Hornhaut ermöglicht Erfassung der diabetischen Neuropathie – Keynote Lecture

Durch die konfokale Mikroskopie der Hornhaut ist es zum ersten Mal möglich, terminale Fasern des Nervus trigenimus in vivo darzustellen und zu quantifizieren. Unter physiologischen Bedingungen erfasst das System im Bereich des subbasalen Plexus Nervenstrukturen mit einer Gesamtlänge von etwa 20 mm/mm². In seiner Keynote Lecture wird Rudolf Guthoff am 1. Oktober 2015 darlegen, dass bei Diabetikern bereits bei Diagnosestellung eine deutliche Abnahme der Nervenfaserdichte festzustellen ist. Damit stellt die konfokale in vivo Mikroskopie der Hornhaut mit großer Wahrscheinlichkeit die empfindlichste Methode zur Erfassung der diabetischen Neuropathie dar.

Zu den Forschungsschwerpunkten von Professor Dr. med. Rudolf Guthoff zählt die bildgebende Diagnostik in der Augenheilkunde. Von 1992 bis 2014 war er Direktor der Universitätsaugenklinik in Rostock, wo er auch die konfokale in vivo Mikroskopie der Hornhaut entwickelte. Rudolf Guthoff bekleidete in Rostock vier Jahre lang das Amt des Dekans, war 2001 Präsident der DOG und wurde 2006 zum Hochschullehrer des Jahres sowie 2011 zum Obmann der Leopoldina gewählt. Er ist Sprecher der Sektion Internationale Ophthalmologie der DOG und seit 2014 kommissarischer Direktor des Instituts für Biomedizinische Technik Rostock.