Neuroophthalmologie – Erste Elfriede-Aulhorn-Vorlesung

Die Neuroophthalmologie ist eine wichtige, wenn auch vergleichsweise junge Disziplin der Augenheilkunde. Um sie stärker ins Blickfeld zu rücken, soll künftig alle zwei Jahre die Elfriede-Aulhorn-Vorlesung stattfinden. Elfriede Aulhorn (1923 bis 1991) war die erste Ordinaria für Augenheilkunde in Deutschland, sie bekleidete in Tübingen auch den ersten Lehrstuhl für Neuroophthalmologie.

Die Auftaktvorlesung am Donnerstag, 1.10.2015, 8:00-9:30, Saal 2, hält in diesem Jahr Professor Guntram Kommerell, Begründer der modernen Neuroophthalmologie in Deutschland und einer der führenden Experten seines Fachgebietes, während des Symposiums der Sektion DOG-Neuroophthalmologie „Differenzialdiagnose von Optikusneuropathien“. Der gebürtige Berliner übernahm im Jahr 1975 die Leitung der Abteilung für Neuroophthalmologie und Schielbehandlung an der Universitäts-Augenklinik Freiburg, wo er 1977 zum ärztlichen Direktor dieser Abteilung berufen wurde. Von 1992 bis 1994 war Guntram Kommerell, dessen Ausbildung in Tübingen noch von Elfriede Aulhorn mitgeprägt wurde, Präsident der internationalen neuroophthalmologischen Gesellschaft.

Kommerells klinische Schwerpunkte umfassen Diagnose und Therapie des Schielens, der supranukleären Augenbewegungsstörungen und der Erkrankungen des afferenten Systems sowie die Ptosis- und Orbita-Chirurgie. Seine Forschungsschwerpunkte liegen auf den Gebieten der Analyse von supranukleären Augenbewegungen und der Untersuchung der sensorischen beidäugigen Zusammenarbeit. Kommerell hat weit mehr als 200 Publikationen ver­öffent­­licht. „Unermüdlich besteht er auf klaren diagnos­tischen Kriterien und einer genauen Sprache“, befand Professor Gottfried Otto Helmut Naumann über das Werk Kommerells.