt eine komplexe Antwort unterschiedlicher Photorezeptoren dar, da ipRGCs zusätzlich Signale von Stäbchen und Zapfen erhalten Ziel unserer Studie war, eine genaue mathematische Beschreibung der Redilatationskinetik des PLRs zu finden, um den Einfluss der ipRGCs auf den PIPR objektiv darzustellen. Methoden: 30 augengesunde Probanden nahmen an der Studie teil. Nach einer Dunkeladaptationszeit von 30 Min wurden Stimuli auf einem LED-basierten Ganzfeld-System (Espion V6, Diagnosys LLC, US) einem Auge präsentiert und der PLR aufgezeichnet (Bino2 Pupillometer, EyeTec, DE). Blaue Stimuli (460 nm) wurden nach einer Vormessung von 30 Sek. für jeweils 1 Sek. präsentiert: 0,01; 0,05; 0,1; 0,5; 1; 5; 10; 25; 50; 75; 100; 200; 400 cd/m2. Auf jeden Stimulus folgte eine 60 Sek Pause, um eine vollständige Redilatation auf die Ausgangspupillenweite zu ermöglichen. Der PIPR nach jedem Stimulus wurde mithilfe eine umgekehrten exponentiellen Verfallsfunktion (Steigung entspricht Geschwindigkeit V) beschrieben und mittels einer automatisierten Analyse-Software ausgewertet. Ergebnisse: Für alle 30 Probanden ist V des PLR für die Stimuli bis 0,1 cd/m2 konstant schnell. Zwischen 0,5 und 25 cd/m2 nimmt die Redilatationsgeschwindigkeit linear ab und erreicht einen konstanten und deutlich langsameren Wert ab 25 cd/m2. V ist dabei unabhängig von der verwendeten Stimulusleuchtdichte und der relativen Konstriktion der Pupille im Vergleich zur Ausgangspupillenweite. Diskussion: Die von uns verwendete umgekehrte exponentielle Verfallsfunktion beschreibt exakt die Redilatationskinetik beim PIPR. Sie ermöglicht eine genaue Beschreibung der Geschwindigkeit der Redilatation der Pupille und erlaubt eine Aussage über den Einfluss von ipRGCs auf den gesamten PLR, unabhängig von der Leuchtdichte der verwendeten Stimuli. Unsere Analysefunktion ist in höchstem Maße relevant, da bisher eine genaue Beschreibung der genauen Redilatationskinetik für den gesamten Prozess des PIPRs fehlte. Insbesondere bei Patienten mit Netzhautdegenerationen könnte diese Analyse neue Erkenntnisse im Bezug auf die Beteiligung von ipRGCs liefern.
Referent/in: Laura-Maria Schrems-Hösl (Erlangen)
Hintergrund und Fragestellung: Die Bruch-Membran-Öffnung basierte minimale Randsaumbreite (BMO-MRW) stellt einen neuen morphometrischen Parameter zur Randsaumanalyse des Sehnervenkopfes dar. Die Ergebnisse der Untersuchungen der BMO-MRW und der peripapillären retinalen Nervenfaserschichtdicke (RNFS) von Patienten mit einfacher Optikusatrophie und Gesunden werden dargestellt. Methoden: 19 Patienten mit einfacher Optikusatrophie und 28 gesunde Kontrollen wurden in dieser prospektiven Querschnittstudie eingeschlossen. Gesunde Kontrollen wurden aus dem Erlanger Glaukomregister rekrutiert (www.clinicaltrials.gov, Kennung: NTC00494923). Bei allen Patienten und gesunden Kontrollen erhoben wir einen ophthalmologischer Status mit Spaltlampenbiomikroskopie, Funduskopie und führten eine Bildgebung der Papille mit SD-OCT (Spectralis OCT) durch. Wir untersuchten die BMO-MRW und RNFS im Gesamtdurchschnitt und in jeweils sechs Sektoren. Ergebnisse: Bei Patienten mit einfacher Optikusatrophie zeigte sich eine signifikant verringerte durchschnittliche RNFS (69 ± 21.5 µm) im Vergleich zu gesunden Kontrollen (92 ± 10.8 µm, p< 0.001). Die globale BMO-MRW zeigte keinen signifikanten Unterschied zwischen Patienten mit einfacher Optikusatrophie (Mittelwert ± Standardabweichung; 276 ± 69.5 µm) und gesunden Kontrollen (296 ± 93.1 µm; p=0.427). Zur Abgrenzung einfacher Optikusatrophie von gesunden Kontrollen eignete sich am besten die RNFS des temporal superioren Sektors (AUROC=0.817, 76.9% Sensitivität bei festgesetzter Spezifität ≥ 90%). Schlussfolgerung: Eine deutlicher Verlust der peripapillären RNFS, jedoch nicht der BMO-MRW zeigte sich bei Patienten mit einfacher Optikusatrophie im Vergleich zu gesunden Kontrollen. Die BMO-MRW und RNFS im Vergleich zueinander sind hilfreich in der Differentialdiagnostik einfacher und glaukomatöser Optikusatrophien.
Referent/in: Shaghayegh Khalili Amiri (Hannover)
Hintergrund: Wir berichten über eine bilaterale Schock-Induzierte Anteriore Ischämische Optikusneuropathie (SIAION) nach komplizierter Hüftoperation mit hohem intraoperativen Blutverlust bei einem 67-Jährigen Patienten. Methodik: Fallbericht Ergebnisse: Zwei Tage nach komplizierter Hüftoperation mit intraoperativem Blutverlust und Hb-Abfall auf 5,8 g/dl stellte sich ein 67jähriger Patient mit beidseitigem Visusverlust in unserer Augenklinik konsiliarisch vor. Der Visus betrug rechts Handbewegung und links 0,1. Die Spaltlampenuntersuchung ergab beidseits einen unauffälligen Befund. Funduskopisch zeigte sich beidseits eine blasse, temporal betonte Papillenschwellung mit attenuierten retinalen Gefäßen und regelrechtem Makulabefund. Die Spectral-Domain okuläre Kohärenztomografie bestätigte eine Papillen- sowie eine regelrechte Makulastruktur. In der Fundus-Autofluoreszenz der Papille bestand eine Hypoautofluoreszenz ohne Anhalt für Drusen. In der frühen Phase der Fluoreszein-Angiographie zeigten sich insbesondere temporal oben eine verzögerte Papillenperfusion und dilatierte Kapillaren auf der Papillenoberfläche. In der Spätphase kam es zu einer Leckage begrenzt auf das Gebiet der Papillenschwellung. Die Perimetrie zeigte beidseits einen altitudinalen Ausfall der unteren Hemisphäre. In der CT-Angiographie des Schädels wurde eine Ischämie oder Blutung ausgeschlossen. Zur Visusverbesserung wurde probatorisch mit Decortin H 80mg behandelt, im Verlauf Dosisreduktion alle 3 Tage. Der Hb-Wert stieg nach zweimaliger Erythrozytenkonzentratgabe auf 8,2 g/dl. Schlussfolgerungen: Die nicht arteriitische Optikusneuropathie (NAION) ist meistens ein unilateraler Prozess die ältere Population mit kardiovaskulären Risikofaktoren betreffend. Die simultane bilaterale SIAION ist sehr selten. In der Literatur sind bisher weniger als 50 Fälle dokumentiert. Der Mechanismus der peri- oder postoperativen SIAION ist unklar und wahrscheinlich multifaktoriell, z.B. durch Anämie, Blutverlust, Hypotonie, lange Operationsdauer und arteriosklerotische Gefäßveränderung, die zur Veränderung des Blutzuflusses des Sehnervs führen. Die Prognose ist oft schlecht mit dauerhaftem Visusverlust. Es gibt keine effektive Behandlung, allerdings kann eine rechtzeitige Behandlung der Anämie und Hypovolämie sowie eine Einstellung des Blutdruckes zur Sehverbesserung führen.
Referent/in: Mirjam Rossel (Berlin)
Fragestellung: Binokuläre Diplopie ist eine seltene, jedoch oft stark beeinträchtigende Komplikation der Kataraktoperation. Diese Studie untersuchte die Ursachen sowie Risikofaktoren für bestimmte zugrunde liegende Schielformen. Methodik: 14 konsekutive Patienten, die sich zwischen 02/2013 und 03/2015 aufgrund einer unmittelbar nach Kataraktoperation bemerkten binokulären Diplopie zur orthoptischen und augenärztlichen Untersuchung vorstellten, wurden in diese Studie eingeschlossen. Retrospektiv erfolgte u.a. eine statistische Auswertung der mittels Prismencovertest und Harmswand ermittelten Schielwinkel und der Bulbusmotilität des Patientenkollektivs initial sowie im Verlauf nach Prismenordination bzw. Augenmuskeloperation. Ergebnisse: Bei 86% der Patienten lag ein Höhenschielen vor, welches sich nach peri- oder retrobulbärer Injektion manifestierte. In 79% bestand eine Hypertropie, die zu 55% durch ein Hebungsdefizit des operierten linken und zu 45% durch ein Senkungsdefizit des operierten rechten Auges hervorgerufen wurde. Der mittlere Betrag des vertikalen Schielwinkels lag in Primärposition bei 10,6 (±7,9) Prismendioptrien (PD) in der Ferne und 11,9 (±11,2) PD in der Nähe, in der Blickrichtung des größten Schielwinkels bei 14,4 (±11,9) PD. Es ergaben sich klinisch sowohl Hinweise auf restriktive als auch auf paretische Veränderungen der betroffenen geraden vertikalen Augenmuskeln. In 21% war die Dekompensation eines vorbestehenden Schielens mit in 2/3 horizontalem Strabismus ursächlich. Ein Hinweis auf eine ursächliche Funktionsstörung der schrägen Augenmuskeln, eine Makulopathie, eine zugrunde liegende Seitendifferenz der Refraktion bzw. des Visus oder auf eine Systemerkrankung ergab sich in keinem Fall. Die Schielwinkel waren im Zeitraum der Nachuntersuchungen stabil, eine Prismenkorrektur führte in allen Fällen zur Diplopiefreiheit im Gebrauchsblickfeld. In 6 Fällen erfolgte bei hohem Prismenbedarf (15-25 PD) eine chirurgische Therapie, zum Erreichen der Diplopiefreiheit waren 1-3 Augenmuskeloperationen notwendig. Schlussfolgerung: Peri- oder retrobulbäre Injektionen eines Lokalanästhetikums vor Kataraktoperationen erhöhen das Risiko für eine anhaltende vertikale Diplopie. Auffällig ist das seitendifferente Motilitätsdefizit, welches einen Einfluss des Injektionswinkels vermuten lässt. Die Korrektion mittels Prismen und Augenmuskeloperation sind meist erfolgreich, jedoch können mehrere Eingriffe zum Erreichen der Diplopiefreiheit notwendig sein.
Referent/in: Petja Ivanova Vassileva (Sofia)
Purpose: To determine whether saccadic adaptation to target displacements is impaired in older people with glaucoma as compared to adaptation of elderly persons without eye diseases. Patients and Methods: Consecutive patients with primary open angle glaucoma (POAG) and healthy controls underwent full eye examination, including gonioscopy, computer perimetry and optic coherence tomography. Adaptation of reactive saccade directions was executed by modified double-step target paradigm of McLaughlin: target jumped from the center in one of eight randomly selected peripheral locations on a circle presented on the monitor screen. The target was displaced -15 degrees clockwise. Data was analyzed by custom design interactive software. The saccadic reaction times (SRT) were also examined in central and peripheral visual field in all subjects. Results: The study was conducted on 10 patients with POAG and 10 healthy controls. All participants were between 50-70 years old. Patients with POAG were with wide range of visual field defects between MD -6,12 and – 31,39. The majority of glaucoma patients had VF defects in the range from MD-8.00 to MD-12.00. An increase of SRT with approximately 50 ms was found in both mild and advanced glaucoma compared to normal. The group of patients with bilateral POAG demonstrated no adaptive change and the response direction of the eyes showed positive displacement, while patients with monolateral POAG revealed well expressed adaptive changes comparable to the control group. The magnitude of respective aftereffects of these subjects was similar and reflected the adaptive recalibration, i.e. negative displacement of the eyes was observed. Our results suggest that saccadic adaptation in elderly patients with bilateral POAG is disrupted most likely due to affected sensorimotor recalibrarion. However, as recalibration was not even partly replaced by applied strategy, we assume that not only peripheral but also central mechanisms involved in saccade generation are affected by glaucoma. Conclusion: Our findings demonstrate that there is an impaired saccadic adaptation in patients with POAG, which is probably due to affected sensory-motor recalibration. The data suggests that not only the retinal ganglion cells but also the visual pathways within the central nervous system are affected. This study contributes for saccadic adaptation possibilities for improvement of every-day life in elder patients, especially those with unilateral POAG.
Referent/in: Nataliya Moyseyenko (Ivano-Frankivsk)
Introduction: Approaches to traumatic optic neuropathy treatment vary from country to country. High doses of corticosteroids is considered to be standard modality of management in many countries. However, there are several issues related to the possible side effects of this treatment option. The other limitation is inability to use this treatment modality in the first 48 years of the condition. Methods: Damage to right optic nerve in surgical setting has been modeled in 22 rabbits. 11 rabbits have been administered methylprednisolone subcutaneously (30mg per 1 kg) starting from the second day for three days. The dose was decreased after the third day of treatment. Control group consisted of 11 rabbits. Heartbeats and amplitude of pupil reaction (2 weeks and one month after trauma) have been measured in all 22 rabbits. Results: Methylprednisolone administration resulted in statistically significant elevation of heartbeat to 219+31 bpm one month post trauma in study group and 182+23 bpm in control group that proves normalization of the vegetative system functioning. Amplitude of pupil reaction on the affected side has increased from 0mm without treatment to 1+0.5mm one month after treatment. This proves functional capability recovery of the optic nerve’s afferent portion. Furthermore, this means beginning of optic nerve regeneration. Conclusions: Use of high doses of corticosteroids facilitates improved function of vegetative system. Therefore, it has neuroprotective action on neural tissue in compressive traumatic damage of the optic nerve in experiment.
Referent/in: Anne Herbik (Magdeburg)
Fragestellung: Die visuelle Suche beim Menschen wird durch oftmals unbewusste Lerneffekte erleichtert. Eine eingeschränkte foveale Sehfunktion führt dazu, dass diese visuelle Suche gestört sein kann. In dieser Studie wurde untersucht, in welcher Beziehung retinale und kortikale Antworten mit Sehschärfe und reduzierten Lerneffekten (Contextual Cueing; [1], [2]) stehen. Methodik: Gemessen wurden monokulare multifokale Elektroretinogramme (mfERG; 103 Gesichtsfeldorte, 55.8° Durchmesser) und multifokal visuell evozierte Potentiale (mfVEP; 60 Gesichtsfeldorte, 48.6° Durchmesser) von 14 bzw. 16 Patienten mit altersbedingter Makuladegeneration. Die Größe der Antworten definierte sich über das Signal-zu-Rauschen Verhältnis (SNR) für jede Exzentrizität. Sehschärfe (Dezimalvisus: 1.0 bis 0.06) und Lerneffekte der visuellen Suche (Reaktionszeitgewinn, -0.14 bis 0.15-fach) wurden anschließend mit den SNRs korreliert. Mittels schrittweiser Regressionsanalysen wurde überprüft, welche Verarbeitungsebene (retinal: mfERG; kortikal: mfVEP) und welche Exzentrizität bestimmend für diese kognitiven Maße sind. Ergebnisse: Ausschließlich zentrale mfERG-Antworten (1.0° bis 3.2°) bedingen Lerneffekte (p = 0.006), ein nicht signifikanter Trend ergab sich in der Interaktion mit der Sehschärfe (p = 0.059). Zwischen zentralen mfVEP-Antworten (1.3° bis 3.2°) und Sehschärfe (p < 0.001) zeigte sich ein signifikant positiver Zusammenhang. Diese waren jedoch kein signifikanter Prädiktor für Lerneffekte. Diskussion: Sowohl mfERG als auch mfVEP stehen in einem engen Zusammenhang mit der Sehfunktion. Dabei eignen sich parafoveale mfERG-Antworten eher zur Prognose für Lerneffekte als für Sehschärfe, während parafoveale mfVEPs ein stärkerer Prädiktor für Sehschärfe als für Lerneffekte sind. Referenzen: [1] Chun & Jiang (1998) Cognitive Psychol 36: 28-71 [2] Geringswald et al. (2013) J Vis 13: 1-18